orthoVET

orthoVET Ihre Experten für orthopädische Gesundheit und Schmerztherapie bei Hunden. Unser Ganganalyse System:
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Eine spezialisierte Hundepraxis, von Dr. Patrick Blättler Monnier, für orthopädische Erkrankungen sowie akute und chronische Schmerzpatienten.

Warum wir dieses Thema vertiefenIn der täglichen Arbeit mit unseren Patienten sehen wir immer wieder, wie eng Bewegung, ...
02/01/2026

Warum wir dieses Thema vertiefen

In der täglichen Arbeit mit unseren Patienten sehen wir immer wieder, wie eng Bewegung, Anpassung, Schmerz und Verhalten miteinander verknüpft sind. Viele Fragen lassen sich nicht mit einem kurzen Blick oder einer einzelnen Maßnahme beantworten. Sie brauchen Einordnung, Zeit und unterschiedliche Perspektiven.

Genau aus diesem Grund beschäftigen wir uns aktuell intensiv mit diesen Themen und bereiten eine zweiteilige Webinarreihe rund um den Schmerzpatient Hund vor. Dabei geht es nicht um einzelne Diagnosen, sondern um Zusammenhänge:

>Wie entstehen Anpassungen?
>Wann wird aus Belastung ein Problem?
>Und warum zeigen Hunde Schmerz so unterschiedlich?
>Schmerzmodelle
>Beispiele aus der Praxis
>und vieles mehr

Inhalte aus dem Buch Schmerzen und Verhalten werden dabei unter anderem auch aufgegriffen und praxisnah vertieft, ergänzt durch klinische Erfahrung, funktionelle Betrachtung und konkrete Beispiele aus dem Alltag.

Unser Ziel ist es, Verständnis zu schaffen. Denn wer Zusammenhänge erkennt, kann fundierter entscheiden, früher reagieren und Hunde nachhaltiger begleiten.

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Warum frühe Auffälligkeiten später grosse Folgen haben können.Viele Veränderungen entstehen nicht plötzlich. In der Prax...
29/12/2025

Warum frühe Auffälligkeiten später grosse Folgen haben können.

Viele Veränderungen entstehen nicht plötzlich. In der Praxis sehen wir immer wieder Hunde, bei denen Probleme im Erwachsenenalter auftreten, deren Ursprung jedoch deutlich früher liegt, oft bereits im Wachstum.

Kleine funktionelle Einschränkungen, unerkannte Überlastungen oder subtile Bewegungsauffälligkeiten wirken im Welpen- und Junghundealter häufig harmlos. Der Hund ist aktiv, verspielt und kommt im Alltag gut zurecht. Doch der Körper lernt früh, wie er mit Belastung umgeht. Bewegung, Muskelarbeit und Koordination entwickeln sich entlang der Reize, die gesetzt werden.

Werden frühe Auffälligkeiten nicht wahrgenommen, passt sich der Körper an. Bewegungsmuster verändern sich, Belastung wird umverteilt, Kompensationen entstehen. Was zunächst gut funktioniert, kann sich über Monate oder Jahre verfestigen und später zu Einschränkungen führen, oft dann, wenn die Reserven aufgebraucht sind.

Deshalb ist Prävention mehr als Schonung oder Abwarten. Sie bedeutet, Entwicklung bewusst zu begleiten, Bewegung zu beobachten und Veränderungen ernst zu nehmen. Nicht, um Probleme zu suchen, sondern um Risiken früh zu erkennen.

Viele Herausforderungen im Erwachsenenalter sind kein plötzliches Ereignis. Sie sind das Ergebnis eines langen Weges. Wer diesen Weg versteht, kann ihn frühzeitig positiv beeinflussen.

In unserer Praxis zeigt sich immer wieder: Zwei Hunde können einen sehr ähnlichen Befund haben und trotzdem völlig unter...
28/12/2025

In unserer Praxis zeigt sich immer wieder: Zwei Hunde können einen sehr ähnlichen Befund haben und trotzdem völlig unterschiedlich damit umgehen. Der eine wirkt kaum eingeschränkt, der andere zeigt deutliche Veränderungen in Bewegung, Verhalten oder Belastbarkeit.

