15/03/2021
COVID-19: Raumluft im Auge behalten....
Die Ausbreitung des Virus über Aerosole ist nach Ansicht vieler Fachleute ein wesentlicher Grund dafür, dass die Zahlen der Corona-Infektionen in Europa im Herbst drastisch gestiegen sind. Die Menschen halten sich länger innen auf, und mit sinkenden Temperaturen werden viele Innenräume deutlich seltener gelüftet. Die Konzentrationen an Viren in der Luft kann dabei stark ansteigen, wenn sich Infizierte im Raum aufhalten. Einfache Mund-Nasen-Masken können zwar den Ausstoß der Viren über die Atemwege deutlich reduzieren, aber nicht völlig verhindern. Mit der Anzahl der Personen und der Dauer des Aufenthaltes im Raum kann daher das Risiko deutlich ansteigen.
Besonders betroffen sind davon Krankenhäuser, Pflegeheime und andere Aufenthaltsbereiche im medizinischen Bereich, weil dort zusätzliche Risikofaktoren hinzukommen: besonders empfindliche Personen, sehr langer Aufenthalt in einem Raum und mitunter medizinisch-therapeutische Verfahren wie Intubation auf Intensivstationen, bei denen viel Aerosol produziert wird.
Mit einer Reihe von Maßnahmen kann die Viren-Ausbreitung über die Raumluft reduziert werden. Allerdings gibt es keine einzelne Maßnahme, die dies vollständig leisten kann, sondern es kommt darauf an, die Innenraumluft zu kontrollieren und verschiedene Maßnahmen zu kombinieren:„ Als Schutz gegen die Übertragung von SARS-Cov-2 über die Luft in geschlossenen Räumen bei besonders kaltem und trockenem Wetter empfehlen wir Luftbefeuchter, um die relative Luftfeuchtigkeit im Raum im Bereich von 40 % bis 60 % zu halten und das Risiko einer Atemwegsinfektion zu verringern. Im Bereich ca. 50 % relative Luftfeuchtigkeit sind die menschlichen Schleimhäute am widerstandsfähigsten gegenüber Infektionen, und außerdem können die Viren in den Aerosolpartikeln weniger lange überleben als bei trockener oder sehr feuchter Luft“, erklärt Dr. Ajit Ahlawat von TROPOS.
Sehr wichtig ist, dass ständig genug Frischluft über die Klimaanlage oder durch Lüften zugeführt wird. Mit Messgeräten für Kohlendioxid (CO²) kann dies kontrolliert werden. Erreicht die Luftkonzentration in der Raumluft den Wert über 1000 ppm, dann ist es höchste Zeit, zu lüften. Der hohe CO²-Wert zeigt an, dass sich viel ausgeatmete Luft im Raum befindet. Sollte sich im Raum eine infizierte Person befinden, dann würden auch alle Viren mit den Aerosolen in der Luft schweben und könnten von einer gesunden Person eingeatmet werden.
Das Heizungs-, Lüftungs- und Klimasystem (englisch: HVAC) sollte eine Mindesteffizienz von MERV-13 haben, um selbst sehr kleine Partikel aus der Luft zu filtern.
Wenn es nicht möglich ist, den Raum ausreichend zu lüften, dann sollte versucht werden, die Konzentration von Viren in der Raumluft durch Luftreiniger zu reduzieren. Diese Luftreiniger sollten jedoch über HEPA-Filter verfügen. Luftreiniger können jedoch immer nur eine zusätzliche Maßnahme sein, da sie die Zufuhr von Frischluft und damit Sauerstoff nicht ersetzen können.
(Quelle:Management&Krankenhaus Ausgabe 1-2-/2021)