20/02/2026
🤔 Psychologe oder Psychotherapeut?
Das beschäftigt mich berufspolitisch:
Seit 2013 ist Psychotherapie in der Schweiz gesetzlich festgelegt kein Beruf, sondern eine 4jährige Weiterbildung für Menschen mit Psychologie-Master.
Dies ist ein Understatement ohne Logik, denn Psychologie ist ein Grundlagen-Studium und kein Beruf.
Wir Psychotherapeut:innen haben uns daran gewöhnt
_Psycholog:innen genannt zu werden
_für unsere Weiterbildung bis zu 60'000.-- aus der eigener Tasche zu bezahlen.
_psychisch Bedürftige zu behandeln und über Grundversicherung abrechnen zu können, jedoch durch ein absurdes, teures und meist sinnloses Verfahren kontrolliert zu werden.
😳 Indessen versteht die Öffentlichkeit immer weniger, was der Unterschied zwischen Psychologie und Psychotherapie (oder Psychiatrie oder Psychoanalyse) ist.
Die Bewegung zur Verwässerung von Psychotherapie ist aber noch weitreichender:
Die Psychotherapie-Weiterbildungsgänge werden durch wiederkehrende Akkreditierungsverfahren immer mehr in eine Störungsbild-Zentrierung hineingedrängt.
Sie postuliert eine Gleichsetzung von psychischem und medizinischen Leiden und täuscht damit eine Schein-Wissenschaftlichkeit vor.
😥 Es entsteht ein Missverständnis darüber, was Psychotherapie eigentlich tut.
Der Anschein entsteht, dass sie, Ärzten gleich, nach der Diagnostik Interventionen appliziere, um Symptome zu eliminieren.
Zudem erteile sie lebenspraktische Ratschläge - eine bittere Simplifizierung der psychotherapeutischen Tätigkeit.
Die Psychotherapie muss öffentlich Stellung beziehen und kommunizieren, welch hochkomplexe spezifische Arbeits- und Wirkweisen sie anwendet, um Menschen durch innere Entwicklungsprozesse hin zu mehr Selbstkontakt zu führen.
🧐 Tut sie dies nicht, läuft sie tatsächlich Gefahr, kostengünstig durch KI ersetzt zu werden.