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Team_DoktorWeigl Wir sind die junge Redaktion von doktorweigl.de.

Gemeinsam mit Dr. Dr. Tobias Weigl schreiben wir medizinisch fundierte Artikel rund um die Themen Medizin und Gesundheit.

Wieso werden COVID-19 und Influenza (Grippe) eigentlich so oft miteinander verglichen?❓❓ Ja, ihre Viren befallen zunächs...
18/12/2020

Wieso werden COVID-19 und Influenza (Grippe) eigentlich so oft miteinander verglichen?❓❓ Ja, ihre Viren befallen zunächst die Atemwege und dann kommt es häufig zu Lungenentzündungen. Jetzt beginnen aber die Unterschiede: Denn bei Grippe bleiben die Viren auf die Lungen beschränkt. Bei COVID-19 hingegen zerstört das Virus die innersten Schichten von Blut- und Lymphgefäßen. So kann es überall im Körper Erkrankungen verursachen und über unsere Riechnerven womöglich sogar direkt ins Gehirn gelangen. Einer neuen Studie zufolge resultiert das auch darin, dass von 100 Patienten 16,85 mehr Personen sterben, wenn sie an COVID-19 und nicht Grippe erkrankt waren. Die Komplikations- und Sterberate ist bei COVID-19 deutlich höher.❎
In einer Studie haben Mathematiker👩‍🏫 ermittelt, welche nicht-pharmazeutischen Maßnahmen während der 1. Welle am ehesten Wirkung zeigten. Am besten gewirkt haben Versammlungsbeschränkungen mit < 10 Personen. Auf Platz 2 rangieren die Schließungen von Schulen & Unis und auch Schließungen von Geschäften mit hohem Face-to-Face-Risiko (Restaurants, Bars, Nachtclubs, Kinos, Fitnesscenter) waren wahrscheinlich wirksam.
Eine weitere Erkenntnis dieser Woche: Armut erhöht sowohl Infektions- als auch Sterberisiko.💶💶 In einer britischen Studie war das Sterberisiko auf Intensivstationen in ärmeren Gegenden Schottlands doppelt so hoch wie in reicheren. Mit einem sog. Deprivations-Index, der sich aus den Parametern Einkommen, Beschäftigung, Bildung, Gesundheit, Qualifikation, Haushaltsgröße, Infrastruktur und Kriminalität ableitet, wurden jetzt Vergleiche bei der Häufigkeit intensivmedizinischer Behandlungen und Sterblichkeit bei COVID-19 angestellt. Insgesamt stammten 24,9 % der intensivmedizinisch Behandelten stammten aus dem ärmsten Fünftel. Aus dem obersten Fünftel stammten hingegen nur 13,6 %. Mögliche Gründe für das höhere Risiko: kardiovaskuläre Risikofaktoren, beengte Lebensverhältnisse, schlechterer Gesundheitszustand, schlechtere Krankenversorgung.
❓❓ Habt ihr noch mehr Studien oder Fragen zu einem Thema? Lasst es uns über die Kommentare wissen!

Dass der Niere eine Vielzahl an wichtigen Stoffwechselfunktionen🔄 zukommt, wissen wir inzwischen. Was passiert, wenn sic...
16/12/2020

