11/12/2025
Die Osteopathie lebt davon, Zusammenhänge im Körper zu erkennen und so Probleme ganzheitlich und nachhaltig zu betrachten und Lösungen zu finden.
Ein gutes Beispiel für die komplexen Zusammenhänge im Pferd sind Verspannungen der Hosenmuskulatur. Unter dem Begriff Hosenmuskulatur werden der musculus biceps femoris, der musculus semitendinosus und der musculus semimembranosus zusammengefasst.
Sie sind wichtig für Tragkraft in der Versammlung aber auch entscheidend für einen schnell Antritt, den man zum Beispiel braucht, wenn man flüchten muss. Daher der von mir gewählte Begriff "Fluchtmuskulatur".
Sind die Hosen bei einem Pferd zu stark ausgeprägt (hyperton) und verspannt, hat das oft auch eine mentale Anspannung zu Folge, da die Pferde quasi permanent "fluchtbereit" sind.
Verspannungen in diesem Bereich entstehen zuverlässig durch falsches Training. Zu früh in eine nicht korrekte Versammlung gebracht, bleibt dem Pferd nichts anderes übrig, als über mehr Spannung in den Hosen zu kompensieren. Aber auch Training das zu viel in Richtung Schub abzielt, hat Verspannungen zur Folge.
Verspannungen führen zu Fehlbelastungen und diese sind in der Hosenmuskulatur besonders fatal: "drehende" Sprunggelenke, Spat, Sehnen- und Fesselträgerschäden und schließlich sogar Durchtrittigkeit sind die Folgen von falsch ausgebildeter Hosenmuskulatur.
Habt ihr das gewusst? Zeigt euer Pferd auch Anzeichen von verspannter Hosenmuskulatur?