05/05/2025
Vitamin C ist nicht gleich Ascorbinsäure – der vergessene Komplex
Was ist Vitamin C wirklich?
Wenn wir heute "Vitamin C" sagen, meinen wir meist Ascorbinsäure – ein isolierter Stoff, chemisch definiert und leicht zu synthetisieren. Doch in Wahrheit ist Vitamin C ein komplexes System, ein natürlicher Verbundstoff, der in der Natur nie isoliert auftritt.
In seiner echten, natürlichen Form ist Vitamin C ein biologischer Komplex – bestehend aus:
Ascorbinsäure – die äußere Hülle, ein Schutzschild
Vitamin P – eine Gruppe von Bioflavonoiden, die die Gefäßwände stärken
Vitamin J – beteiligt an der Sauerstoffversorgung der Zellen
Kupfer – notwendig für Enzymaktivität und Zellatmung
Tyrosinase – ein kupferhaltiges Enzym, das die Wirkung des Komplexes koordiniert
Vitamin K – wirkt blutstillend und spielt eine Rolle in der Zellregeneration
All diese Komponenten wirken nur gemeinsam. Ascorbinsäure alleine ist wie das Gehäuse eines Autos ohne Motor, Räder oder Lenkrad.
Ascorbinsäure – der Schutzmantel, nicht die Substanz
In der Natur dient Ascorbinsäure als Antioxidans, um den empfindlichen Vitamin-C-Komplex zu stabilisieren. Sie ist wie eine Verpackung, die den eigentlichen Wirkstoff schützt – nicht der Wirkstoff selbst.
Isoliert eingenommen – vor allem in hohen Dosen – kann Ascorbinsäure den Körper aus dem Gleichgewicht bringen, weil sie ohne ihre Co-Faktoren verarbeitet werden muss. Das belastet andere Systeme, z. B.:
Glutathionverbrauch steigt
Kupfer wird gebunden und entzogen
pH-Wert kann lokal sinken
Oxalatbildung erhöht sich (→ Nierensteinrisiko)
Vitamin C und die Nebennieren
Der größte Speicher für Vitamin C im Körper sind die Nebennieren. In Stressphasen steigt der Verbrauch massiv – weil Vitamin C dort an der Produktion von Stresshormonen (z. B. Adrenalin, Noradrenalin) beteiligt ist.
Ein dauerhafter Mangel oder ein gestörtes Verhältnis im Vitamin-C-Komplex kann zu Nebennierenschwäche, chronischer Erschöpfung und geschwächter Immunabwehr führen.
Was passiert bei Überdosierung von Ascorbinsäure?
Der Körper erkennt die massive Zufuhr – aber nicht als "Segen", sondern als Störung des Gleichgewichts. Je nach individueller Konstitution passiert folgendes:
Ein Teil wird ausgeschieden (Niere → Urin)
Ein Teil wird zu Oxalat abgebaut → Risiko für Nierensteine
Es kommt zu Mineralstoffverschiebungen (z. B. Kupfer, Zink)
Glutathion und andere Schutzsysteme werden überfordert
Bei gesunden Menschen kann der Körper das eine Weile kompensieren. Bei geschwächten oder chronisch kranken Menschen kann eine falsche Hochdosisgabe aber mehr schaden als nützen.
Gibt es den kompletten Vitamin-C-Komplex hochdosiert?
In reiner, natürlicher Form – nein. Der natürliche Vitamin-C-Komplex ist extrem empfindlich und zerfällt schnell bei Licht, Luft, Hitze. Hochdosierte Formen (wie sie z. B. in der Infusion verwendet werden) enthalten nur Ascorbinsäure oder Natriumascorbat.
Was möglich ist:
Kombination aus Ascorbinsäure + natürlichen Co-Faktoren (z. B. Acerola, Hagebutte, Quercetin, Bioflavonoide, Rutin)
Verwendung gepufferter Formen wie Natriumascorbat, um den Magen zu schonen
Begleitende Gabe von Zink, Kupfer, Magnesium, Glutathion zur Unterstützung der Wirkung
Natürliche Quellen für den Vitamin-C-Komplex
Wenn du den echten, natürlichen Vitamin-C-Komplex suchst, findest du ihn am ehesten in frischen, unbehandelten Lebensmitteln – insbesondere in:
Acerola-Kirsche (ca. 1.700 mg/100 g): sehr hoher Vitamin-C-Gehalt, reich an Bioflavonoiden (Vitamin P), natürliche Enzyme, geringe Mengen Kupfer
Hagebutte (ca. 1.250 mg/100 g): enthält zusätzlich Vitamin A, E, P und sekundäre Pflanzenstoffe
Sanddornbeeren (ca. 450 mg/100 g): enthalten auch Omega-7-Fettsäuren und Flavonoide
Petersilie (ca. 160 mg/100 g): chlorophyllreich, eisenhaltig
Paprika (rot) (ca. 140 mg/100 g): sehr bioverfügbar, besonders roh wirksam
Brokkoli (roh) (ca. 90 mg/100 g): zusätzlich reich an Sulforaphan, Vitamin K, Mineralien
Rosenkohl, Kiwi, Zitrone: weitere gute Lieferanten, besonders wenn frisch und unverarbeitet
→ Diese Lebensmittel enthalten neben Ascorbinsäure auch viele der natürlichen Co-Faktoren wie Flavonoide, Enzyme und Spurenelemente, die den echten Vitamin-C-Komplex ausmachen.
Wie viel Vitamin C braucht der Mensch pro Tag?
Die offiziellen Empfehlungen (z. B. DGE, WHO) liegen bei:
ca. 95–110 mg/Tag für Erwachsene
erhöht bei Stress, Infekten, Schwangerschaft, Rauchen oder chronischer Krankheit
Aus naturheilkundlicher Sicht liegt der tatsächliche Bedarf oft deutlich höher – besonders bei:
oxidativem Stress
Nebennierenerschöpfung
chronischer Entzündung
viralen Belastungen
Ein Wert von 200–500 mg pro Tag aus natürlichen Quellen (evtl. ergänzt durch sanfte Nahrungsergänzung mit Co-Faktoren) gilt als sinnvoll und sicher.
Fazit
Ascorbinsäure ist nicht dasselbe wie Vitamin C. Wer mit Hochdosis-Vitamin-C arbeitet – ob oral oder intravenös – sollte verstehen, dass der Körper ein fein abgestimmtes System ist. Isolierte Hochdosen können heilsam sein, wenn sie gezielt, begleitet und mit Respekt vor der Biochemie des Körpers eingesetzt werden.
Wer sich wirklich stärken will, sollte Vitamin C nicht nur hoch dosieren, sondern ganzheitlich integrieren: mit Co-Faktoren, naturbelassenen Quellen, achtsamer Ernährung – und immer im Bewusstsein, dass Licht, Atem und Ruhe ebenso Teil des Heilprozesses sind.
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