09/04/2022
und noch ein kleiner Refresher zum Thema vegetatives Nervensystem
vegetatives Nervensystem [von latein. vegetare = in Bewegung setzen, beleben], autonomes Nervensystem, Eingeweidenervensystem, unwillkürliches Nervensystem, Vegetativum, Abk. VNS, E autonomous nervous system, der Teil des Nervensystems, der die glatte Muskulatur der inneren Organe und der Blutgefäße, das Herz und die Drüsen versorgt (visceroefferente Fasern), aber auch Erregungen aus den Eingeweiden zentralwärts leitet (visceroafferente Fasern). Darüber hinaus werden Atmung, Kreislauf, Verdauung, Temperaturregulation und Sexualfunktionen vom vegetativen Nervensystem gesteuert. Es reguliert also die vom Bewußtsein weitgehend unabhängig verlaufenden lebenswichtigen Vorgänge innerhalb des Gesamtorganismus, dient zur Aufrechterhaltung des inneren Milieus und wird entsprechend dem animalen Nervensystem gegenübergestellt. Übergeordnetes Zentrum des vegetativen Nervensystems ist der Hypothalamus. Die entsprechenden Nervenzellen befinden sich in der lateralen Hypothalamuszone und sind nicht als Kerngebiete gegeneinander abgrenzbar. Darüber hinaus spielt das limbische System eine wichtige Rolle. Außer den zentralen Anteilen in Gehirn und Rückenmark besitzt es Gruppen von Ganglien (Ganglion), die ihm eine gewisse Autonomie verleihen (vegetative Ganglien). Die zum Ganglion hinführenden Nervenzellen heißen präganglionär und sind myelinisiert, die vom Ganglion zum Erfolgsorgan führenden postganglionären Neurone sind nichtmyelinisiert. Damit besitzt das vegetative im Gegensatz zum animalen Nervensystem zwei efferente Neurone. Das vegetative Nervensystem ist aber nicht vollständig vom animalen Nervensystem zu trennen. So können z.B. Umweltreize vegetative Reaktionen hervorrufen. – Die peripheren Anteile des vegetativen Nervensystems werden durch Sympathicus und Parasympathicus repräsentiert. Beide sind Gegenspieler und beeinflussen so die einzelnen Organe zweizügelig. Dabei ist ihre Wirkung auch vom Vorhandensein und der Anzahl der Rezeptoren für ihre Transmittersubstanzen (Neurotransmitter) abhängig. Vegetative Nervenfasern verlaufen mit Hirn- oder Spinalnerven, mit den Blutgefäßen oder bilden im Bereich des Bauchraumes selbständige Plexus. Eine gewisse Sonderstellung nimmt das intramurale Nervensystem ein. Es handelt sich dabei um einen bis zu einem bestimmten Grad selbständigen Teil des vegetativen Nervensystems, das aus kurzen und langen Neuronenketten zusammengesetzt ist. Am ausgeprägtesten ist es in der Wand der Verdauungsorgane ausgebildet, in der sich zwei vegetative Nervengeflechte (Plexus) befinden: der Plexus myentericus (Auerbach-Plexus) zur Innervation der glatten Muskulatur und der Plexus submucosus (Meißner-Plexus) zur Innervation der Drüsen. Das intramurale Nervensystem wird mitunter als intrinsisches, d.h. darmeigenes, dem extrinsischen (Sympathicus und Parasympathicus) vegetativen Nervensystem gegenübergestellt. Dem vegetativen Nervensystem entspricht funktionell bei Gliedertieren das stomatogastrische Nervensystem. Nervensystem.
Quelle inkl. Bildmaterial passend zum Text:
https://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/vegetatives-nervensystem/13542
abgerufen am 6.4.2022