16/02/2026
In der Titelgeschickte der neuen Ausgabe von ärzt*infürwien geht es um den Trend zur Ambulantisierung (Den ich i. Ü. aus medizinischer Sicht für nicht unambivalent halte). Bei unserem sehr interessanten und aufschlussreichen Future Talk diskutierten Expert/innen verschiedener Disziplinen zu diesem Thema.
Der Grundgedanke meines Editorials: Ärzt/innen verfolgen das Ziel, gesunde Menschen gesund zu erhalten, und kranke Menschen zu heilen oder zumindest ihren Gesundheitszustand zu verbessern. Patient/innen erwarten im Gegenzug von uns, dass wir ihnen dabei helfen, gesund zu bleiben, oder wieder gesund zu werden.🤝 Diese sehr spezielle therapeutische Beziehung ist zentraler Sinn und Zweck der Medizin, ist das eigentliche Fundament der Gesundheitsversorgung.⚕️ Um diese Kern-Motive muss sich ein modernes Gesundheitssystem gruppieren. Das sollten Gesundheitspolitik, Sozialversicherungen und Spitalsträger nicht aus den Augen verlieren. Wir erwarten, dass sie alle ihre Beiträge dazu leisten, die vertrauensvolle Beziehung zwischen Arzt und Patient zu ermöglichen und zu fördern.📋 Ich wünsche mir für Österreich keine Excel-Listen-Medizin, und keine überbürokratisierte oder von Betriebswirten und Gesundheitsökonomen gesteuerte Versorgung. Denn das ginge zu Lasten der genannten Kern-Motive.
🌍 Diese Überlegungen haben aber auch eine – leider sehr aktuelle – internationale Komponente. Wir werden tagtäglich Zeugen blutiger Dramen, bei denen Ärzt/innen bedroht und an ihrer Arbeit gehindert werden.🕊️ An vielen Orten der Welt wird das Menschenrecht auf Gesundheitsversorgung mit Soldatenstiefeln getreten, und die internationale Gemeinschaft ist dringend gefordert, alle zur Verfügung stehenden Mittel zu ergreifen, um solche schweren Verstöße zu beenden und zu ahnden. Ärzt/innen müssen ihre Aufgaben ohne Behinderung, Einmischung oder Angst vor Repressalien ausüben können.