24/05/2019
Gleiches Getränk, aber die deutsche Fanta enthält doppelt so viel Zucker wie die britische. Bei Sprite ist es sogar fast die dreifache Menge. Wie kann das sein? Die Stiftung Warentest hat beliebte Softdrinks im Online-Handel von Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Portugal und Norwegen gekauft und die jeweiligen Zuckerangaben verglichen.
In Deutschland stecken in einem 0,5-Liter-Glas Fanta oder Sprite je 45,5 Gramm Zucker. In Großbritannien ist es viel weniger: Dort nehmen Softdrinkfans mit 0,5 Liter Fanta 23 Gramm Zucker auf, mit 0,5 Liter Sprite aber gerade mal 16,5 Gramm. Ähnlich bei Schweppes Indian Tonic Water: Die britische Variante hat 45 Prozent weniger Zucker als die deutsche. Nur in Norwegen sind Softdrinks teils noch zuckriger als in Deutschland. In Frankreich und Portugal liegen sie meist dazwischen.
Dass in Großbritannien Softdrinks zuckerärmer sind, könnte an der Zuckersteuer liegen. Umgerechnet 21 Cent werden dort seit 2018 für jeden Drink erhoben, der mehr als 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter enthält. Schon vor Inkrafttreten der Steuer hatten Anbieter ihre Rezepturen auf deutlich weniger Zucker umgestellt. Allerdings nutzen sie bei Fanta und Sprite Süßstoffe. Die deutsche Politik setzt stattdessen auf freiwillige Einsicht der Anbieter – bislang ohne großen Erfolg.