Das liegt daran, dass Schmerz kein objektiver Messwert ist. Er ist eine individuelle Erfahrung, beeinflusst durch Nervensystem, Vorerfahrungen, Bewegung, Stresslevel und emotionale Situation. Hunde unterscheiden sich darin, wie sensibel sie Reize wahrnehmen, wie sie kompensieren und wie sie Belastung verarbeiten.

Manche Hunde reagieren früh und deutlich. Andere funktionieren lange weiter, passen sich an, weichen aus und zeigen erst spät Auffälligkeiten. Beides sagt nichts über die „Schwere“ des Problems aus, sondern über die individuelle Strategie des Körpers.

Genau deshalb sind pauschale Aussagen schwierig. Was für einen Hund gut funktioniert, kann für einen anderen zu viel oder zu wenig sein. Bewegung, Training, Therapie und Belastung müssen immer im Kontext des einzelnen Hundes betrachtet werden.

Funktionelle Orthopädie setzt hier an. Sie versucht nicht, Hunde zu vergleichen, sondern zu verstehen: Wie bewegt sich dieser Hund? Wo kompensiert er? Wie reagiert sein Körper auf Belastung?

Schmerz ist individuell. Und genau deshalb braucht jeder Hund eine individuelle Betrachtung.

27/12/2025

Wie entwickelt sich ein Welpe wirklich und was beeinflusst seine Gelenkgesundheit?

In unserer Praxis läuft aktuell die zweite Welpenstudie, die sich gezielt mit der orthopädischen Entwicklung junger Hunde beschäftigt. Im Fokus stehen dabei nicht nur Erkrankungen wie Hüftdysplasie (HD), Ellenbogendysplasie (ED), OCD oder Panostitis, sondern vor allem auch der Einfluss von Bewegung, Ernährung und Wachstumsgeschwindigkeit.

Was ist neu?
Wir starten bereits beim Züchter in der Wurfkiste, mit modernster Technik: Mithilfe einer eigens entwickelten KI-basierten Applikation sowie IMU-Sensoren analysieren wir Bewegungsmuster objektiv und kontinuierlich. Ziel ist es, Risikofaktoren früher zu erkennen, gezielt gegenzusteuern und Welpen so gesund wie möglich groß werden zu lassen.

Erste Ergebnisse erwarten wir in etwa einem Jahr und wir sind überzeugt: Die Kombination aus KI-Analyse und Kinematik wird langfristig Methoden wie Forceplates ablösen, die bislang als Goldstandard gelten.

Die Studie zeigt schon jetzt: Prävention beginnt nicht beim ersten Röntgenbild, sondern mit einem genauen Blick auf die frühkindliche Entwicklung: in Bewegung, Haltung und Versorgung.

Mehr zur Studie und unseren Programmen rund um Welpen, Prävention und Früherkennung auf www.orthovet.ch und in den nächsten Monaten hier bei Facebook/Instagram.

Wir sehen häufig Hunde, die über lange Zeit Schmerzen haben, ohne zunächst deutlich zu lahmen. Der Körper ist erstaunlic...
27/12/2025

Wir sehen häufig Hunde, die über lange Zeit Schmerzen haben, ohne zunächst deutlich zu lahmen. Der Körper ist erstaunlich anpassungsfähig.

Ein Hund mit schmerzhaften Ellenbogen kann die betroffene Gliedmasse zunächst sehr gut entlasten, Gewicht verlagern und seitlich ausweichen. Nach aussen wirkt er lange Zeit unauffällig.

Erst wenn Kompensationsmöglichkeiten erschöpft sind, werden Lahmheiten sichtbar. Sie beginnt schleichend und nimmt zu, je weniger der Hund in der Lage ist, die Belastung weiter umzuleiten.

