18/02/2026
Irgendwann stellt sich zwangsläufig die Frage:
Wer hilft eigentlich uns, wenn wir selbst betroffen sind?
Rettungskräfte sind darauf trainiert, Belastung zu tragen, Entscheidungen zu treffen und handlungsfähig zu bleiben – auch unter extremen Umständen. Dieses System funktioniert jedoch nur so lange, wie Belastung verarbeitet werden kann. Wenn unerwartete Reaktionen, persönliche Nähe oder emotionale Verletzungen hinzukommen, greifen die gewohnten Schutzmechanismen oft nicht mehr.
Das soziale Umfeld ist dabei die erste, aber nicht die einzige Ressource.
Das Gespräch auf Augenhöhe – mit KollegInnen ebenso wie mit engsten Freunden –, das stille Verständnis ohne Erklärungszwang, das Wissen, nicht allein zu sein: All das stabilisiert. Gleichzeitig reicht auch Freundschaft nicht immer aus, wenn Belastung tiefer sitzt, sich aufstaut oder keinen klaren Abschluss findet.
Hier beginnt professionelle Unterstützung.
Psychosoziale Notfallversorgung, Peer-Support, Supervision und psychologische Begleitung sind keine Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck von Professionalität. Sie schaffen Distanz, ermöglichen Einordnung und helfen, Erlebtes zu verarbeiten, bevor es chronisch wird oder unkontrolliert Einfluss nimmt.
Taktisch betrachtet ist Selbstfürsorge Teil der Einsatzfähigkeit.
Ein System, das ausschließlich auf Funktionieren ausgelegt ist, verschleisst seine Menschen. Ein System, das Nachbereitung, Pausen und Unterstützung integriert, bleibt langfristig resilient.
Auch hier wirkt Murphy – leise, aber konsequent.
Nicht jede Verletzung ist sichtbar. Nicht alles, was belastet, zeigt sich sofort. Und nicht alles heilt von selbst.
Wer anderen hilft, braucht Strukturen, die auch ihn auffangen.
Nicht irgendwann. Sondern genau dann, wenn er sie braucht.
Der nächste Lehrgang findet am Wochenende des 02./03. Mai 2026 statt. Alle Informationen und Anmeldung auf der Homepage (in der Bio).
stay safe & watch your six!