17/07/2025
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Die Grundhaltung in der Wildnispädagogik 🌿🐾
Egal ob wir bereits Menschen in der Natur begleiten oder nicht – ganz wichtig ist nicht zuerst unser Tun, sondern unser Sein. Wie wach, präsent und in Verbindung mit allem bist du, wenn du draußen bist?
Es gibt viele Arten und Weisen draußen zu sein. Wir können Natur als Kulisse betrachten, um dort Sport zu treiben, zu Rad zu fahren oder kiten zu gehen. Oder wir können uns darauf besinnen, dass der kleine Wald um die Ecke ein eigener kleiner Mikrokosmos und Lebensort ist, in den wir eintreten. In dem eine Vielzahl von Wesen leben, geboren werden, atmen, wachsen, sich zur Verfügung stellen und auch wieder vergehen, so wie wir. 🐞🌳
Deine Haltung verändert alles, wenn du draußen bist, denn wenn du langsamer, rezeptiver und lauschender wirst, werden auch die Wesen des Waldes dich als Teil dieser Gemeinschaft wahrnehmen. Nicht als Eindringling, der stört und dann wieder verschwindet.
Ich erinnere mich noch gut an eine Gruppe Erzieher:innen, die ich gemeinsam mit einem Kollegen ein Jahr lang ausbildete. Sie waren ein Kita-Team, dass sich zum Ziel gesetzt hatte „Wildwuchs- Naturkindergarten“ zu werden. Am Ende des Jahres – in dem wir gemeinsam Feuer gemacht, geschnitzt, gejournalt, gespielt, gebaut und gewerkelt, gesungen und durch alle Jahreszeiten hindurch mit und von der Natur gelernt hatten – fragten wir die Gruppe, was für sie das Wichtigste gewesen war, dass sie in diesem Jahr erfahren hatten. Was war die eine Perle dieses wilden Jahres? Eine der Erzieher:innen sagte: „Es hat mich so sehr berührt, wie liebevoll ihr mit den Pflanzen wart. Wie ihr mit ihnen Kontakt aufgenommen habt, bevor wir irgendetwas mit ihnen gemacht habt. Ihr seid ihnen begegnet, so wie ich den Kindern hier begegne. Mit Zartheit, mit Liebe und Wertschätzung, auf Augenhöhe, und so einfühlsam in jedem Kontakt.“
Häufig glauben wir, wir müssten 1000 Methoden beherrschen, alle Wildnishacks kennen und jede Frage beantworten können. Aber ganz oft ist es einfach unser Sein, dass den größten Unterschied macht. Jon Young hat einmal gesagt: „Eure Methodenkompetenz ist zweitrangig. Viel wichtiger ist, dass ihr fühlt und lebt, was ihr lehrt.“ ❤️