11/04/2026
Ein schief stehender Schweif beim Pferd
Oft höre ich die Aussage: Der Schweif meines Pferdes steht schief, es hat eine ISG-Blockade. Was bedeutet ein schief stehender Schweif nun wirklich?
Der Schweif steht immer in die Richtung des größten Muskeltonus. Dieser kann aus dem Bereich des Iliosacralgelenkes kommen, muss aber nicht zwangsläufig immer dort lokalisiert sein. Es kann auch die Schweifmuskulatur sein oder die Rückenmuskulatur weiter vorne.
Deshalb: Das Symptom schiefer Schweif bedeutet zunächst nur, dass hier ein erhöhter Muskeltonus auf der betroffenen Seite vorhanden ist. Die genaue Lokalisation muss man erst herausfinden.
Für den praktischen Umgang bedeutet das Folgendes: Ein schiefer Schweif ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Hinweis auf eine muskuläre oder funktionelle Dysbalance im Rücken- oder Iliosakralbereich des Pferdes. Man sollte es daher als Alarmzeichen betrachten, das eine weitere Abklärung erfordert. .
Die mögliche Bandbreite der Ursachen reicht von geringfügigen muskulären Verspannungen bis hin zu strukturellen Problemen im Iliosakralgelenk (ISG) oder in den umliegenden Strukturen. Es kann eine akute Überlastung nach intensiven Trainingsphasen oder eine schlechte Haltung während der Arbeit, beim Longieren oder beim Reiten gewesen sein. Eine wiederkehrende oder chronische Schiefhaltung des Schweifs kann auch durch unausgeglichene Muskelanspannung entlang der Rückenlinie erklärt werden, zum Beispiel durch Verspannungen der langen Rückenmuskeln oder der Tiefenmuskulatur der Hinterhand. Ob tatsächlich eine ISG-Blockade vorliegt, lässt sich also nicht allein am Schweifstand feststellen.