03/01/2016
Wie erkenne ich, ob ein ätherisches Öl qualitativ hochwertig ist? Ein toller persönlicher Bericht!
EIN PAAR WORTE zu ätherischen Ölen und den Qualitätskriterien
Sowohl privat, als auch in Kursen werde ich immer wieder auf die
verschiedenen Qualitätskriterien namhafter Firmen und auch auf die Qualität bzw. die Vergleichbarkeit von Young Living Ölen (YL) angesprochen.
Ich werde mich hüten, hier Firmen schlecht zu machen, oder gar eine Firma auf ein Podest zu stellen. Das würde nicht meiner Mentalität entsprechen, da ich der Meinung bin, dass jeder selbst die Verantwortung für den Einsatz von ätherischen Ölen bzw. auch die persönliche Vorliebe für einen Hersteller übernehmen sollte.
Gerne möchte ich euch aber ein paar Qualitätskriterien anführen, woran du gute Qualität erkennst und diese dir die Kaufentscheidung somit erleichtern sollen:
• Pflanzenname, verwendeter Pflanzenteil bzw. unbedingt auch der lateinischer (botanische) Name der Pflanze, ggfs. auch der Chemotyp der Pflanze
• Herkunftsland des Krautes
• Art und Weise der Gewinnung des ätherischen Öls (z.B: Wasserdampfdestillation, Kaltpressung, Absolue …)
• 100% reines, ätherisches Öl - oder
• bei verdünnten Ölen muss die % Angabe des beinhalteten Pflanzenguts dabei stehen, z.B. bei Tonkabohne, Vetiver, Benzoe Siam liest du daneben eine Zahl, die über die Konzentration des ätherischen Öls Auskunft gibt.
• Art des Anbaus: kbA (kontrolliert, biologischer Anbau), Demeter, Wildsammlung, konventionell
• Füllmenge
• Sicherheitshinweise
• Chargennummer (zur Rückverfolgbarkeit)
Die Tatsache, dass ätherische Öle von allen Firmen bzw. Herstellern mit
den gleichen Methoden gewonnen werden, kann sich ein ätherisches Öl
speziell über einen optimalen Erntezeitpunkt, BIO bzw. DEMETER-Anbau
hervorheben, da der ätherisch-Öl-Gehalt sehr wohl auch vor-während und
nach der Blüte ein anderer sein kann. Auch die Inhaltsstoffe können hier
variabel sein.
In der Natur gibt es keine Standards, sie ist perfekt. Man sollte darum
ätherische Öle weder standardisieren noch sollte man genauso wenig davon ausgehen, dass ätherische Öle verschiedener Herkuftsländer auch die gleichen Inhaltsstoffe hätten. (CT – Chemotypen!!)
Zitat aus einem YL-Folder: „Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, die in der Branche gültigen Qualitäts- und Wirksamkeitsstandards zu übertreffen. Das bedeutet, dass jeder Tropfen unserer ätherischen Öle die optimale Menge an förderlichen Pflanzenwirkstoffen beinhaltet.“
Folgende Fragen zu diesem Zitat werfen sich dabei in mir auf …
a) Ich habe noch nie von „Wirksamkeitsstandards“ gehört?
b) Wer sagt, was die optimale Menge ist?
c) Wenn jetzt die optimale Menge nicht erreicht wird – wird dann ein Inhaltsstoff synthetisch ergänzt oder wegreduziert?
d) Wer bestimmt, welche Pflanzenwirkstoffe förderlich sind und welche nicht? Würde das heißen, die Natur hätte Inhaltsstoffe in einer Pflanze, die nicht förderlich wären? – ich habe in meiner Ausbildung gelernt, dass – je authentischer ein Öl ist, desto verträglicher ist es auch.
Auch in der Schulmedizin werden aus Pflanzen einzelne Inhaltsstoffe extrahiert, um diese dann hochdosiert einsetzen zu können. Vielmals war es schon so, dass der Patient, die Wirkung der gesamten Pflanze viel besser vertragen hat, als nur einen einzigen Inhaltsstoff verabreicht zu bekommen.
