24/10/2025
„Sowas nennt sich Ärztin und Mutter.“
Reaktion auf eine Impfaufklärung.
Bei weitem nicht die schlimmste, die ich erhalten habe.
Ich klicke auf das Profil.
Mal wieder eins mit vielen Buchstaben und Zahlen, kein richtiges Profilbild.
Ich blockiere trotzdem.
Ich mache das mittlerweile fast automatisch.
Weil ich gelernt habe, dass es keinen Sinn hat, mit Profilen zu diskutieren, die nur schreiben, um zu verletzen.
Und trotzdem – manchmal bleibt so ein Satz hängen.
Nicht, weil ich ihn glaube.
Sondern weil es traurig ist, dass Aufklärung über Gesundheit so viel Hass auslösen kann.
Ich bin Ärztin. Und ja – Mutter.
Ich spreche über Impfungen, weil ich weiß, was Krankheiten anrichten können, die wir heute verhindern können.
Weil ich Kinder gesehen habe, die an etwas leiden, das vermeidbar gewesen wäre.
Und weil ich überzeugt bin, dass Prävention eine der größten medizinischen Errungenschaften ist, die wir haben.
Aber jedes Mal, wenn ich öffentlich über Impfungen schreibe, weiß ich, was kommt.
Nachrichten, die sachlich sind – und viele, die es nicht sind.
Beleidigungen. Unterstellungen.
Manchmal auch Drohungen.
Ich verstehe, warum viele Kolleg:innen lieber schweigen.
Warum sie ihre Profile schließen, ihre Kommentare deaktivieren oder sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen.
Denn diese Angriffe gehen nicht spurlos an einem vorbei.
Aber ich möchte weitermachen.
Nicht, weil es mir egal ist.
Sondern gerade weil es mich berührt.
Weil ich glaube, dass Medizin Menschlichkeit braucht – und Haltung.
Und weil es wichtiger denn je ist, Wissen, Mitgefühl und Vertrauen laut zu vertreten.
Ich bin dankbar, dass hier so viele Menschen sind, die zuhören, nachfragen und offen bleiben.
Für euch schreibe ich weiter.
Und für all die Kinder, die nicht selbst entscheiden können, ob sie geschützt werden oder nicht.
Ich werde weiter über Impfungen sprechen.
Trotzdem.