29/01/2026
Viele meiner Patientinnen und Patienten tragen als Erinnerung an das Glatteis der vergangenen Tage einen Gips.
Absolut in Führung ist der klassische Unterarmgips, zumeist als Spaltgips in den ersten Tagen, doch bei der ersten Röntgenkontrolle wird dann oft eine Frage gestellt: Gips für 5~6 Wochen oder Operation?
Ich kann Ihnen die Entscheidung nicht abnehmen, aber ein paar Vorschläge für das Gespräch in der Unfallambulanz geben.
Eine Operation mit Verplattung hat den großen Vorteil, dass die Stabilisierung und Positionierung perfekt sind, die Gipstragedauer ist kürzer - aber es ist zumindest eine Operation, zumeist auch eine zweite Operation zur Materialentfernung.
Wenn die Bruchenden gut zueinander stehen, kann eine konservative Therapie mit konsequenter Ruhigstellung im geschlossenen Rundgips ausreichend sein.
Natürlich gibt es da in alle Richtungen Optionen. Bleiben wir beim Unterarmbruch:
Für viele Brüche ist der klassische Unteramgips vollkommen ausreichend.
Handelt es sich um Probleme im Bereich des Daumens, kann eine Ruhigstellung des Daumengrundgelenks in Erwägung gezogen werden, bei Verletzungen des Kahnbeins ist ein Einschluss des Daumengrundgelenks beinahe immer nötig.
Um Drehbewegungen des Unterarms zu unterbinden wird häufig ein Oberarmgips angelegt. Bei Kahnbeinbeinverletzungen wird häufig mit einem Oberamgips mit Daumeneinschluss gestartet.
Die Frage Weißgips oder Kunststoff würde ich von der Stabilität der Bruchenden abhängig machen.
Als erster Gips wird beinahe immer ein Weißgips angelegt. Bei unverschobenen Bruchenden oder bereits erfolgter Konsolidierung kann der Wechsel auf einen Kunststoffgips in Erwägung gezogen werden.
Die Finale Entscheidung ersuche ich Sie bei der Befundbesprechung in der Unfallambulanz zu treffen.
Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Gipsverbände und Behandlungsoptionen gerne hier als Kommentar posten
Alles Gute!