19/03/2026
Es fühlt sich gerade manchmal ein bisschen schräg an.
In einer Welt, in der so viel Chaos und Krieg herrscht,
über inneren Frieden zu sprechen, Yoga zu praktizieren
und sich auf die eigene Kraft zu konzentrieren.
Und vielleicht sogar etwas zu genießen. Yoga Retreats, Urlaube, gutes Essen.
Oft wird Yoga dafür genutzt, eine eigene Bubble zu schaffen,
in der nur Licht und Liebe herrscht –
und alles andere ausgeblendet wird - Spiritual Bypassing genannt.
Doch Yoga ist kein Rückzug aus der Welt.
Yoga ist eine Vorbereitung, ihr zu begegnen.
Wenn ich gestresst, überfordert und im Fight/Flight-Modus bin,
kann ich nicht klar denken, nicht mitfühlend handeln und nicht wirklich präsent sein.
👉 Yoga hilft uns, wieder reguliert zu sein.
Und genau daraus entsteht echte Stärke.
Ich merke das ganz oft:
Nach dem Yoga bin ich eine kleine Version besser als vorher.
Nicht im Sinne von Selbstoptimierung
(nicht schöner, nicht besser im Außen)
sondern…
weniger grantig,
geduldiger,
mitfühlender.
Ein wunderschöner Text, den meine Lehrer im Jivamukti Yoga Barcelona diese Woche geteilt haben – und den ich auch in meinen Klassen vorgelesen habe – geht sogar noch weiter:
“Our work is as important as ever.
Our calling is to be strong,
to hold space for others,
and to carry the promise of a better world.”
Und das hat mich sehr berührt.
Denn unsere Aufgabe ist nicht, die Welt zu retten.
Wir müssen:
– keine Antworten haben
– nichts lösen
– nichts perfekt machen
Aber wir können durch unsere Praxis
wieder mehr bei uns ankommen.
Uns selbst besser spüren.
Unser Nervensystem regulieren.
Tools für den Alltag mitnehmen.
Uns an unsere eigene Kraft erinnern.
Und vielleicht ist genau das der Anfang.
Denn Yoga hilft uns, stabil zu bleiben –
damit wir dem Leben und der Welt bewusst begegnen können.