Dass der Niere eine Vielzahl an wichtigen Stoffwechselfunktionen🔄 zukommt, wissen wir inzwischen. Was passiert, wenn sich ihre Funktion verringert und wie es überhaupt dazu kommt, möchten wir im heutigen Post zur akuten und chronischen Niereninsuffizienz besprechen.
Wie der Name bereits sagt, tritt das akute Nierenversagen (ANV) vorübergehend und plötzlich auf. Es wird hervorgerufen durch z. B.:
- Herzerkrankungen🫀
- entzündliche Nierenerkrankungen
- Alkohol und überdosierte Medikamente🍻💊
- Tumoren
- Nieren-, Blasen-, und Harnsteine
- vergrößerte Prostata
Häufig bleibt das ANV zunächst symptomfrei. Bei einem Funktionsverlust der Niere von etwa 90 % kommt es dann jedoch oft erst zu einer reduzierten, später einer ausbleibenden Ausscheidung von Urin.🚽 In der Folge bilden sich Wasseransammlungen in Organen wie Gehirn🧠 und Lunge.🫁
Im Vergleich setzt die chronische Niereninsuffizienz langsam und dauerhaft (irreversibel) ein. In den meisten Fällen ist sie auf eine langjährige Diabeteserkrankung und Bluthochdruck🩸 zurückzuführen. Im frühen Stadium treten zunächst eher unspezifische Symptome wie allgemeines Unwohlsein und verminderte Leistungsfähigkeit😴 auf. Stauen sich immer mehr harnpflichtige Substanzen im Körper an, führt das mit der Zeit zu Organschäden und Folgesymptomen wie Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und Wassereinlagerungen.🌊
Bei der Therapie der ANV liegt der Schwerpunkt auf der Behandlung der vorliegenden Grunderkrankung. Je nach Krankheitsfortschritt geht es bei der chronischen Insuffizienz um die Aufrechterhaltung der Nierenfunktion durch ausreichende Flüssigkeitsversorgung💧 einerseits und die medikamentöse Ausschwemmung von Wassereinlagerungen andererseits. Im späten Krankheitsstadium besteht Dialysepflicht.

Am häufigsten sind sie zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr, Männer sind häufiger betroffen als Frauen, 5 % der Deutschen...
14/12/2020

Am häufigsten sind sie zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr, Männer sind häufiger betroffen als Frauen, 5 % der Deutschen entwickeln sie mindestens einmal im Leben und sie werden immer häufiger festgestellt, wegen veränderter Lebensgewohnheiten, aber auch verbesserter Diagnostik – die Rede ist von Nieren- und Harnleitersteinen!💎 → https://bit.ly/NierensteineBlog
Davon hat bestimmt jeder schon einmal gehört. Nierensteine sind Ablagerungen in den Nieren, die eine Unterkategorie der Harnleitersteine bilden. Sie entstehen, weil sich in unserem Körper Verbindungen wie Kalziumoxalat oder Harnsäure verbinden, die nur bis zu einer gewissen Konzentration von den Nieren ausgespült werden können. Wird diese Konzentration überstiegen, bilden sich diese Ablagerungen, auch Konkremente genannt.👆
Die Beschwerden bei Vorhandensein solcher Steine können stark variieren und hängen v. a. mit ihrer Größe und entsprechend dem Ausmaß der Nieren- und Harnwegsstörung zusammen. Es kann sein, dass sich die Steine völlig beschwerdefrei selbst über die Harnwege verabschieden, aber es kann auch zu vielerlei Symptomen kommen, darunter:

- stechende & wandernde Schmerzen in Unterbauch & Rücken
- in den Schambereich ausstrahlende Schmerzen
- Übelkeit & Erbrechen
- Harnabflussstörung
- „Ziehen“ in der Nierengegend
- Nierenschmerzen

Das Risiko für die Entwicklung von Harnsteinen steigt mit einer ungesunden Ernährungsweise. Stark eiweißreiches Essen, salziges Fast Food und künstlich gesüßte Softdrinks zwingen unseren Körper dazu, mehr Kalzium und Harnsäure über die Nieren und Harnwege auszuscheiden.🍕🌮🍹
Und dort setzt auch ein wichtiger Baustein der Behandlung an. Denn Nierensteine können zwar mit Medikamenten therapiert oder auch durch einen operativen Eingriff entfernt werden. Aber eine erhöhte Trinkmenge sowie eine angepasste Ernährung (v. a. vorbeugend wegen neuer Steine) können auch einen wesentlichen Beitrag leisten.👩‍⚕️ https://bit.ly/NierensteinelösenBlog
❓❓ Hattet Ihr schon einmal Nierensteine? Habt Ihr natürliche Maßnahmen dagegen ergriffen oder war bei Euch schon allerhöchste Eisenbahn und man kam nicht mehr um einen Eingriff herum?