Chronifizierung bedeutet nicht nur anhaltende körperliche Beschwerden. Sie betrifft auch das Nervensystem, die emotionale Verarbeitung und das Verhalten. Hunde ziehen sich zurück, wirken ruhiger, schlafen mehr, meiden Sozialkontakte, sowohl zu Artgenossen als auch zu ihren Bezugspersonen. Oft wird dieses Verhalten als „entspannt“ oder „altersbedingt“ interpretiert, obwohl es Ausdruck eines langfristigen Anpassungsprozesses ist.

Untersucht man in solchen Fällen ausschliesslich strukturell (Röntgen, CT, etc.), findet man häufig keine auffälligen Veränderungen. Das bedeutet jedoch nicht, dass kein Problem vorliegt. Es handelt sich um eine funktionelle Störung. Veränderungen im ROM, in der Gelenkmechanik oder im Zusammenspiel der Strukturen führen zu Reizung, Schmerz und einer veränderten Nutzung der Gliedmasse.

Ohne fundierte orthopädische und neurologische Untersuchung, Erfahrung und vor allem ohne funktionelle Bewegungsdiagnostik bleiben diese Probleme oft unerkannt. Die Folge ist, dass Hunde weiter kompensieren, während sich die Situation schrittweise verschlechtert.

Unsere Form-Funktion-Schmerz-Pyramide verdeutlicht genau diesen Prozess: Sichtbare Symptome stehen an der Spitze. Darunter liegen funktionelle Veränderungen, die den Schmerz antreiben. Und unten stehen Anpassungsmechanismen, die lange unbemerkt bleiben.

Funktionelle Orthopädie mit Bewegungsdiagnostik setzt genau hier an. Sie hilft, diese Zusammenhänge früh zu erkennen, bevor aus Anpassung Einschränkung wird.

Schmerz verändert sich.Nicht nur in seiner Dauer, sondern in seiner Wirkung auf den gesamten Hund.Im Alltag sprechen wir...
26/12/2025

Schmerz verändert sich.

Nicht nur in seiner Dauer, sondern in seiner Wirkung auf den gesamten Hund.

Im Alltag sprechen wir oft pauschal von „Schmerzen“. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass akuter, chronischer und chronifizierter Schmerz völlig unterschiedliche Dynamiken haben und entsprechend unterschiedlich erkannt, eingeordnet und begleitet werden müssen.

Nicht als Diagnose, sondern als Orientierung:
>Wann ist Schmerz noch ein klares Warnsignal?
>Und wann ist das Nervensystem selbst Teil des Problems geworden?

Diese Unterscheidung hilft, Symptome besser einzuordnen und Missverständnisse zu vermeiden, besonders dann, wenn Hunde nicht „offensichtlich“ leiden, sondern sich leise anpassen.

Denn Schmerz ist kein statischer Zustand. Er entwickelt sich und mit ihm der Hund.

War euch diese Differenzierung in dieser Form schon bekannt?

Warum wir über Bewegung, Anpassung und Verhalten sprechenIn den letzten Beiträgen ging es um Bewegung, Anpassung, Kompen...
24/12/2025

Warum wir über Bewegung, Anpassung und Verhalten sprechen

In den letzten Beiträgen ging es um Bewegung, Anpassung, Kompensationen, Schmerz und Verhalten. Nicht als einzelne Themen, sondern als zusammenhängende Prozesse. Genau so erleben wir es auch in der Praxis.

Viele Probleme lassen sich nicht einem einzigen Auslöser zuordnen. Sie entstehen über Zeit. Der Körper passt sich an, weicht aus, kompensiert. Bewegung verändert sich, Belastung wird umverteilt, Verhalten reagiert. Lange bevor eine klare Diagnose gestellt wird, ist der Hund bereits in einem Anpassungsprozess.

