02/03/2026
Heute hatte ich einen Handwerker im Haus. Ein kurzer Einsatz, knapp 30 Minuten Arbeitszeit ohne Materialaufwand, eine Rechnung von 198 Euro.
War ich schockiert? Nein. Ich habe die Rechnung kommentarlos bezahlt. Warum? Weil ich weiß, dass dieser Fachmann nicht für 30 Minuten bezahlt wird. Er wird bezahlt für die Jahre der Ausbildung, für das teure Spezialwerkzeug, für die Anfahrt, für die Versicherung, die Verwaltung, für die Bereitschaft, im Notfall zu kommen, und dafür, dass er seine Arbeit so sicher und präzise erledigt, dass ich danach Ruhe habe.
Warum stellen wir es nicht in Frage, wenn es um das Haus geht, aber es fällt so schwer, wenn es um unsere Pferde geht? „Der Huftermin dauert ja nur 30 Minuten, geht das nicht auch billiger?“
Wenn ich Hufe bearbeite, seht ihr das bisschen Zeit am Pferd. Was ihr nicht seht:
- Die Weiterbildungen, die ich investiere, um am neuesten Stand zu bleiben.
- Die Kosten für Werkzeug und den Verschleiß meines eigenen Körpers.
- Die Investitionen ins Auto und das (schon wieder deutlich teurer werdende) Benzin.
- Die Vor- und Nachbereitung: Kommunikation, Routenplanung, Materialbestellung.
- Die Tatsache, dass ich ein Unternehmen führe, das Sozialabgaben, Versicherungen und Steuern abführen muss.
- Und tausend andere Dinge, die hinter den Kulissen passieren, damit "das Werkl läuft".
Hufe sind nicht nur mein Hobby. Es ist mein Beruf. Wenn ich meine Preise kalkuliere, tue ich das nicht, um „teuer“ zu sein, sondern um als Betrieb wirtschaftlich zu bleiben – damit ich davon leben und auch morgen noch für euch und eure Pferde da sein kann.
Hufgesundheit ist nicht nur eine Ausgabe, es ist auch eine Investition. Und ich bin froh, dass meine Kundinnen das genauso sehen und meine Arbeit, meine Zeit und meine Expertise wertschätzen. Danke dafür!!! ❤️ Und keine Sorge, die Hufbearbeitung kostet nicht ab nächster Woche 198 Euro. 😉