23/01/2026
Es gibt etwas, das mich immer wieder berührt, wenn ich ältere Paare sehe, die seit vielen Jahren zusammen sind. Nicht, weil alles perfekt wirkt, sondern weil man spürt, dass da etwas gewachsen ist. Über Zeit. Über Krisen. Über Phasen, in denen es sicher nicht immer leicht war.
Gerade in einer Gesellschaft, in der vieles schnell austauschbar geworden ist. Wenn es schwierig wird, wird gewechselt. Beziehungen werden manchmal behandelt wie ein kaputtes Kleidungsstück. Die Ansprüche an den Partner sind hoch, auf beiden Seiten, während die Bereitschaft, an etwas zu arbeiten, oft geringer geworden ist.
Darum geht es mir nicht um jung oder alt. Es gibt glückliche Paare in jedem Alter. Aber es gibt auch viele Beziehungen, die bestehen bleiben, nicht aus Liebe, sondern aus Gewohnheit. Gewohnheit ist ein starker Klebstoff. Man bleibt zusammen aus Angst vor Veränderung, wegen finanzieller Gründe, wegen des Umfelds oder weil man nicht weiß, was sonst kommen soll. Und nicht selten leidet dabei mindestens einer.
Dann lohnt es sich, innezuhalten und sich ehrlich zu fragen:
Bin ich glücklich mit dem Menschen, mit dem ich lebe?
Bin ich glücklich an dem Ort, an dem ich bin?
Bin ich glücklich mit dem, was ich täglich tue?
Diese Fragen sind unbequem, aber wichtig. Denn Gesundheit hat nicht nur mit Ernährung, Bewegung oder Blutwerten zu tun, sondern auch mit innerer Stimmigkeit. Mit dem Gefühl, am richtigen Platz zu sein.
Nicht Perfektion, sondern die Entscheidung, immer wieder hinzuschauen und dranzubleiben.