19/08/2023
Viele Patienten nehmen Fußcremes mit einem zu hohen Anteil von Urea.
Hier kommt die Aufklärung über Urea:
Urea ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Feuchtigkeit und Haut. Es öffnet die Hautzellen, damit Feuchtigkeit eindringen kann und bindet diese in den Zellen. In früheren Zeiten wurde Urea aus Pferdeurin gewonnen. Heutzutage wird es synthetisch hergestellt. In der täglichen Anwendung sollte man ein Produkt auswählen, in dem max. 5 % Urea enthalten ist. Ab 8 % wirkt es keratolytisch, also zellzerstörend. Daher sollte es in höheren Prozentanteilen nur als Kur über 4-6 Wochen angewendet werden. Bei längerer Anwendung werden Hautzellen, die zerstört wurden, als vermehrte Hyperkeratose an die Oberfläche abgeschilfert. Außerdem macht es die Haut dünner (atrophisch). Nicht nur Keratinzellen werden zerstört, sondern auch andere Hautzellen werden überbeansprucht, sodass diese letzten Endes erschöpfen. Die Haut wirkt trocken und spröde, unelastisch und Hyperkeratose entsteht. Da sich Urea in der Haut in Ammoniak und Kohlendioxid zersetzt, werden Säureschutzmantel und Hautbarriere geschädigt. Somit neigt die Haut vermehrt zu Verletzungen und pathogene Keime können eindringen. Vor allem dann, wenn zudem verminderte Abwehr im Immunsystem besteht.