Bevor wir kurz auf 3 Studien eingehen, eine wichtige Neuigkeit: Allergiker sollen zunächst keine Impfung erhalten. Nachd...
11/12/2020

Bevor wir kurz auf 3 Studien eingehen, eine wichtige Neuigkeit: Allergiker sollen zunächst keine Impfung erhalten. Nachdem in England 2 Betroffene eine schwere allergische Reaktion erlitten, deren Ursache bisher nicht bekannt ist, wird Allergikern vorerst empfohlen, sich nicht impfen zu lassen.👆
Aus einer aktuellen Studie geht hervor, dass trotz einer Infektionsrate von 76 % noch keine Herdenimmunität erreicht wurde – und zwar in der brasilianischen Metropole Manaus. Dort kommt es weiterhin zu Todesfällen durch COVID-19. Allerdings ist die Zahl seit dem Sommer deutlich gesunken und es ist keine 2. Welle zu erkennen.❎🌊
Nachdem der Biontech/Pfizer-Impfstoff in GB schon eingesetzt wurde und seine Zulassung auch für die EU beantragt wurde, stuft auch die US-Arzneibehörde FDA das Vakzin als effektiv und sicher ein. Der Impfstoff erziele schon früh eine hohe Schutzwirkung. Lediglich 8 von 18.198 geimpften Personen seien erkrankt – in der Placebo-Gruppe kam es im Vergleich bei 162 von 18.325 Personen zu einer Erkrankung. Schon nach 10 Tagen habe die Schutzwirkung eingesetzt, also bereits nach der ersten Dosis, und zwar mit 52,4 %. 4 von insgesamt von 44.000 Studienteilnehmern entwickelten eine Lähmung der Gesichtsmuskulatur – diese sei statistisch noch nicht auffällig gehäuft, die Schwäche der mimischen Muskulatur sei i. d. R. nur vorübergehend.🤔
Einer Studie aus der Schweiz zufolge hat jeder 3. ambulant behandelte Corona-Patient noch 6 Wochen nach überstandener Erkrankung anhaltende Symptome wie Müdigkeit, Atemnot sowie Verlust von Geschmacks- und Geruchsempfinden. 32 % der telefonisch Befragten hatten nach durchschnittlich 43 Tagen noch mindestens ein Symptom. Viele Betroffene sind besorgt, dass sie sich nicht komplett von den Beschwerden erholen würden.😢
❓❓Habt ihr noch mehr Studien oder Fragen zu einem Thema? Lasst es uns über die Kommentare wissen!

Eure Wünsche sind abgespeichert! Heute schauen wir uns im Kontext der letzten Kommentare aber erstmal genauer die Beteil...
09/12/2020

Eure Wünsche sind abgespeichert! Heute schauen wir uns im Kontext der letzten Kommentare aber erstmal genauer die Beteiligung der Niere an der Blutdruckregulation an. Achtung: Könnte kompliziert werden.💁‍♂️👩‍⚕️
Auf dem Bild seht Ihr das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (kurz: RAAS). Dieses System dient der Regulation unseres arteriellen Blutdrucks sowie unseres Natriumhaushalts und spielt eine wichtige Rolle bei der Nierendurchblutung. Es wird angestoßen bei sinkendem Blutdruck in den Nierenarterien, Natriummangel und einer Aktivierung des Sympathikus (das ist ein Teil unseres Nervensystems).👆
Daran beteiligt sind die Hormone Renin, Angiotensinogen, Angiotensin I & II, Aldosteron sowie das Angiotensin-konvertierende Enzym (kurz: ACE). Die Hormone wechselwirken eng miteinander und sorgen über eine Reihe enzymatischer Spaltungen für die Synthese von Angiotensin II, das letztlich physiologisch wirksam ist. Wenn der Druck, mit dem das Nierengewebe durchblutet wird, unter 70 mmHg fällt, wird Renin ausgeschüttet. Dieses sorgt dann dafür, dass das Angiotensinogen in Angiotensin I aufgespalten wird. Angiotensin I wird wiederum durch das vorwiegend in den Endothelzellen der Lunge gebildete ACE in Angiotensin II umgewandelt.😵😵
Und genau dieses Angiotensin II verengt dann die Blutgefäße, bewirkt eine erhöhte Aldosteronausschüttung in den Nebennieren und die Freisetzung des antidiuretischen Hormons (kurz: ADH) im Hypophysenhinterlappen. Aldosteron sorgt für einen Rückhalt von Natrium und Wasser in der Niere und auch das ADH hält Wasser zurück. Dadurch nimmt das Plasmavolumen zu. Sowohl die Gefäßverengung als auch die Erhöhung des Plasmavolumens bewirken am Ende eine Erhöhung unseres Blutdrucks.💪
Vielleicht wird hier auch schon klar, wo einige Blutdruckmedikamente ansetzen. Lisinopril ist z. B. ein sog. ACE-Hemmer, der die Umwandlung von Angiotensin I zu Angiotensin II unterbindet und so einer Erhöhung des Blutdrucks vorbeugt!👌

