Ewald Lochner

Ewald Lochner Koordinator für Psychiatrie, Sucht- und Drogenfragen der Stadt Wien

„Kokain-Boom in Wien“ – solche Schlagzeilen sorgen für Aufmerksamkeit, werfen Fragen auf und verunsichern. Oft führen si...
20/03/2026

„Kokain-Boom in Wien“ – solche Schlagzeilen sorgen für Aufmerksamkeit, werfen Fragen auf und verunsichern. Oft führen sie aber auch zu vorschnellen und vereinfachten Schlussfolgerungen. Sucht- und Drogenpolitik in einer Stadt wie Wien ist komplex. Sie braucht einen differenzierten Blick.

Umso wichtiger ist es, das aktuelle Abwassermonitoring faktenbasiert einzuordnen. Ja, die Daten zeigen einen Anstieg der Kokainkonzentration im Abwasser. Sie kann jedoch keine Aussage darüber treffen, wie hoch der Drogenkonsum in Österreich ist. Faktoren wie eine höhere Reinheit und Potenz der Substanz – wie sie bei Kokain der Fall ist – erhöhen die gemessene Konzentration.
Gleichzeitig bleibt Wien im europäischen Vergleich im Mittelfeld, und viele andere Substanzen entwickeln sich stabil.

Abwassermonitoring ist ein hilfreiches Instrument, um Trends sichtbar zu machen. Es zeigt, was in einer Stadt passiert – kann aber nicht alles erklären. Daher kann die Anzahl der Konsument*innen nicht eindeutig aus den Daten abgeleitet werden. Andere unnatürliche Methoden, bei denen Substanzen im Abwasser landen (z. B. Wegspülen), können im Abwassermonitoring ebenfalls nicht abgebildet werden. Entscheidend ist: Diese Daten sind nur ein Baustein. Ein umfassendes Bild entsteht erst durch verschiedene Perspektiven – etwa aus Beratung, Drug Checking und anderen Angeboten. Sie zeigen auch, dass Konsumtrends von vielen Faktoren abhängen, wie Verfügbarkeit, Preis oder gesellschaftlichen Entwicklungen.

Wichtig ist mir die Einordnung: Illegale Substanzen stehen oft im Fokus der öffentlichen Debatte, während Alkohol und Nikotin nach wie vor die größten gesundheitlichen Herausforderungen darstellen. Sachliche Information und ein differenzierter Blick sind entscheidend, um Entwicklungen realistisch einzuordnen und passende Maßnahmen zu setzen.

Auch die Psychosozialen Dienste in Wien waren im Rahmen der Wiener Frauenwoche im Offenen Rathaus.Primaria Eleonore Mill...
09/03/2026

Auch die Psychosozialen Dienste in Wien waren im Rahmen der Wiener Frauenwoche im Offenen Rathaus.
Primaria Eleonore Miller-Reiter (stv. Chefärztin PSD-Wien), Heike Hromatka (stv. kaufmännische Leiterin PSD-Wien) und Lisa Brunner (Leiterin des Instituts für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien) stellten das dichte Netz an psychosozialen Beratungs-, Unterstützungs- und Behandlungsangeboten in Wien vor.
Denn: Psychische Gesundheit von Frauen ist nicht nur eine individuelle, sondern auch eine politische Frage. Strukturelle Benachteiligung, geschlechtsspezifische Gewalt, ungleiche Verteilung von Care-Arbeit und soziale Ungleichheit wirken sich direkt auf die psychische Gesundheit aus. Wien investiert daher gezielt in gendersensible Angebote, damit Frauen die Unterstützung bekommen, die sie brauchen – ohne Scham und ohne Hürden.

Es gibt Hilfe – und niemand muss den ersten Schritt alleine gehen. Frauen, die Unterstützung bei psychischen Krisen und Erkrankungen suchen, können sich jederzeit und kostenfrei an den PSD-Wien wenden. Der Sozialpsychiatrische Notdienst ist 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche erreichbar: 01 31330

Psychische Gesundheit ist auch eine feministische Frage! Frauen tragen noch immer einen großen Teil der unbezahlten Sorg...
08/03/2026

Psychische Gesundheit ist auch eine feministische Frage!
Frauen tragen noch immer einen großen Teil der unbezahlten Sorgearbeit. Sie erleben häufiger Gewalt.
Und wenn sie Grenzen setzen, wütend sind oder über Belastung reden, wird ihnen oft vorgeworfen, zu emotional oder zu sensibel zu sein – all das hat Auswirkungen auf die psychische Gesundheit.

Psychische Gesundheit bedeutet auch, ernst genommen zu werden.
Denn psychische Belastung ist kein persönliches Versagen. Sie entsteht oft in einem gesellschaftlichen Umfeld, das zu viel verlangt und ungerecht ist.

Deshalb ist es wichtig die Lebensrealitäten von Frauen ernst zu nehmen – und die Belastungen, die daraus entstehen können.
Denn psychische Gesundheit ist nicht geschlechtsneutral!

