28/12/2025
Der Krieger 3 wird häufig als fortgeschrittene Asana eingeordnet.
Diese Einschätzung halte ich jedoch für wenig hilfreich. Denn beim Krieger 3 geht es nicht um Können oder Erfahrung, sondern um zielführende Anpassung an den eigenen Körper.
Unabhängig davon, welche Variante du übst, kann diese Haltung fast immer sinnvoll sein. Nicht als perfekte Standwaage, sondern als Übung für Balance - körperlich und mental.
Der Krieger 3 fordert Stabilität, Konzentration und eine klare Ausrichtung. Genau darin liegt seine Qualität, denn er zeigt sehr ehrlich, wie wir üben. Oft wird dabei sichtbar, ob wir es uns gerade zu leicht machen oder ob wir zu ehrgeizig sind.
Beides begegnet mir in der Praxis regelmäßig. Und beides ist auf Dauer nicht hilfreich.
Gut angepasst hat der Krieger 3 einiges zu bieten:
✅ er kräftigt Beine, Rumpf und die oft vernachlässigte gelenkstabilisierende Muskulatur
✅ er verbessert das Gleichgewicht und das Körperbewusstsein
✅ er schult die Konzentration und hilft, gedanklich bei sich zu bleiben
✅ er wirkt sich positiv auf Haltung und Aufrichtung aus
Entscheidend ist dabei weniger die äußere Form als die Qualität der Ausführung. Wichtig sind
➡️ eine klare Ausrichtung von Wirbelsäule und Standbein
➡️ stabile Hüften
➡️ eine Armhaltung, die dem Nacken Entspannung erlaubt
➡️ ein klarer Fokuspunkt, der Balance und Konzentration unterstützt
"Fordern, ohne zu überfordern", das ist zwar kein klassisches Yoga-Zitat, jedoch ein sinnvolles Trainingsprinzip. Gerade der Krieger 3 macht sehr deutlich, wie wichtig dieses Gleichgewicht ist.
Vielleicht liegt darin sogar sein größter Wert. Er lädt uns dazu ein, ehrlich hinzuschauen, wie wir üben – und wie wir mit uns selbst umgehen.
Kennst du dieses Spannungsfeld zwischen Ehrgeiz und Bequemlichkeit aus deiner Praxis?