❓❓War dann doch nicht übertrieben kompliziert, oder? Natürlich beantworten wir aber nach wie vor gerne Fragen, immer her damit!🤗🤗

Ihr habt fleißig abgestimmt und wünscht Euch in den kommenden Posts mehr über die Niere zu erfahren.💡 Gute Wahl, denn si...
07/12/2020

Ihr habt fleißig abgestimmt und wünscht Euch in den kommenden Posts mehr über die Niere zu erfahren.💡 Gute Wahl, denn sie ist weit mehr als das schnöde Filterorgan, als das wir sie häufig abgespeichert haben. Viel mehr zählt sie zu den Kontrollzentren unseres Körpers.🕹
Kurze Auffrischung: Die Niere ist ein paarig angelegtes Organ und befindet sich beidseitig an der Wirbelsäule auf Höhe des unteren Rippenbogens. Beide Nieren wiegen zusammen ca. 300g⚖ und haben jeweils eine Länge von 9–12 cm, eine Breite von 4–6 cm und eine Dicke von 3–5 cm. Den genauen Aufbau könnt ihr gerne unserem Bild entnehmen.
Und ja, die Filtration ist natürlich eine elementare Funktion der Niere: Bis zu 1.800 l Blut🩸 durchlaufen das Organ pro Tag, werden hier von Schadstoffen gereinigt und diese zur Ausscheidung in die Harnleiter und Blase weitergeleitet.🚽 Aber wusstet Ihr z. B., dass die Niere auch den Blutdruck, den Säurehaushalt und die Bildung roter Blutkörperchen reguliert? Außerdem ist sie für die Produktion bestimmter Enzyme und Hormone zuständig, kann über letztere mit dem Gehirn🧠 kommunizieren (z. B. Durst🥤 signalisieren) und sogar unsere Stimmung🎭 beeinflussen.
Da die Niere so ein wichtiges Organ ist, können sich Erkrankungen dieses Organs auf das gesamte Wohlbefinden🤕 auswirken. Zu den häufigsten Krankheitsbildern zählen:
- das akute Nierenversagen und die chronische Niereninsuffizienz
- die Nierenbeckenentzündung
- Nierensteine
- das Nierenzellkarzinom
- die Zystennierenerkrankung
Welche Aspekte zur Niere interessieren Euch besonders? Wir freuen uns, auf Eure Wünsche eingehen zu können.🤓

Anders als Grippeviren befällt SARS-CoV-2 nicht „nur“ die Lunge, sondern womöglich viele verschiedene Organe – z. B. auc...
04/12/2020

