15/03/2026
Siri Hustvedt ist 71 Jahre alt, vor 23 Jahren schaffte sie als Schriftstellerin mit ihrem Roman „Was ich liebte“ den internationalen Durchbruch. Hustvedt, die Akademikerin, die promovierte Literaturwissenschaftlerin, wurde erst später zu einem Star. In ihren Essays sucht sie Antworten auf die einfachsten, elementaren Fragen, über das Verhältnis von Geist und Körper etwa. Von innen nach außen, so bewegt sich Hustvedts Blick in vielen ihrer Essays, in denen sie über Bilder von Louise Bourgeois, ihre eigenen wiederkehrenden Migräneanfälle oder, nach einem Autounfall, über die Beschaffenheit des Ich nachdenkt.
Jetzt hat Siri Hustvedt ein Buch über ihre Trauer um den vor zwei Jahren verstorbenen Ehemann Paul Auster geschrieben, der als Schriftsteller nicht weniger berühmt war als sie. Wieder bleibt sie nicht bei sich selbst, sondern will durchdringen, was das Wesen von Trauer und Liebe eigentlich ausmacht:
„Das Paradoxe an der Trauer ist, dass man weiterhin liebt, aber der, den man liebt, ist nicht mehr da. Diese Liebe zur Abwesenheit wird zu einer Art Präsenz, man liebt also einen Geist. Und diese Liebe verschwindet nicht. Das ist das Paradoxon trauernder Menschen. Man kann wirklich nichts dagegen tun.“
Ein Gespräch über Erinnerungen und Geister – jetzt mit SZ Plus lesen:
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