23/12/2025
Der Dezember fühlt sich wie ein langes Monat an und ist doch viel zu schnell vorbei. Dieses Jahr durfte ich ihn auf Reha verbringen – eine Zeit ganz für mich, für meinen Körper, für meinen Fuß. Jeden Tag ein Schritt mehr Richtung Heilung. Die meisten Menschen hier waren unglaublich freundlich, und ich fühlte mich gut aufgehoben und getragen.
Es war ein Monat nur für mich. Und vielleicht hat mir mein Fuß genau das zeigen wollen: Rückzug ist wichtig. Grenzen sind wichtig. Heilung braucht Raum.
Während ich das Jahr R***e passieren ließ, tauchten viele Themen wieder auf – Dinge, die ich vergessen hatte oder mir gar nicht so bewusst waren. Und selbst auf der Reha begegneten mir Hinweise aus meiner Vergangenheit: Menschen, die mich an alte Verletzungen erinnerten, Situationen, die mir zeigten, wo noch Vergebung nötig ist – gegenüber anderen oder auch mir selbst.
Und jedes Mal, wenn ich etwas geheilt hatte – vergeben, mich entschuldigt, Liebe geschickt – verschwanden diese Menschen aus meinem Feld. Ein stilles Zeichen: „Gut gemacht. Weitergehen.“
Gleichzeitig zeigte mir der Dezember auch nochmal die schmerzhaften Seiten meines Weges.
Ich spürte viel Einsamkeit – und dennoch erkannte ich, dass ich eigentlich nicht alleine bin. Ich habe Menschen, ich habe Verbindungen, ich habe Liebe um mich. Vielleicht nicht immer sichtbar, aber sie ist da. Dies zeigte vor allem dieser Jahresrückblick.
Und es gab auch andere Momente und Erkenntnisse, die sehr weh getan haben. Doch es wird mir immer bewusster, dass uns dieser Schmerz immer weiter zu uns selbst bringt. Er bringt Heilung, wenn er erkannt, angenommen und sich so lösen darf. Das ist nicht immer leicht und tut weg, aber es bringt uns auch die Wahrheit.
Draußen war es im Dezember oft nebelig, trüb und düster. Und doch war das Moos am Waldboden intensiv grün, kraftvoll und heilsam. Wunderschön.
Und über dem Nebel?
Strahlender Sonnenschein.
Das ist eine Botschaft für uns alle:
Manchmal sitzen wir im Nebel, in Trübheit und Trostlosigkeit fest.
Doch wir haben immer die Wahl:
Bleiben wir im Grau – oder entscheiden wir uns, hinaufzugehen, dorthin, wo die Sicht klar ist und die Freiheit größer? Dies ist auch mit etwas Aufwand verbunden und kann manchmal schwer sein, aber wir werden dafür belohnt!
Es ist DEINE Entscheidung!
Der Dezember hat mich gelehrt, was ich brauche, was mir guttut und was nicht mehr zu mir gehört. Er hat mir gezeigt, dass Loslassen Raum schafft – und dass das Neue bereits auf mich wartet.
In den Rauhnächten werde ich mich dem Jahr 2026 widmen: Wünsche schreiben, Karten ziehen, Träume festhalten und mich mit dem verbinden, was kommen darf.
Und so schließe ich dieses Jahr mit offenem Herzen:
Mit Liebe, mit Bewusstsein, mit Dankbarkeit und mit Vorfreude auf das Neue.