01/04/2026
In den letzten Tagen habe ich mich gefragt, warum mich manches gerade so tief trifft.
Unerfüllte Erwartungen waren nur ein Aspekt. Darunter lag etwas Älteres. Eine Traurigkeit, die ich schon aus früheren Zeiten kenne. Das Gefühl, mit etwas Echtem da zu sein — und trotzdem nur wenig Resonanz zu spüren.
In einem inneren Bild erschien mir ein Spiegel.
Ein großer Spiegel mit einem Rahmen aus Mosaiksteinen.
Dieses Bild stand für mich. Es stellte mich dar und hat mich sofort tief berührt.
Denn der Rahmen erzählte von allem, was mich geprägt hat: Brüche, Enttäuschungen, Wachstum, Wandlung, Erfahrungen, tiefe Erkenntnisse. Die Spiegelfläche selbst war intakt, klar und unversehrt.
Und doch lag Nebel darüber.
Erst dachte ich: Das ist die Unklarheit. Die verschwommene Sicht. Vielleicht auch die Frage, warum manches im Außen noch nicht so sichtbar wird, wie ich es mir wünsche.
Dann habe ich etwas anderes gespürt.
Der Nebel war gar nicht gegen mich da. Er war wie eine Hilfe. Wie eine sanfte Hülle.
Er nahm Härte und Schärfe heraus und half mir, besser zu fühlen, was gerade wirklich in mir los ist.
Da war Trauer.
Da war Verletzlichkeit.
Und da war plötzlich auch Wohlwollen und Sanftheit.
Eine stille, weiche Freundlichkeit mir selbst gegenüber.
Vielleicht muss nicht immer alles sofort klar sein. Vielleicht darf manches erst einmal im Nebel reifen. Vielleicht braucht auch Sichtbarkeit ihre eigene Zeit.
Vertrauende Geduld.
Dieses Bild hat mir gutgetan.
Es zeigt mein Inneres. Mit all meiner Verletzlichkeit.
Es zeigt mir den einen Moment, in dem sich vieles sanft und behutsam zeigen will.
Ich gebe mir mit diesem Bild die Erlaubnis, mich vor allem anderen, erst einmal ganz tief zu fühlen.