Neben dem hohen psychischen Abhängigkeitspotenzial hat die illegale Substanz massive Auswirkungen auf das gesamte Herz-K...
18/02/2026

Neben dem hohen psychischen Abhängigkeitspotenzial hat die illegale Substanz massive Auswirkungen auf das gesamte Herz-Kreislauf-System – selbst bei einmaligem Konsum. Als Stadt Wien setzen wir neben Aufklärung und Entstigmatisierung auch auf die Stärkung der eigenen Risikokompetenz, beispielsweise durch unser wissenschaftlich begleitetes Drug-Checking-Programm„checkit!”. Mehr dazu findet ihr im aktuellen !

Heute war der ORF zu Gast, um mit uns über die Drogen- und Suchtstrategie der Stadt Wien zu sprechen. Sucht ist keine Wi...
17/02/2026

Heute war der ORF zu Gast, um mit uns über die Drogen- und Suchtstrategie der Stadt Wien zu sprechen. Sucht ist keine Willenschwäche, sondern eine Krankheit. Viele Betroffene berichten, dass die damit einhergehende Stigmatisierung oft ein Hindernis ist, sich Hilfe zu holen. Wir wissen aber: Darüber reden hilft, um Stigmatisierung in unserer Gesellschaft langfristig abzubauen. Den gesamten Beitrag seht ihr nächste Woche in der Sendung „Aktuell nach eins“ auf ORF 2!

In Wien ist uns besonders wichtig, dass psychische Gesundheit nicht isoliert gedacht wird: Gute Versorgung braucht Verne...
28/01/2026

In Wien ist uns besonders wichtig, dass psychische Gesundheit nicht isoliert gedacht wird: Gute Versorgung braucht Vernetzung, Zusammenarbeit und starke Strukturen. Genau diesen Austausch stellt das Kinder- und Jugendpsychiatrisches Ambulatorium Floridsdorf (KJPA 21) anlässlich des einjährigen Bestehens in den Mittelpunkt. Ein Tag der offenen Tür für Kooperationspartner*innen und Multiplikator*innen im Austausch rund um multiprofessionelle Behandlung für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern.

Ich habe mich in den letzten Tagen zu aktuellen Berichten über Kokainkonsum geäußert, weil mir eine faktenbasierte Einor...
12/01/2026

Ich habe mich in den letzten Tagen zu aktuellen Berichten über Kokainkonsum geäußert, weil mir eine faktenbasierte Einordnung, die über Schlagzeilen hinausgeht, wichtig ist.
Ja, wir sehen in Beratung und Drug Checking mehr Anfragen zu Kokain, und auch aktuelle Berichte zeigen einen Anstieg. Die Gründe für Konsum und für die beobachtete Zunahme sind vielfältig. Kokain wirkt aufputschend, kann das Selbstbewusstsein steigern und kurzfristig ein höheres Leistungsgefühl erzeugen – das passt zu dem hohen Leistungs- und Erfolgsdruck in unserer Gesellschaft. Gleichzeitig ist die Verfügbarkeit durch Globalisierung und Digitalisierung gestiegen, während Risiken oft unterschätzt werden.
Wichtig ist mir die Klarstellung: Jeglicher Kokainkonsum ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden, sowohl für die Psyche als auch den Körper. Sachliche Aufklärung und eine differenzierte Betrachtung sind entscheidend, um Risiken realistisch einzuordnen und passende Unterstützungsangebote zugänglich zu machen.

Menschenrechte gelten für alle – jeden Tag.Dazu gehört auch das Recht auf psychische Gesundheit: frei von Gewalt, frei v...
10/12/2025

Menschenrechte gelten für alle – jeden Tag.
Dazu gehört auch das Recht auf psychische Gesundheit: frei von Gewalt, frei von Angst, frei von Diskriminierung.

Wenn wir heute den Internationalen Tag der Menschenrechte begehen und gleichzeitig die 16 Tage gegen Gewalt an Frauen enden, wird eines klar: Gewalt – ob körperlich, sexualisiert, digital oder psychisch – hat große Auswirkungen auch auf die psychische Gesundheit von Betroffenen.

Wer Gewalt erfährt, braucht Schutz, Sicherheit und Unterstützung. Denn psychische Gesundheit ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht.

Ein Recht darauf, gehört und ernst genommen zu werden.
Ein Recht auf gute Betreuung.
Ein Recht darauf, gute Behandlung zu erfahren.

Damit das möglich ist, müssen wir hinschauen, Verantwortung übernehmen und Betroffenen beistehen.
Gewalt ist niemals ein individuelles Versagen – sondern ein gesellschaftlicher Auftrag, sie zu verhindern.
Lasst uns weiter gemeinsam daran arbeiten, dass niemand allein bleibt. Dass Hilfe zugänglich ist.
Und dass wir ein Miteinander schaffen, in dem jede*r ein gutes, selbstbestimmtes Leben führen kann.

