20/04/2026
Multimodale Therapie bei Fibromyalgie
"Wer hat denn dafür Zeit…?“„Das schafft man doch im Alltag gar nicht…“„Selbst Rentner würden daran scheitern…“
Solche Sätze höre ich oft, wenn es um die lebenslange multimodale Therapie bei Fibromyalgie geht.
Und ich verstehe das. Wirklich.Alltag, Job, Familie, Verpflichtungen – das Leben ist kein Wellnesshotel mit durchgetaktetem Entspannungsprogramm.
Ich mache das selbst seit über 20 Jahren. Und ganz ehrlich: Es gelingt mir auch nicht jeden Tag perfekt. Manchmal stolpere ich, manchmal lasse ich Dinge schleifen, manchmal gewinnt einfach die Erschöpfung.
Aber dann kommt diese eine, entscheidende Frage: Was ist die Alternative?
Zu warten, bis der Körper uns komplett ausbremst? Zu hoffen, dass irgendjemand oder irgendetwas es „wegmacht“?
Bei Fibromyalgie ist es anders als bei einem Blinddarmdurchbruch, bei dem hilft keine Entspannung, keine Bewegung, keine innere Haltung – da braucht es eine klare medizinische Lösung.
Bei Fibromyalgie hingegen haben wir einen erstaunlich großen Einfluss. Etwa 80 % liegen in unserer eigenen Hand:Wie wir mit Stress umgehen, wie wir uns bewegen, wie wir für uns sorgen, wie wir denken.
Die restlichen 20 %? Da dürfen und sollen uns Ärzte unterstützen – mit Medikamenten, Therapien, Verordnungen.
Es geht nicht um Perfektion. Es geht nicht darum, alles „richtig“ zu machen.
Es geht darum, dranzubleiben. Im eigenen Tempo. Mit Pausen. Mit Rückschritten. Und trotzdem mit einer klaren Richtung.
Vielleicht hilft dir dieser Gedanke:
Du musst nicht alles auf einmal schaffen. Aber jedes kleine „Ich kümmere mich um mich“ ist ein Schritt in Richtung mehr Lebensqualität.
Nicht mit erhobenem Zeigefinger –sondern mit einem leisen: Du kannst mehr beeinflussen, als du vielleicht gerade glaubst.
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