Diese Zusammenhänge sichtbar zu machen, ist uns wichtig. Nicht, um Probleme zu dramatisieren, sondern um sie besser einzuordnen. Wer versteht, dass Symptome selten isoliert auftreten, beginnt anders hinzuschauen. Nicht nur auf einzelne Gelenke oder Verhaltensweisen, sondern auf den Hund als Ganzes.

Genau darin liegt der Kern funktioneller Orthopädie: Zusammenhänge erkennen, bevor sie sich verfestigen. Denn je früher Anpassungen verstanden werden, desto mehr Handlungsspielraum entsteht.

Wenn Verhalten medizinisch wirdIn unserer Praxis begegnen wir immer wieder Hunden, die aufgrund von Verhaltensveränderun...
23/12/2025

Wenn Verhalten medizinisch wird

In unserer Praxis begegnen wir immer wieder Hunden, die aufgrund von Verhaltensveränderungen vorgestellt werden. Sie reagieren gereizter, ziehen sich zurück, wirken unruhig, vermeiden Nähe oder zeigen plötzlich Abwehrverhalten. Nicht selten wird dann zuerst an Erziehung, Training oder „Charakter“ gedacht.

Was dabei oft übersehen wird: Verhalten kann ein Ausdruck von Schmerz sein.

Schmerz verändert nicht nur Bewegung, sondern auch das Nervensystem. Reizschwellen sinken, Stress nimmt zu, Berührungen oder Anforderungen werden schneller als unangenehm empfunden. Der Hund reagiert nicht „falsch“, sondern versucht, sich zu schützen. Besonders bei chronischen oder chronifizierten Schmerzen ist dieses Zusammenspiel von Körper und Verhalten sehr ausgeprägt.

Viele dieser Hunde zeigen keine deutliche Lahmheit. Sie funktionieren im Alltag weiter, kompensieren und passen sich an. Das Verhalten rückt dadurch stärker in den Vordergrund als die eigentliche Ursache. Wird es isoliert betrachtet, geraten Hunde schnell in eine falsche Schublade, obwohl ein medizinischer Hintergrund besteht.

Funktionelle Orthopädie und Schmerzdiagnostik setzen genau hier an. Sie helfen, Verhalten im Kontext von Bewegung, Belastung und körperlichen Anpassungen zu verstehen. Erst wenn medizinische Ursachen mitgedacht werden, kann Verhalten sinnvoll eingeordnet und nachhaltig begleitet werden.

Wichtige Anmerkung: Nicht jedes Verhaltensproblem ist medizinisch (!!!) Aber jedes Verhaltensproblem verdient die Frage: Könnte Schmerz eine Rolle spielen?

Wir haben immer wieder Patienten, bei denen Training ins Stocken gerät, obwohl Motivation, Umfeld und Anleitung eigentli...
22/12/2025

Wir haben immer wieder Patienten, bei denen Training ins Stocken gerät, obwohl Motivation, Umfeld und Anleitung eigentlich stimmen. Übungen werden langsamer, ungenauer oder plötzlich verweigert. Häufig liegt der Grund nicht im Training selbst, sondern im Schmerz.

Schmerz beeinflusst das Nervensystem. Er erhöht Stress, senkt die Reizschwelle und verändert die Fähigkeit, sich zu konzentrieren und Neues zu lernen. Ein Hund im Schmerz ist schneller überfordert, reagiert empfindlicher und zeigt weniger Belastbarkeit, körperlich wie mental. Das hat nichts mit Unwillen zu tun, sondern mit Schutzmechanismen des Körpers.

Gleichzeitig wirkt Training auf Schmerz zurück. Übungen, die funktionelle Einschränkungen, Instabilitäten oder Kompensationen nicht berücksichtigen, können Schmerzen verstärken oder neue Problembereiche entstehen lassen. Bewegungen werden ungenau ausgeführt, Belastung wird falsch verteilt, bestehende Kompensationsketten verfestigen sich.

