17/01/2026
Alleine Reisen / begleitetes Setting
Mehrere Studien belegen, dass psychedelische Erfahrungen (z. B. mit Psilocybin) in Kombination mit Therapie positive Wirkungen erzielen können. Dies gilt unter anderem bei Depressionen – auch bei sogenannten therapieresistenten Depressionen –, bei Verhaltensänderungen, also wenn man aus Gewohnheiten ausbrechen und festgefahrene Muster verändern möchte. Auch im Bereich des Konsums von Genussmitteln wie Alkohol, Cannabis und anderen Drogen, sowie bei der Bewältigung schwerer Erlebnisse zeigen sich positive Effekte. Dazu zählen auch Erfahrungen, die traumatische Folgen und Symptome nach sich gezogen haben.
Natürlich kann auch das eigenständige Erforschen und Arbeiten mit Psychedelika Erkenntnisse, Heilungsprozesse und Reifungsschritte unterstützen. Manchen ist es sogar natürlicherweise gegeben, sich in bewusstseinserweiterten Zuständen so zu bewegen, dass daraus ein therapeutischer Gewinn entsteht. Wie von selbst stoßen wir dabei manchmal auf einen „Aha-Moment“, in dem uns plötzlich klar wird, wo wir uns all die Zeit auf der Leitung gestanden sind.
Auch ist es dem Menschen gegeben, im Rausch und in der Ekstase Freude, Liebe und Dankbarkeit dem Leben gegenüber (wieder)zugewinnen. Dies fühlt sich oft wie ein Reset an, nach dem der Alltag mit mehr Zentriertheit und Lebensfreude erlebt wird.
Dennoch ist die Tiefe und das Potenzial dieser Methoden in einem begleiteten Setting von einer anderen Qualität.
Hier einige Gründe weshalb das so ist.
Die blinden Flecken
Unverarbeitete oder noch nicht erkannte Muster, Traumata, also allerlei mögliche Speicherungen aus dem Unterbewusstsein sind Gründe dafür, dass jeder Mensch sogenannte „blinde Flecken“ hat – vergleichbar mit dem toten Winkel im Rückspiegel eines Autos.
Es gibt Bereiche, die ich an mir selbst nicht sehen oder erkennen kann. Um diese Bereiche schlängle ich dann unbewusst herum bei allem, was ich tue und erlebe.
Ein geschultes Gegenüber kann mit liebevollem, aber klarem Finger in diese Ecken zeigen. Denn genau dort sind oft die wahren Schätze des inneren Wachstums verborgen. Oder auch die Gründe für Blockaden.
Sicherheit durch Begleitung
Eine Reisebegleitung, die im psychedelischen Feld erfahren ist, die inneren Welten und Wellen eines Prozesses kennt und sowohl Stille als auch Intensität halten kann, bietet Dir einen sicheren Boden für deine Erfahrung.
Wer sich sicher fühlt, öffnet sich tiefer – eine einfache Gleichung, die nicht unterschätzt werden sollte.
Um sich mit jemandem wirklich sicher zu fühlen – auf eine Weise, die Entspannung, Loslassen und tiefe Introspektion ermöglicht –, braucht es meist Zeit. Dies entsteht selten innerhalb einer Stunde. Deshalb ist es sinnvoll, die Beziehung und das therapeutische Feld im Voraus aufzubauen und zu pflegen.
So können gegenseitiges Verständnis und Vertrauen wachsen, die während der psychedelischen Reise zu tragenden Kräften werden.
Setting
Ein gut gestaltetes Setting (Raumgestaltung, Atmosphäre, Ablauf usw.) ist ein wesentlicher Faktor dafür, ob du dich auf dich selbst fokussieren kannst oder ob Ablenkungen dich daran hindern.
Es ist eine eigene, kreative Kunst, ein Setting zu schaffen, das innere Arbeit, Geborgenheit und vielleicht sogar seelische Präsenz einlädt. In der Gestaltung eines solchen Rahmens spiegeln sich die Erfahrung, Werte und feinen Nuancen der Reisebegleitung wider.
Fokus und Konzentration
Es ist nicht einfach, in bewusstseinsveränderten Zuständen fokussiert und präsent zu bleiben. Es gilt, eine Balance zu finden zwischen „sich in Weichheit gehen lassen“ und „die Zügel in der Hand halten“. Es ist ein Tanz zwischen den Polen: Mal braucht es mehr Hingabe, mal mehr Fokus.
Es kann auch vorkommen, dass sich verletzte innere Anteile zeigen, sich aufbäumen und starke Empfindungen auslösen. Diese können traumatisch gefärbt sein oder die Wahrnehmung verzerren und als herausfordernd oder sogar beängstigend erlebt werden.
In solchen Momenten ist es ein Segen, eine Person an der Seite zu haben, die Beistand leistet, den Raum hält – vielleicht auch deine Hand. Jemanden, der im Sturm den Fokus bewahrt, mit Zuversicht im Geschehen bleibt und dir die Fackel hochhält, damit du deinen Weg finden kannst
Diese und weitere Prinzipien beachten wir in unseren Retreats. Wie z.B im kommenden Licht Reset.
Mehr dazu im Kommentar