👉 Infos & Hilfe:
24-Stunden-Frauennotruf: 01 71 71 9
Psychosoziale Hilfe: 01 31 330

Heute ist Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen.Alle Menschen verdienen Aufmerksamkeit, Verständnis und Ang...
03/12/2025

Heute ist Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen.

Alle Menschen verdienen Aufmerksamkeit, Verständnis und Angebote, die auf individuelle Bedürfnisse eingehen, selbstverständlich auch Menschen mit Behinderungen – ob sichtbar oder unsichtbar.

Inklusion heißt nicht nur Zugänglichkeit von Gebäuden — sondern gesellschaftliche Teilhabe, Respekt und echte Beteiligung. Jeder Mensch soll mitreden, mitgestalten, mitentscheiden können. Das gilt auch für psychische Gesundheit.

Deshalb gibt es im PSD-Wien z.B. die Spezialambulanz SOMBA (SOzialpsychiatrie für Menschen mit Behinderungen und Autismuszentrum). Hier werden Menschen und deren Angehörige untersucht, behandelt, betreut und begleitet wir Menschen und deren mit schweren Beeinträchtigungen bzw. Erkrankungen wie etwa Erwachsene mit angeborener und/oder frühkindlich erworbener Intelligenzminderung sowie zusätzlich auftretender Verhaltensstörung und/oder psychiatrischer Komorbidität oder auch Erwachsene mit Störungen aus dem Autismusspektrum.
Hier arbeitet ein spezialisiertes, multiprofessionelles Team bestehend aus Ärzt*innen, Psycholog*innen, Sozialarbeiter*innen sowie Expert*innen aus Pädagogik, Physiotherapie und Pflege. Das spezialisiert ist auf komplexe psychosoziale Problem- und Fragestellungen, für deren Lösung es mehrere Berufsgruppen und intensive Betreuung benötigt.

02/12/2025

Der ORF berichtet über das neue KJPA14 in Penzing: Hier werden künftig rund 600 Kinder und Jugendliche pro Jahr ambulant behandelt. Insgesamt stehen in Wien damit an fünf Standorten Angebote für etwa 3.000 junge Menschen pro Jahr zur Verfügung.

Das Kinder- und Jugendpsychiatrische Ambulatorium Penzing ist seit Oktober am neuen Standort in modernen, kindgerechten ...
01/12/2025

Das Kinder- und Jugendpsychiatrische Ambulatorium Penzing ist seit Oktober am neuen Standort in modernen, kindgerechten Räumen in Betrieb. Mit dem neuen Standort stärken wir die psychosoziale Versorgung junger Wiener*innen. Hier arbeiten 36 Expert*innen und unterstützen rund 600 junge Wiener*innen pro Jahr – mit Einzel- und Gruppentherapien, Tagesklinik, Bewegungs- und Rückzugsbereichen sowie Musik-, Ergo- und Physiotherapie.

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Für Beratung und Terminvereinbarungen:
First Level Support (FLS) – 01 / 31330, fls@psd-wien.at (werktags 8–20 Uhr)

Heute ist der Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Ein Anlass, der weit mehr ist als ein Datum i...
25/11/2025

Heute ist der Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Ein Anlass, der weit mehr ist als ein Datum im Kalender. Gewalt, strukturelle Benachteiligung und fehlende Selbstbestimmung wirken sich massiv auf die psychische Gesundheit aus. Und genau darüber müssen wir sprechen.
Ein Beitrag vom ZIMT-Magazin (www.instagram.com/p/DQT8NydiMOr/) hat mich zuletzt besonders beschäftigt: Was hat Protest eigentlich mit mentaler Gesundheit zu tun? Die Antwort ist klarer, als wir oft denken.

Beim Frauen*streik im Oktober wurde nicht nur auf Care-Arbeit, unfaire Belastungen und strukturelle Gewalt aufmerksam gemacht – es ging auch darum, wie all das Frauen psychisch belastet. Wer täglich mehr Verantwortung trägt, mehr Care-Arbeit leistet und häufiger Gewalt erlebt, lebt auch mit mehr Stress, mehr Erschöpfung und einer höheren Burnout-Gefahr. Studien zur psychischen Gesundheit in Wien zeigen das seit Jahren.

Und genau deshalb ist Protest nicht nur politisches Statement, sondern auch Selbstschutz. Ein Weg, wieder Handlungsspielraum zu spüren. Ein Ventil – und gleichzeitig ein klarer Schritt in Richtung Selbstbestimmung.
Protest darf unbequem sein. Er soll Probleme sichtbar machen. Solange er friedlich bleibt, ist er ein Grundrecht, das wir gerade jetzt auch in Verbindung mit psychischer Gesundheit sehen sollten!
Diesen Gedanken nehmen wir mit in die kalte Jahreszeit.
Weil Reden, Sichtbar-machen und Handeln zusammengehören.

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Prater

Telefon

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