Anders als Grippeviren befällt SARS-CoV-2 nicht „nur“ die Lunge, sondern womöglich viele verschiedene Organe – z. B. auch das Gehirn. In einer neuen Studie haben Forscher Hinweise darauf gefunden, dass die Viren über unser Riechepithel👃 in unser Gehirn gelangen – sie konnten dort mit dem Elektronenmikroskop intakte Viren abbilden, und zwar im Inneren von Nervenzellen und auf den Fortsätzen der sog. Deckzellen. Allerdings fehlte noch der Nachweis von Viren entlang der Nervenbahnen. Darüber hinaus konnte auch in Teilen des Gehirns, die nicht direkt mit der Riechbahn in Verbindung stehen, Virus nachgewiesen werden, z. B. im Hirnstamm. Vermutlich gibt es für die Viren daher noch andere Wege ins Gehirn.🤔
In einer Analyse hat sich gezeigt, dass Überlebende einer Krebserkrankung (http://bit.ly/Krebs_Playlist) häufiger Risikofaktoren für schwere COVID-19-Verläufe aufweisen. Bei hämatologischen, also mit dem Blut in Verbindung stehenden, Krebserkrankungen ist das Risiko für schwere Grippe-Verläufe erhöht (https://bit.ly/Influenza_Video). Vermutlich lässt sich diese Erkenntnis auch auf COVID-19 übertragen. Denn auch wenn Patienten den Krebs überstehen, hat die Therapie meist Folgen. Häufiger entwickeln Betroffene im Anschluss Typ-2-Diabetes, chronische Herzerkrankungen, neurologische Schäden, Asthma, andere Erkrankungen der Atemwege oder Leber- und Nierenerkrankungen. Viele dieser Krankheitsbilder gelten als Risikofaktoren für schwere Verläufe von Influenza und auch COVID-19.👆
Und noch eine interessante Erkenntnis zum Thema Krebs und Corona: Immunsupprimierte Patienten schieden noch 61 Tage nach Anfang einer COVID-19-Erkrankung infektiöse SARS-CoV-2-Viren aus, RNA-Nachweise fielen im Schnitt noch 78 Tage nach Beginn positiv aus. Im Rahmen der Krebstherapie werden Zytostatika eingesetzt, um die Abwehrzell-Bildung im Knochenmark zu unterdrücken. Zum Vergleich: Bei „Immungesunden“ nimmt die Ansteckungsfähigkeit bei leichten bis moderaten Verläufen nach ca. 10 Tagen deutlich ab.👩‍⚕️
❓❓Habt ihr noch mehr Studien oder Fragen zu einem Thema? Lasst es uns über die Kommentare wissen!

Heute im Fokus: das akute Lungenversagen (kurz: ARDS). Häufig müssen von ARDS Betroffene beatmet werden – und das je nac...
02/12/2020

Heute im Fokus: das akute Lungenversagen (kurz: ARDS). Häufig müssen von ARDS Betroffene beatmet werden – und das je nach Verlauf auf andere Weise. Im Extremfall kann sogar eine sog. ECMO (s. Bild) nötig werden. Das Blut wird – ähnlich dem Prinzip der Dialyse – außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert. Zur Ermittlung des ARDS-Schweregrads legt man den sog. Horovitz-Quotienten zugrunde, der sich aus dem Sauerstoffpartialdruck und der inspiratorischen Sauerstoffkonzentration berechnet. In drei Stufen spricht man je nach Quotient von mildem, moderatem oder schwerem ARDS.👩‍⚕️
Es gibt viele verschiedene pulmonale oder systemische Auslöser. So können bspw. Lungenentzündungen oder -quetschungen, Fremdkörper in den Atemwegen und Inhalationstraumata (z. B. Einatmen giftiger Gase) sowie auch andere Infektionen, Medikamente, eine Sepsis u. v. m. für ein ARDS verantwortlich sein. Das Lungenversagen verläuft in 3 Phasen (exsudative, proliferative & fibrotische), die sich im zeitlichen Verlauf durchaus überschneiden können und nicht Schlag auf Schlag aufeinander folgen.😵
Auch die Beschwerden verlaufen in 3 Stadien. Direkt nach dem auslösenden Ereignis stellen sich Luftnot und tiefe, schnelle Atmung ein, hinzukommen Unruhe, Herzrasen und Kreislaufverhältnisse wie bei niedrigem Blutdruck (Schwindel, Zittern etc.). In der 1. Woche führt die erhöhte Atemarbeit zu Erschöpfung, die Haut färbt sich blau, die Luftnot wird stärker usw. Im letzten Stadium kann die Lunge nur noch zu 20–30 % normal belüftet und durchblutet werden und entsprechend schlecht arbeiten. Jetzt wird maschinelle Beatmung erforderlich.
Video zum Thema: https://bit.ly/ARDS_Video
Artikel zum Thema: https://bit.ly/ARDS_Blog
Und die Beatmung ist auch die wichtigste Therapiemethode. Bei der milden Verlaufsform wird die Beatmung maschinell unterstützt (Atemmaske), bei moderaten oder schweren Verläufen werden aber schon invasive Beatmungsmethoden notwendig. In Extremfällen kommt die auf dem Bild zu sehende ECMO zum Einsatz.

