01/11/2025
Es ist so eine krasse Aufgabe von uns Frauen im Moment.
Und ich dachte, das wäre mehr meine Generation, und jetzt sehe ich es auch bei jungen Leuten immer wieder:
Die Missstände zu benennen ohne verbittert zu werden. Ohne in die Opfer- oder Täterrolle zu rutschen. Allen Frust fühlen zu dürfen, gerade den alltäglichen, scheinbar "normalen". Die blinden Flecken, an die Frau sich schon so gewöhnt hat. Und trotzdem nicht zu resignieren, nicht hart zu werden, nicht zuzumachen, nicht ins Dualitärsbewusstsein zu verfallen, wo es nur noch schwarz und weiß gibt.
Vor ein paar Tagen fand ich den Post einer jungen Frau, in der es um die weibliche Wut ging.
Ich freute mich, dass sie in der Lage ist, die Wut so zu fühlen und auch zu benennen. Weil das einfach zum Prozess der Heilung dazu gehört. Und bezeugte ihr dies gern.
Als ich mich im Folgenden weiter mit ihr beschäftigte fand ich Veröffentlichungen, wo generell hässlich über Männer geurteilt wurde.... Pauschal. Und ganz offensichtlich nicht richtig hingeschaut. Denn die Ableitung dazu war nicht sauber. Von ihr selber und darauffolgend auch haufenweise von anderen Frauen in den Kommentaren. Es war richtig eine Aufwiegelung, die auf einem Missverständnis beruhte und, sorry, total daneben war.
Ein Beispiel, wie schnell Wut in eine Generalisierung führen kann, in einen Fanatismus, in eine Totalität. Und Angst und Trauer schwingen mit. Natürlich. Weil wir Menschen so vielschichtig sind. Und die schwachen Gefühle auch immer den starken anhängig sind, und andersherum. Auch wenn wir das nicht zugeben wollen, weil die Wut uns schützt.
Und wie sehr eine Brille, einmal aufgesetzt, einschränken kann. Uns eben im Dualitätsbewusstsein gefangen hält.
Und gerade in solchen Fällen, wo VERSTÄNDLICHER WEISE große Wut ist, wo Ku**er ist, und wo eine jahrtausendealte Menschheitsgeschichte mit drin steckt, die definitiv ihren Platz haben muss und auch in der Nachwirkung immer noch berücksichtigt werden:
Weil das Patriarchat ist überall noch, und wirkt offensichtlich & subtil.
Ich bin nach 30 Jahren Selbsterforschung immer noch dabei zu verstehen, was das WEIBLICHE in seinem GRUNDWESEN eigentlich ist und ausmacht. Und das nicht, weil es besser wäre als das Männliche, sondern weil es in unserer Welt so sehr FEHLT. Und weil es so sehr notwendig ist für die innere und äußere Balance von uns allen Menschen und der Erde...
Und das Einzige, was ich sicher sagen kann:
Wir sind als Kultur gerade mal am Anfang, eine ungefähre Vorstellung von den dazugehörigen Qualitäten zu bekommen und denen auch wieder Platz einzuräumen. Gerade mal am Anfang!!
So viel wurde negiert, unterdrückt, ausgerottet ignoriert, veruteilt, bekämpft.
Und der Abdruck davon lässt sich in uns allen finden, Frauen wie Männern, und eben auch in jeder Generation. Auch, wenn es dann in unterschiedlichen Worten und Kontexten ausgedrückt oder selbstverletzend in sich hineingenommen wird. Und wird es immer noch; ich sehe es täglich.
Es ist wie zwei grundsätzliche universelle Muster, die hier für dieses Erdenleben Bedingung sind, und wovon eines so lange schlechtgemacht und unterdrückt wurde, dass es nur noch ab und zu und ganz zart und in sehr eingeschränkter Form wieder aufblitzt. Der Kreisel eiert. Die Schönheit mangelt. Ein Gesundwerden ist nicht möglich. Weil einfach die Balance fehlt.
Umso mehr der Blick darin geübt ist, umso schneller ist das sichtbar in sämtlichen Lebensbereichen.
Und das zu sehen und auszuhalten. Ohne hart und verbittert werden zu müssen. Es zu benennen ohne anzugreifen. Dem immer mehr Raum zu verschaffen und es zu ehren, ohne Anderes dafür schlechtmachen zu müssen.
Puh.
Das ist gerade eine große Aufgabe von uns Frauen.