18/01/2026
Ich war nie gut darin zu bitten.
Nicht um Hilfe.
Nicht um Liebe.
Nicht darum, dass jemand mir den Raum hält, den ich so selbstverständlich für andere öffne.
Ich habe gelernt zu sagen:
Ich halte. Ich trage. Ich entwickle. Ich helfe.
Und mir einzureden, dass das genügt.
Dass Erfüllung dort endet, wo ich selbst aufhöre zu brauchen.
Es fühlte sich leichter an, alles allein zu tragen.
So zu tun, als wäre ich vollständig, unangreifbar, unabhängig.
Als würde mein Herz keine Hände brauchen, die es halten.
Doch die Wahrheit ist leiser – und viel schwerer:
Ich brauche.
Mehr, als ich je ausspreche.
Ich weiß nur nicht, wie man bittet, ohne sich klein zu fühlen.
Ohne das alte Zittern im Körper, das flüstert:
Du bist zu viel. Du bist eine Last.
Also bleibe ich still.
Selbst wenn meine Brust schmerzt von all den unausgesprochenen Worten.
Selbst wenn meine Seele sich danach sehnt, wirklich gesehen zu werden.
Denn fast nichts tut so weh wie Hoffnung.
Und nichts ist schlimmer, als sich zu öffnen
und auf Leere zu stoßen.
Ich kenne diese Rolle gut –
die Starke, die Führende, die, an die sich alle anlehnen.
Ich weiß, wie schwer Vertrauen wird,
wenn man gelernt hat, dass Halt jederzeit verschwinden kann.
Ich bin noch auf dem Weg der Heilung dieser alten Wunde:
Wenn ich nicht halte.
Wenn ich nicht gebraucht werde.
Dann werde ich nicht geliebt.
Doch was wäre, wenn…
…das Retten anderer nie der Beweis für unseren Wert war?
Was, wenn wir nicht hier sind, um uns selbst zu vergessen,
sondern um uns mitzunehmen?
Was, wenn es Menschen gibt,
die nicht gehen, wenn wir endlich sagen:
Ich brauche dich.
Vielleicht beginnt Heilung genau dort –
nicht im Noch-mehr-Geben,
sondern im Erlauben.
Im ersten, zögerlichen Atemzug, der sagt:
Ich darf gehalten werden.
Und vielleicht sind wir nicht zu viel.
Vielleicht waren wir nur zu lange allein..