❓❓Habt Ihr Erfahrungen mit einem ARDS oder sogar der ECMO? Wäre echt spannend, mal davon zu hören, sowohl aus Patienten- als auch Behandlerperspektive! Ansonsten wie immer: Her mit Euren Fragen!

Auf Wunsch aus der Community wollen wir uns heute mit dem sog. Pneumothorax beschäftigen. Darunter versteht man das Eind...
30/11/2020

Auf Wunsch aus der Community wollen wir uns heute mit dem sog. Pneumothorax beschäftigen. Darunter versteht man das Eindringen von Luft in den sog. Pleuraspalt. Denn so erstrebenswert es ist, Luft in der Lunge🫁 zu haben, so gravierend sind die Folgen von Luft zwischen Brustkorb und Lunge.

Aber einmal ganz von vorne: Wie Wir alle wissen, liegt die Lunge gut geschützt in unserem Brustkorb. Dabei ist sowohl die Außenseite der Lunge als auch die Innenfläche des Brustkorbs von jeweils einer Hautschicht, den beiden sog. Pleuren, umgeben. Zwischen diesen beiden Häuten, die auch als Lungen- und Rippenfell bezeichnet werden, besteht der dünne Pleuraspalt, der mit ein wenig Flüssigkeit gefüllt ist. Hier wird ein Unterdruck erzeugt, der die beiden Häute so fest aneinanderheftet, dass die Lunge sich mit der Atembewegung des Brustkorbs ausweitet.
Bei einem Pneumothorax dringt Luft in diesen Zwischenspalt ein und hebt den Unterdruck auf, sodass einer oder beide Lungenflügel in sich zusammenfallen (kollabieren). Die Folge ist eine unzureichende Sauerstoffversorgung. Ein Pneumothorax ist daher immer als medizinischer Notfall🚑 zu betrachten.
Doch wo kommt diese Luft her? Beim sog. traumatischen Pneumothorax gelangt sie durch Gewalteinwirkung auf den Brustkorb, etwa durch Verkehrsunfälle, Messerverletzungen, aber auch ärztliches Verschulden, in den Pleuraspalt. Weniger eindeutig beim Spontanpneumothorax: Hier ist keine äußere Ursache erkennbar. Ein erhöhtes Risiko scheint allerdings einerseits bei Personen mit Vorerkrankungen der Lunge, andererseits bei schlanken, großen Männern🧔zwischen 15 und 35 Jahren zu bestehen.
Ein Pneumothorax macht sich vor allem durch plötzliche, stechende Schmerzen sowie Atemnot bemerkbar. Um den Patienten wieder mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen, ist die Sauerstoffgabe über z. B. eine Atemmaske der erste Behandlungsschritt. Bei einem leichten Verlauf ist es möglich, dass die Luft ohne weiteres Eingreifen (aber trotzdem unter medizinischer Überwachung) selbstständig resorbiert wird. Geschieht dies nicht, wird unter lokaler Betäubung eine Drainage in den Pleuraspalt eingeführt, und der Unterdruck durch einen Sog von außen wiederhergestellt.

