20/12/2025
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„…Dass aus der tiefsten Dunkelheit das hellste Licht geboren werden könne, wenn Menschen bereit seien, es in ihren Herzen zu tragen. Dass Stille manchmal mehr heile als tausend Worte. Und dass Mitgefühl, Achtsamkeit und Dankbarkeit wie unsichtbare Funken seien, die Wärme auch dorthin bringen, wo sie längst verloren schien...“
Im Sinne unserer Weihnachtsgeschichte, wünschen eine besinnliche, licht- und friedvolle Weihnachtszeit.
Möge das neue Jahr, gute Gesundheit, viel Freude, inneren Frieden, Liebe und Erfüllung schenken.
Herzlichst,
Ingrid & CHI-Team
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Das Licht in der Dunkelheit.
Der Winter hatte das kleine Dorf fest im Griff.
Schnee lag schwer auf den Dächern, und jeder Atemzug verwandelte sich in kleine Wolken, die im Abendlicht verschwanden. Nur aus einem einzigen Haus am Waldrand schimmerte ein warmes Leuchten. Dort lebte Mara, eine junge Frau, die es liebte, in den Tagen vor Weihnachten ein besonderes Ritual zu pflegen.
Jedes Jahr, wenn die längste und dunkelste Nacht des Winters bevorstand, entzündete sie eine kleine Laterne und stellte sie ans Fenster. Nicht als Schmuck, sondern als Einladung - an sich selbst und an jeden, der das Licht vielleicht brauchte. Dieses Jahr jedoch fühlte sich die Dunkelheit für Mara schwerer an als sonst. Viele Sorgen hatten sich in den vergangenen Monaten angesammelt, und oft fragte sie sich, ob ein einzelnes Licht überhaupt noch etwas verändern konnte.
Sie setzte sich ans Fenster und betrachtete die flackernde Flamme. Wahrend sie in das warme Glühen starrte, erinnerte sie sich an die Worte ihrer Grossmutter, die an diesem Abend immer eine besondere Weisheit mit ihr geteilt hatte:
Dass aus der tiefsten Dunkelheit das hellste Licht geboren werden könne, wenn Menschen bereit seien, es in ihren Herzen zu tragen. Dass Stille manchmal mehr heile als tausend Worte. Und dass Mitgefühl, Achtsamkeit und Dankbarkeit wie unsichtbare Funken seien, die Wärme auch dorthin bringen, wo sie längst verloren schien.
Mara schloss die Augen und liess diese Gedanken in sich wirken. Vielleicht begann Frieden nicht in den grossen Taten, dachte sie, sondern darin, wie man einander begegnet - freundlich, behutsam, ehrlich. Vielleicht lag wahre Verantwortung darin, gemeinsam für das Gute einzustehen: füreinander,
Für die Tiere, die Pflanzen und für unsere Mutter Erde. Und vielleicht war genau das der Sinn, dieses kleinen Lichts am Fenster.
Plötzlich klopfte es leise an der Tür. Als Mara öffnete, stand die kleine Lina vor ihr, das Nachbarsmädchen, eingehüllt in einen viel zu grossen Schal.
«Dein Licht», sagte sie verschüchtert, «ich sehe es jedes Jahr. Darf ich heute ein bisschen dableiben?
Bei uns ist es so still... und ich wollte nicht allein sein.»
Mara lächelte und zog das Mädchen sanft ins Warme. Gemeinsam setzten sie sich ans Fenster. Die Laterne warf ihr goldenes Licht auf ihre Gesichter, und für einen Moment fühlte sich die Welt friedlicher an als je zuvor. Lina lehnte sich an Mara und flüsterte: «Es macht warm im Herzen, findest du nicht?»
Mara nickte, und plötzlich verstand sie: Das Licht war nie für sie allein bestimmt gewesen. Es wollte geteilt werden. Es konnte Trost schenken, Mut geben, Hoffnung wecken - wenn man es nicht nur hinstellte, sondern lebte. In kleinen Gesten, im Zuhören, im Mitgefühl, im Miteinander. Draussen fiel leise neuer Schnee.
Das Dorf wirkte still, doch das Licht der Laterne schien jetzt noch heller zu leuchten. In diesem Glanz erkannte Mara, dass die wahre Kraft der Weihnacht nicht für einen einzigen Abend gedacht war. Sie wollte mitgenommen werden - in die kommenden Tage, die kommenden Monate, in jeden Schritt des neuen Jahres.
gepostet von MariaCristina