Gesundheits centrum für Hunde

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25/12/2025
24/12/2025
22/12/2025

Bei orthoVET sehen wir selten isolierte Probleme. Viel häufiger begegnen uns sogenannte Kompensationsketten. Das bedeutet: Eine funktionelle Einschränkung an einer Stelle bleibt nicht lokal, sondern setzt eine Kette von Anpassungen im gesamten Bewegungsapparat in Gang.

Ein Hund mit Schmerzen im Ellenbogen entlastet unbewusst die betroffene Gliedmasse. Die Last verlagert sich auf die Gegenseite, die Hinterhand übernimmt mehr Arbeit, die Wirbelsäule passt sich an. Was als lokales Problem beginnt, wird zu einer systemischen Veränderung der Bewegung.

Diese Anpassungen sind zunächst sinnvoll. Sie ermöglichen dem Hund, weiter zu funktionieren. Genau darin liegt aber auch die Gefahr. Denn jede Kompensation erzeugt neue Belastungen an Strukturen, die dafür nicht gedacht sind. Über Zeit entstehen weitere Einschränkungen, neue Schmerzpunkte und veränderte Bewegungsmuster, oft weit entfernt vom ursprünglichen Auslöser.

Deshalb ist der Ort, an dem sich Schmerzen zeigen, selten der Ort, an dem sie entstehen. Viele Hunde werden vorgestellt, weil sie „hinten nicht mehr richtig laufen“, obwohl die Ursache vorne liegt. Oder sie zeigen Rückenschmerzen, obwohl das eigentliche Problem im Schulter- oder Beckengürtel begann.

Kompensationsketten verlaufen leise und schleichend. Sie erklären, warum Beschwerden komplex wirken, warum Bildgebung unauffällig sein kann und warum Symptome sich verändern. Funktionelle Orthopädie setzt genau hier an: Sie betrachtet nicht nur einzelne Gelenke, sondern das Zusammenspiel von Bewegung, Belastung und Anpassung im gesamten Körper.

Wer Kompensationsketten versteht, sucht nicht nur nach Symptomen, sondern nach Zusammenhängen. Und genau dort beginnt nachhaltige Diagnostik und Therapie.

15/12/2025
13/12/2025

HD und ED sind polygenetisch UND multifaktoriell.

Die Forschung zeigt klar: Es gibt nicht ein einziges Gen und auch nicht eine Ursache. Stattdessen wirken viele genetische Faktoren zusammen, Hauptgene, Nebengene, modifizierende Gene und treffen im Wachstum auf Umwelteinflüsse, die darüber entscheiden, ob und wie stark sich eine Dysplasie ausprägt.

Genetik legt also die DISPOSITION. Die Umwelt entscheidet über den Verlauf.

Mehrere grosse Studien zeigen Erblichkeitswerte zwischen 20 - 40% bei vielen Rassen (Je nach Rasse Höher oder niedriger). Ein erheblicher Anteil der Variabilität entsteht nicht durch Genetik, sondern durch Faktoren wie:
> Wachstumsgeschwindigkeit
> Belastungsdosierung
> Muskuläre Entwicklung & Koordination
> Ernährung & Energiezufuhr
> Gewicht
> Untergründe & Alltagsumgebung
> frühe Mikrotraumen an Wachstumsfugen
> Management in der sensiblen Wachstumsphase

Besonders spannend ist, dass diese multifaktorielle Dynamik inzwischen breit anerkannt ist. Der Artikel „The complexity of hip dysplasia (HD) in dogs“ (Wayosi, 2025) fasst das sehr treffend zusammen: HD entsteht aus einem Zusammenspiel vieler kleiner Einflüsse, nicht aus einem einzelnen Auslöser. Die Autor:innen betonen, dass Gene lediglich die Bereitschaft erhöhen, ob sich diese Bereitschaft realisiert, hängt stark von Umweltreizen, Wachstum, Bewegung und Körpergewicht ab.

Diese Sicht deckt sich vollständig mit den Erkenntnissen der veterinärmedizinischen Forschung (Mäki et al., Malm et al., Oberbauer et al., Ginja et al.): Genetik ist relevant, aber nicht deterministisch. Ein Hund mit genetischer Veranlagung entwickelt keine HD, wenn die Umweltbedingungen günstig sind. Ein Hund ohne starke Veranlagung kann dennoch HD entwickeln, wenn Wachstum und Belastung ungünstig verlaufen.

Für die Prävention bedeutet das: Wir können über 50% der Risikofaktoren AKTIV beeinflussen. Durch kontrollierte Bewegung, muskuläre Führung, angemessene Ernährung, Gewichtskontrolle, gute Untergründe und frühzeitige funktionelle Diagnostik.

HD und ED sind also keine „Schicksalserkrankungen“. Sie sind auch entwicklungsBEDINGTE Erkrankungen, deren Verlauf wir im Wachstum massgeblich mitgestalten können.

09/12/2025

Die meisten Welpen können sich gut und sicher bewegen, solange Belastung moderat und gleichmässig bleibt. Manchmal werden wir aber gefragt, ob der Welpe mit auf eine Wanderung darf. „Man würde ihn doch auch tragen zwischendurch“. Aus aus unserer, orthopädischer Sicht, bringen Wanderungen jedoch Faktoren mit sich, die das Risiko deutlich erhöhen:

>unvorhersehbare Untergründe
>lange Dauer ohne ausreichende Pausen
>hohe vertikale Kräfte bergab
>fehlende Ermüdungsanzeige (Welpen überschätzen sich oft)
>anhaltende Belastung einer noch unreifen Hinterhand
>Thematik der Reizüberflutung (zu langes Thema, um es hier ausführlich zu behandeln)

Physiologisch betrachtet sinkt mit zunehmender Ermüdung die Präzision der neuromotorischen Kontrolle. Der Hund kompensiert über Rücken, Becken und Vorhand. Genau in diesem Zustand entstehen Fehlbelastungen, Überdehnungen und Stauchungen.

Das bedeutet nicht, dass ein junger Hund „geschont“ werden muss (!). Aber lange Wanderungen gehören nicht in die Wachstumsphase. Besser sind viele kurze, kontrollierte Reize, statt wenige sehr lange.

Wanderungen sind daher kein geeignetes Belastungsprofil für einen wachsenden Bewegungsapparat. Später, mit ausgereifter Muskulatur und geschlossenen Wachstumsfugen, wird daraus ein wertvolles Training. Doch im ersten Jahr braucht es angepasste Alternativen.

Bild: Symbolbild. Welpen auch Freilauf ermöglichen. Bitte nicht immer nur an der Leine.

20/11/2025
12/11/2025

Nach einer Verletzung oder OP sehen Hunde oft schon nach wenigen Tagen „besser“ aus.

Doch Bewegungsmuster normalisieren sich nicht automatisch, sie adaptieren.

Eine scheinbar saubere Bewegung kann noch lange asymmetrisch sein, mit ungleicher Belastung, verkürzten Phasen oder veränderter Muskelspannung.

Deshalb ist die Nachkontrolle entscheidend: Rehabilitation endet nicht mit Schmerzfreiheit, sondern mit funktioneller Wiederherstellung.

12/11/2025

Das ist ein schönes Spiel

12/10/2025
12/10/2025
14/09/2025

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