Pandemie & Lockdown wirken sich auf die subjektiv wahrgenommene Gesundheit der Menschen aus. Das zeigen Forscher im Deut...
27/11/2020

Pandemie & Lockdown wirken sich auf die subjektiv wahrgenommene Gesundheit der Menschen aus. Das zeigen Forscher im Deutschen Ärzteblatt. Im Mai wurden 114.000 Menschen zu ihrem subjektiv veränderten psychischen und allgemeinen Gesundheitszustand befragt. Bei Personen unter 60 Jahren, v. a. Frauen, haben depressions- und angstassoziierte Symptome zugenommen, das Stressempfinden stieg in beiden Altersgruppen und bei beiden Geschlechtern, v. a. bei Männern.😢😢 Personen, die auf SARS-CoV-2 getestet worden waren, gaben eine schlechtere allgemeine Gesundheit an. Diese Effekte sind den Forschern zufolge weitaus größer als die direkt durch COVID-19 verursachten.👆
Die Serumtherapie mit Antikörpern von Patienten, die sich bereits von einer SARS-CoV-2-Infektion erholt hatten, scheint die Genesung schwerer COVID-19-Fälle nicht zu beschleunigen. Diese Therapieform soll Betroffenen v. a. helfen, wenn ihr eigenes Immunsystem zu Beginn der Erkrankung noch keine Antikörper bildet. In der aktuellen Studie ging es um Patienten, die im Schnitt 8 Tage nach einer Infektion an einer schweren Lungenentzündung erkrankten. Die durch die Serumtherapie erhoffte Wirkung – die Stärkung der Immunabwehr – blieb allerdings aus. Die Erholung ließ sich nicht signifikant beschleunigen. ❎Abschließend wird voraussichtlich die britische RECOVERY-Studie die Wirksamkeit der Serumtherapie klären.
Eine aktuelle Studie erörtert die Spätfolgen einer schweren COVID-19-Erkrankung. Ihr zufolge erholen sich Patienten nur langsam und auch bei verbesserten radiologischen Befunden leiden noch viele Menschen nach durchgestandener Erkrankung an Lungenfunktionsstörungen. Das sog. Post-COVID-Syndrom umfasst vermehrte Müdigkeit, Atemnot sowie Schmerzen in der Brust. In Nachuntersuchungen ergaben sich Hinweise auf eine beginnende Lungenfibrose. Hinzukommt, dass etwa ein Drittel der Patienten unter Störungen mentaler und kognitiver Funktionen litt. Häufigste Probleme waren eine verminderte Lebensqualität, Abgeschlagenheit und ein eingeschränkter Alltag.
❓❓ Habt ihr noch mehr Studien oder Fragen zu einem Thema? Lasst es uns über die Kommentare wissen!

Heute schauen wir uns einmal den Lungenkrebs genauer an. Daran erkranken in DE jährlich ca. 55.000 Personen. Oft wird er...
25/11/2020

Heute schauen wir uns einmal den Lungenkrebs genauer an. Daran erkranken in DE jährlich ca. 55.000 Personen. Oft wird er erst spät diagnostiziert und lässt sich daher schlecht behandeln – das macht ihn unter den Krebsarten zu einer der tödlichsten, und zwar sowohl bei Frauen als auch bei Männern.😢 http://bit.ly/Lungenkebs_Blog
Die bösartigen, aus dem Lungengewebe heraus entstehenden Geschwülste betreffen oft die Lungenbläschen und die Zellen, die die Atemwege auskleiden. Medizinisch bezeichnet man Lungenkrebs als Bronchialkarzinom.
Und auch wenn der Lungenkrebs an sich eine eher häufige Krebserkrankung ist, zeigen sich Symptome oft erst später im Krankheitsverlauf. Dazu zählen dann u. a.:

- Atemnot, Kurzatmigkeit
- (wochenlanger) Husten mit blutigem Auswurf
- Lähmungen
- starke Schmerzen
- starker Gewichtsverlust
- Bronchitis (mit ggf. Fieber)
- Schmerzen im Brustkorb
- Kraftlosigkeit, Müdigkeit
😵