Deshalb greifen Trainingsansätze ohne medizinische und funktionelle Einordnung oft zu kurz. Nicht, weil Training grundsätzlich falsch ist, sondern weil der Körper andere Voraussetzungen mitbringt, als wir annehmen. Umgekehrt kann gezielt angepasstes Training ein wichtiger Bestandteil der Therapie sein, wenn es auf den tatsächlichen Zustand des Hundes abgestimmt ist.

Schmerz und Training lassen sich nicht trennen. Sie beeinflussen sich gegenseitig. Wer nachhaltige Fortschritte möchte, muss beides gemeinsam betrachten.

Schmerz muss nicht immer dort sitzen, wo er entstehtWir erleben immer wieder, dass Hunde wegen Beschwerden vorgestellt w...
21/12/2025

Schmerz muss nicht immer dort sitzen, wo er entsteht

Wir erleben immer wieder, dass Hunde wegen Beschwerden vorgestellt werden, die nicht dort liegen, wo die Ursache entstanden ist. Ein Hund zeigt Probleme in der Hinterhand, Rückenschmerzen oder auffälliges Verhalten und der eigentliche Auslöser liegt ganz woanders.

Der Grund dafür sind Kompensationsketten (siehe Beitrag gestern) Schmerzen oder funktionelle Einschränkungen an einer Stelle führen dazu, dass der Körper Belastung umverteilt. Der Hund weicht aus, schont, verlagert Gewicht und passt seine Bewegung an. Diese Anpassungen sind zunächst sinnvoll, denn sie ermöglichen es ihm, weiter zu funktionieren.

Mit der Zeit entstehen jedoch neue Belastungen. Gelenke, Muskeln und Strukturen übernehmen Aufgaben, für die sie nicht gemacht sind. Der Schmerz „wandert“, nicht weil das ursprüngliche Problem verschwunden ist, sondern weil der Körper immer neue Lösungen sucht.

Deshalb ist der Ort der Symptome oft nicht der Ort der Ursache. Ein Ellenbogenproblem kann sich später als Rückenschmerz zeigen. Eine funktionelle Einschränkung im Schultergürtel kann die Hinterhand überlasten. Wird nur dort behandelt, wo es aktuell weh tut, bleibt die eigentliche Ursache häufig bestehen.

Funktionelle Orthopädie bedeutet, genau diese Zusammenhänge zu erkennen. Sie fragt nicht nur wo der Hund Schmerzen zeigt, sondern warum sich sein Bewegungsmuster verändert hat. Erst wenn die gesamte Bewegung betrachtet wird, lassen sich Ursachen und Folgen voneinander trennen.

Schmerz ist selten isoliert. Er ist Teil eines Systems und genau so sollte er auch verstanden werden.

Bei orthoVET sehen wir selten isolierte Probleme. Viel häufiger begegnen uns sogenannte Kompensationsketten. Das bedeute...
20/12/2025

Bei orthoVET sehen wir selten isolierte Probleme. Viel häufiger begegnen uns sogenannte Kompensationsketten. Das bedeutet: Eine funktionelle Einschränkung an einer Stelle bleibt nicht lokal, sondern setzt eine Kette von Anpassungen im gesamten Bewegungsapparat in Gang.

Ein Hund mit Schmerzen im Ellenbogen entlastet unbewusst die betroffene Gliedmasse. Die Last verlagert sich auf die Gegenseite, die Hinterhand übernimmt mehr Arbeit, die Wirbelsäule passt sich an. Was als lokales Problem beginnt, wird zu einer systemischen Veränderung der Bewegung.

Diese Anpassungen sind zunächst sinnvoll. Sie ermöglichen dem Hund, weiter zu funktionieren. Genau darin liegt aber auch die Gefahr. Denn jede Kompensation erzeugt neue Belastungen an Strukturen, die dafür nicht gedacht sind. Über Zeit entstehen weitere Einschränkungen, neue Schmerzpunkte und veränderte Bewegungsmuster, oft weit entfernt vom ursprünglichen Auslöser.

