20/02/2020
Stöber gerade in den vielen tollen Geburtsberichten, die ich von meinen Kurseltern in den letzten 10 Jahren bekommen habe und freue mich so, dass so viele so gut mit Hypnobirthing arbeiten können.....und da ich für diesen Bericht damals das Ok bekommen habe, ihn online zu stellen, möchte ich ihn mit euch teilen😊!
„Liebe Angela!
Jetzt ist unsere Geburt schon fast ein Jahr her (unsere Geburt war am 5.6.2016), und ich habe dir immer noch nicht darüber geschrieben. Es tut mir leid, seit Mia da ist, ist alles anders. Doch ich wollte dir unser Geburtserlebnis schreiben - denn es war ein tolles Erlebnis!
Mia ließ sich Zeit und kam erst 8 Tage nach dem errechneten Termin. Am Abend des 7. Tages ging es gegen 22h los. Zuerst begannen leichte Wellen, alle 7 Minuten ca, die immer intensiver wurden. Wir gingen ins Bett, um zu schlafen, und die Wellen gingen weiter...alle 6-7 Min, und dauerten ca 1 Min. Ich weiss nicht mehr, ob ich geschlafen habe, auf jeden Fall konnte ich mit der Wellenatmung ziemlich gut mitatmen und mich in den Pausen ausrasten. Am Morgen kamen dann die Geburtswellen schon alle 5 Minuten und in einer Intensität, dass ich währenddessen nichts mehr anderes machen konnte, ausser bei mir sein und zu atmen. Wir beschlossen, ins Spital zu fahren, um die Lage abzuklären und dort behielten sie uns dann gleich, denn der Muttermund war bereits 4 cm geöffnet. Die uns betreuende Hebamme Agnes (wir waren im göttlichen Heiland zur Geburt und hatten keine eigene Hebamme) war entzückend, sehr ruhig, vertrauenserweckend und motivierend zu gleich. Als ich ihr sagte, ich hätte mich mit Hypbobirthing vorbereitet, fragte sie mich, wie sie mich unterstützen könne. Ich atmete die ganze Zeit weiter mit meiner Wellenatmung und es klappte super. Agnes schickte uns in den Garten, in die Cafeteria...dort gingen wir überall herum, aber am liebsten wollte ich liegen oder sitzen, während der Wellen. Um 14h machte sie die nächste Kontrolle, und die Muttermund war 5-6 cm geöffnet. Danach ging ich in die Badewanne. Das war sehr entspannend, und da merkte ich dann, wie die Wellen intensiver wurden. Sie kamen alle 3 Minuten und dauerten dann schon 1 1/2Minuten. Als ich aus der Wanne rausging (erst wusste ich garnicht, wie ich das machen sollte), wollte ich dann noch einen Einlauf (ich würde das wirklich empfehlen zu machen...ich habe mich dadurch ungehemmter, freier gefühlt in der Geburtsphase)...und nach dem Einlauf schickte mich Agnes nochmal ins Zimmer, aber dort wollte ich nicht mehr lange sein. So ca um 17h wollte ich in den Kreissaal, dort bin ich noch zu Fuß hingegangen. Agnes maß den MM, und er war 8 cm offen. Die letzten beiden cm waren die "anstrengendsten", so kann ich mich erinnern, denn bis dahin konnte ich mit der Wellenatmung die Wellen immer nach oben atmen. Bei diesen beiden cm aber ging es nicht mehr in eine Richtung, sondern ich hatte das Gefühl, als würde es in alle Richtungen ziehen. Der Bauch krampfte, und ich begann zu singen!
Ich erinnere mich heute, dass ich damals sagte:"Boa, tut das weh!" Aber heute ist es nicht als Schmerz abgespeichert. Ich weigere mich nach wie vor, die Geburt mit Schmerz in Verbindung zu setzen - das Empfinden ist etwas Anderes, ausserhalb der Serie, etwas für das wir kein Wort haben.
Als wir dann in die Geburtsphase kamen, war es wieder einfacher, denn es gab wieder eine Richtung, in die ich atmen konnte. Trotzdem glaub ich, ist hier ziemlich der instinkt mit mir durchgegangen, und ich - so erinnere ich mich - dachte nicht mehr viel an, wie ich atmen soll. Die Hebamme (in der Zwischenzeit war Schichtwechsel, und wir hatten eine andere, Sara) war wirklich super, sie ließ uns komplett alleine machen. Aber ich erinnere mich, dass es sehr wichtig für mich war, dass jemand anwesend war. Sara erinnerte mich sehr ruhig immer wieder daran, an etwas Offenes zu denken und meinen Mund auf und locker zu lassen.
Ich war in einer knieenden Position, auf dem Bett, und stützte mich am oberen Rand ab. Die Hebamme dunkelte den Raum ab, das Fenster stand offen und draussen regnete es...es war irgendwie total schön. Ich kniete da, immer wieder musste ich was trinken. Während einer Welle dachte ich mir, jetzt muss doch dann bitte endlich mal was kommen - und dann ging es platsch, und die Fruchtblase platzte. Und dann, um 20.32h, kam Mia...langsam, ich glaube, am Ende waren es 3 oder 4 Wellen, zuerst der halbe Kopf, dann der ganze Kopf, und dann SIE!! Sergi, mein Freund und IHR Papa hielt seine Hände auf, um sie auf ihrem 1. Weg auf diese Welt zu begleiten.
Die Hebamme meinte noch, dass während der Geburt Mia total entspannt war, sie tat so, als wäre gar keine Geburt, ihre Herztöne waren die ganze Geburt konstant. Erst zum Schluss, als sie mitmachen musste, gingen die Herztöne in die Höhe.
Es war die ganze Zeit kein Arzt dabei, nur die Hebamme, Sergi, Mia und ich. Als sie da war, schaute sie uns an...diesen ersten Moment werde ich mein ganzes Leben nicht vergessen...immer und immer wieder sehe ich ihn auch noch jetzt vor mir, als ob es geradeeben gewesen wäre...etwas Magisches hat es schon, so ein Geburtserlebnis. Mia wog 4,09 kg und war 55 cm groß...rundum gesund, und sie hatte eine gute Farbe.
Alles in Allem war unsere Geburt eine wirklich gelungene, runde Sache, und ich habe so eine Freude, sie so erlebt zu haben. Gleich danach, als Mia auf mir lag, fragte mich Sergi, ob ich noch ein Kind möchte, und ich sagte ohne zu zögern JA.
Hypnobirthing hat mir sehr geholfen, mich zu entspannen (auch schon lange vor der Geburt) und darauf zu vertrauen, dass der Körper gebären kann und dass das Baby auf die Welt kommen kann... einfach so, wenn man sie lässt.
Ich bedanke mich nochmals bei Dir für den tollen Hypnobirthing Geburtsvorbereitungskurs und werde ihn gerne weiterempfehlen. Alles Liebe und viele liebe Grüße senden
Kathi mit Mia und Sergi“