Das Problem: Diese Symptome weisen nicht zwangsläufig auf Lungenkrebs hin. Sie sollten aber auf jeden Fall ernst genommen werden und einen Arztbesuch veranlassen, gerade bei Rauchern! Denn als wesentliche Risikofaktoren (es gibt weitere) gelten Rauchen und Schadstoffkontakt.
Es existieren bis dato keine allgemeinen Früherkennungsuntersuchungen für Lungenkrebs – die Verfahren sind teils noch zu ungenau bzw. die Rate unerkannter Tumoren zu hoch. Andere Verfahren sind unzuverlässig und lösen ggf. unbegründet Krebsverdachte aus. Für die tatsächliche Diagnose stehen aber viele Methoden zur Verfügungen, u. a.:

- Anamnese
- körperliche Untersuchung
- Blutuntersuchung
- Lungenfunktionsprüfung
- SEHR viel Bildgebung
- PET

Die Behandlungsmöglichkeiten hängen von den Befunden und der Einschätzung des Arztes ab. Möglich sind operative Eingriffe, Chemo- und Strahlentherapie, die endoskopische Therapie, Immuntherapie sowie die Behandlung mit Antikörpern und sog. Tyroskinaseinhibitoren.

❓❓Da wir hier gar nicht so viel Platz haben: Lasst uns Eure Fragen über die Kommentare zukommen, wir beantworten sie so gewissenhaft wie möglich!

Mit der Lungenentzündung🫁 (sog. Pneumonie) wollen Wir uns heute eine weitere Lungenerkrankung anschauen, die im Zusammen...
23/11/2020

Mit der Lungenentzündung🫁 (sog. Pneumonie) wollen Wir uns heute eine weitere Lungenerkrankung anschauen, die im Zusammenhang mit der SARS-CoV-2-Infektion auftreten kann. Aber wusstet Ihr eigentlich, dass es Unterschiede zwischen der sog. typischen und der atypischen Lungenentzündung wie etwa der Covid-19-Pneumonie gibt?🤔
Die typische Lungenentzündung ist mit 80 % die verbreitetste Form und auf eine bakterielle Infektion mit dem Erreger Streptococcus pneumoniae🧫 zurückzuführen. Dieser ruft eine Entzündung der Lungenbläschen hervor. Je nach Ausprägung wird die Lunge dadurch so in ihrer Funktion eingeschränkt, dass es zu einem Sauerstoffmangel und einer Beeinträchtigung weiterer Organe kommt. Zu den zwei häufigsten Infektionswegen zählt eine vorangegangene Infektion im Nasen-Rachenraum und die Tröpfcheninfektion.🤧
Bei der typischen Pneumonie treten die Symptome plötzlich auf und umfassen:
- Schüttelfrost & Fieber🤒
- Schwäche & allgemeines Krankheitsgefühl
- trockenen Husten, der sich zu einem produktiven Husten + Auswurf entwickeln kann
- Brustschmerzen & Atemnot
Risikofaktoren für eine schweren Verlauf: ein geschwächtes Immunsystem, hohes und Kleinkindalter,👴👶 chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Herz- und Lungenkrankheiten.
In 20 % der Fälle können aber auch Mykoplasmen (kleinsten bekannten Bakterien) und verschiedene Viren, auch das neuartige Corona-Virus, ursächlich für eine Lungenentzündung sein! Bei einer Covid-19-Pneumonie sind nicht die Lungenbläschen, sondern das dazwischen liegenden Gewebe (interstitielle Pneumonie) entzündet. Dadurch variieren die Symptome leicht (Husten bleibt trocken) und treten allmählicher auf, sodass sich die Entzündung länger unbemerkt ausbreiten kann. In schlimmsten Fall kommt es dadurch zu einer Blutvergiftung und einem Multiorganversagen.😣
Die Behandlung einer Lungenentzündung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Bei einem milden Verlauf kann die Entzündung, je nach Ursache, mit Antibiotika und entzündungs-, schmerz und fieberhemmende Medikamenten💊 Zuhause auskuriert werden. Bei schweren Verläufen wird ein intensivmedizinische Behandlung notwendig.🏥

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