Worin sich die „Lehren“ vieler namhafter Aromatologie-Ausbildungen zu den YL-Propaganden unterscheiden:
- Ätherische Öle sollten NICHT INNERLICH EINGENOMMEN werden! Da diese Einnahme starke Schleimhautreizungen sogar Verätzungen der Speiseröhre zur Folge haben kann. Die innerliche Einnahme, sollte man nur anwenden, wenn man sich mit dieser Materie sehr gut auskennt und nicht bei einer Abendveranstaltung bei Kaffee und Kuchen Laien damit weis macht, es könnte dabei eh nix passieren.
- Ätherische Öle sollten (mit wenigen Ausnahmen)
IMMER VERDÜNNT ANGEWENDET werden. Wenn man mal selbst
destilliert hat oder gar mal bei einer Destillation in einer Großdestillerie
dabei sein durfte, wird einem erst bewusst, welche immense Menge
an Pflanzenmaterial in so einem winzigen Tropfen ätherisches Öl steckt.
Wenn nun ätherische Öle PUR aufgetragen werden, finde ich das verschwenderisch und ausbeutend der Natur gegenüber. Weil unsere Haut REGULATIONSPYHSIOLOGISCHE DOSIERUNGEN 1-3% (damit ist das Verhältnis ätherisches Öl : Pflanzenöl gemeint) viel besser verträgt und verwerten kann. Unsere Haut sollte zur Selbstheilung angeregt werden und bei einer zu hohen Dosierung kann das ordentlich ins Auge gehen (- Zitat Paracelsus: „Die Dosis macht das Gift“)
Berechnungsindex für eine 1%ige Dosierung für z.B. ein Körperöl:
10 Tropfen ätherisches Öl auf 50ml Pflanzenöl
Was mich des Weiteren stört ist, dass andere Firmen SCHLECHT GEMACHT werden, um sich selbst auf ein höheres Podest zu stellen. Alleine so eine Vorgehensweise hat für mich eine Energie, die ich nicht unterstützen möchte.
Ich denke, dass YL sehr wohl eine gute Qualität an ätherischen Ölen anbietet, diese Qualität aber denen anderer namhafter Hersteller nicht´s voraus hat. Lediglich das große Netzwerk und das Pyramiden-Verkaufs-System eine Notwendigkeit sind, diese eklatanten Preisunterschiede zu rechtfertigen, das hat aber in meinen Augen keineswegs mit Qualitätskriterien zu tun.
Mehrmals konnte ich nun schon auf Messen beobachten, dass YL-Personal (oder zumindest diejenigen, auf die ich bis jetzt immer stieß) Versprechungen, Empfehlungen oder Falschinformationen weitergaben, die höchst bedenklich sind (auf der letzten Messe wurde mir sogar 500ml Johanniskrautöl als ätherisches Öl angeboten ;-))
Anmerkung: Hier handelt es sich um MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG und ERFAHRUNGEN, jeder soll sich das für sich herausnehmen, was für ihn verwertbar ist. Ich möchte damit weder Verkaufs-Empfehlungen abgeben noch von YL-Käufen abraten.
Sandra Vielmetti
02. Januar 2016
zum Bild: hier wird Lavendel destilliert. Ich war heuer in Frankreich dabei. Lavendel hat einen sehr hohen Gehalt an ätherischem Öl, verglichen mit anderen Kostbarkeiten wie Melisse, Immortelle ... um eine kleine Vorstellung zu bekommen, welche enorme Menge an Pflanzengut man benötigt, um etwas ätherisches Öl zu gewinnen. Lavendel ca. 100-150kg Pflanze für 1kg ätherisches Öl. Bei Immortelle sind es sogar 500kg - bei Melisse benötigt man eine Menge von 5-8 TONNEN (!) für die selbe Menge.