Deshalb ist der Ort, an dem sich Schmerzen zeigen, selten der Ort, an dem sie entstehen. Viele Hunde werden vorgestellt, weil sie „hinten nicht mehr richtig laufen“, obwohl die Ursache vorne liegt. Oder sie zeigen Rückenschmerzen, obwohl das eigentliche Problem im Schulter- oder Beckengürtel begann.

Kompensationsketten verlaufen leise und schleichend. Sie erklären, warum Beschwerden komplex wirken, warum Bildgebung unauffällig sein kann und warum Symptome sich verändern. Funktionelle Orthopädie setzt genau hier an: Sie betrachtet nicht nur einzelne Gelenke, sondern das Zusammenspiel von Bewegung, Belastung und Anpassung im gesamten Körper.

Wer Kompensationsketten versteht, sucht nicht nur nach Symptomen, sondern nach Zusammenhängen. Und genau dort beginnt nachhaltige Diagnostik und Therapie.

Akuter, chronischer und chronifizierter Schmerz: warum der Unterschied entscheidend istSchmerz ist nicht gleich Schmerz....
19/12/2025

Akuter, chronischer und chronifizierter Schmerz: warum der Unterschied entscheidend ist

Schmerz ist nicht gleich Schmerz. In der Praxis unterscheiden wir sehr klar zwischen akutem, chronischem und chronifiziertem Schmerz, weil sich diese Zustände grundlegend unterscheiden und völlig unterschiedliche Auswirkungen auf Hund, Bewegung und Verhalten haben.

>Akuter Schmerz ist ein Warnsignal. Er tritt plötzlich auf, zum Beispiel nach einer Verletzung, einer Überlastung oder einem Trauma. Der Körper meldet: Etwas stimmt nicht. Bewegung wird reduziert, der Hund schont sich, das Nervensystem reagiert klar und zielgerichtet. Wird die Ursache behoben, klingt dieser Schmerz in der Regel wieder ab.

>Chronischer Schmerz entsteht, wenn Schmerz über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt. Oft nicht mehr laut, sondern konstant im Hintergrund. Die Bewegung verändert sich schleichend, Belastung wird umverteilt, Kompensationen entstehen. Der Hund funktioniert weiter, aber nicht mehr effizient und nicht mehr symmetrisch. Viele dieser Hunde zeigen keine deutliche Lahmheit, sondern subtile Veränderungen im Gangbild, in der Muskulatur oder im Verhalten.

>Chronifizierter Schmerz geht noch einen Schritt weiter. Hier hat sich der Schmerz im Nervensystem „verselbstständigt“. Die ursprüngliche Ursache spielt oft nur noch eine untergeordnete Rolle. Das Schmerzsystem ist dauerhaft aktiviert, Reizschwellen sind gesenkt, Stress nimmt zu. Bewegung, Emotion und Verhalten sind eng miteinander verknüpft. Diese Hunde reagieren schneller gereizt, sind schlechter belastbar, lernen anders und wirken häufig „schwierig“, obwohl sie eigentlich dauerhaft unter Belastung stehen.

Dieser Übergang ist fliessend. Akuter Schmerz kann chronisch werden. Chronischer Schmerz kann chronifizieren. Genau deshalb ist frühes Erkennen so entscheidend. Je früher funktionelle Veränderungen, Kompensationen und Belastungsmuster erkannt werden, desto besser lässt sich gegensteuern, bevor sich Schmerz im Nervensystem festsetzt.

Schmerz ist kein statischer Zustand. Er verändert sich und mit ihm der Hund. Wer diese Unterschiede versteht, kann Bewegung, Verhalten und Therapie besser einordnen und nachhaltiger begleiten.

Adresse

Fasanenstrasse 13
Frenkendorf
4402

Öffnungszeiten

Montag 08:00 - 13:00
14:00 - 17:00
Dienstag 08:00 - 13:00
15:00 - 19:00
Mittwoch 08:00 - 13:00
Donnerstag 08:00 - 13:00
Freitag 08:00 - 15:00

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