27/02/2025
Was dein Schmerz dir sagen will
Schmerz ist mehr als ein bloßes Signal deines Körpers – er ist ein komplexes Phänomen, das sowohl physische, psychische als auch soziale Aspekte umfasst. Als Physiotherapeutin begegne ich tagtäglich Menschen, deren Schmerzen weit über das hinausgehen, was allein durch einen körperlichen Befund erklärbar ist. Deshalb möchte ich dich einladen, einen tieferen Blick darauf zu werfen, was dein Schmerz dir vielleicht sagen möchte.
Schmerz als Schutzmechanismus
Unser Körper ist ein wahres Wunderwerk. Schmerzen entstehen oft, wenn das Nervensystem eine potenzielle Bedrohung erkennt – sie sind also ein Warnsignal. Doch manchmal bleibt der Schmerz bestehen, obwohl die ursprüngliche Verletzung längst geheilt ist. Hier kommt das bio-psycho-soziale Modell ins Spiel: Es erklärt, dass Schmerz nicht nur durch Gewebeverletzungen beeinflusst wird, sondern auch durch Emotionen, Gedanken und unser Umfeld.
Die physische Ebene
Auf der körperlichen Ebene kann Schmerz auf Dysbalancen, Fehlhaltungen oder Überlastung hinweisen. Hier setzen physiotherapeutische Ansätze an, wie:
* Manuelle Techniken, um Spannungen zu lösen.
* Gezielte Übungen, um Kraft und Beweglichkeit wiederherzustellen.
* Schmerzedukation, um Zusammenhänge zwischen Belastung und Symptomen zu verstehen.
Die psychische Ebene
Psychische Faktoren wie Stress, Ängste oder unverarbeitete Emotionen können Schmerz verstärken. Unser Gehirn interpretiert sensorische Signale und verknüpft sie mit Erfahrungen. Deshalb ist es hilfreich, sich Fragen zu stellen wie:
* Welche Rolle spielen Stress oder Überforderung in meinem Leben?
* Welche Gedanken oder Ängste verbinde ich mit meinem Schmerz?
Atemübungen, Meditation und achtsame Bewegungsformen können helfen, diese Ebene zu adressieren.
Die soziale Ebene
Unser Umfeld hat ebenfalls einen Einfluss darauf, wie wir Schmerz wahrnehmen und bewältigen. Unterstützung durch Familie und Freunde oder der Austausch mit anderen Betroffenen kann Trost und Perspektiven bieten. Doch manchmal können Erwartungen von außen oder soziale Isolation den Schmerz verschlimmern.
Frage dich: Welche sozialen Beziehungen tun mir gut, und welche belasten mich?