25/03/2026
Danke
Es ist eine Anmaßung dieser Ärzte, das Erfolgsmodell der ehemaligen Süchtigen von EndlessLife infrage zu stellen. Sie zeigen somit ihr wahres Gesicht: Sie wollen keine Heilung, sondern eine Bewirtschaftung der Sucht.
Aber, dass Ärzte und Suchtspezialisten gegen Abstinenz sind, ist eigentlich logisch; nimmt sie ihnen doch die Kundschaft - ein gesunder Patient ist ein schlechter Kunde. Die ehemaligen Konsumenten vom Verein EndlessLife verfügen in Wahrheit aber über die einzig wahre empirische Evidenz: Sie wissen nämlich nicht nur was die Sucht mit all ihren Facetten bedeutet, sie wissen auch, wie damit umgegangen werden muss und welches die Möglichkeiten sein könnten, einen Weg daraus zu finden.
Die Ex-Süchtigen von EndlessLife haben ihre Sucht überwunden, haben oft ihre fehlende Bildung nachgeholt, haben Karriere gemacht und sind in der Anonymität untergetaucht. Einige von ihnen sind heute Direktoren, Lehrer, Politiker oder Unternehmer. Viele auch liebevolle und fürsorgliche Mütter und Väter.
Aber natürlich, viele Drogenkonsumenten haben ihre Sucht nicht überlebt, sind an Überdosen, Leberzirrhosen, Messerstechereien oder Verkehrsunfällen gestorben. Unter anderem auch deshalb, weil Mediziner ihre Sucht verlängert haben und ihnen mit der Alimentierung der Sucht ein Ausstieg verunmöglicht wurde. Einige haben verloren, andere haben gewonnen. Ersteres ist traurig für viele Eltern, Partner und Familienmitglieder. Trotzdem muss man sich auf letzteres, die Erfolgsgeschichten konzentrieren. Gemäss der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung liegt der Behandlungserfolg zwischen 20% und 70%. Die Erfolgsquoten variieren so stark aufgrund unterschiedlicher Behandlungsmethoden (stationär, ambulant, teilstationär) und sind nicht direkt vergleichbar. Auch hängen sie von der Dauer der Sucht und der Art der missbrauchten Substanzen ab. Nimmt man einen mittleren Erfolgswert von 45%, kann man doch davon ausgehen, dass knapp die Hälfte aller ernsthaft unternommenen Therapieversuche erfolgreich verlaufen. Ist das nicht ein Wert, für den es sich lohnt zu kämpfen? Sind wir es als Gesellschaft diesen Menschen nicht schuldig, dass sie eine Chance bekommen und ist es nicht beschämend, frühzeitig zu kapitulieren und die Sucht zu akzeptieren bzw. sogar die Substitution, die Legalisierung, die Bagatellisierung oder gar die Glorifizierung der verursachenden Substanzen zu fördern? Rehabilitierte Süchtige haben ein grosses Potential und stellen einen nicht zu unterschätzenden Wert für unsere Gesellschaft, Wirtschaft und Sozialsysteme dar. Zudem kosten sie unter dem Strich weniger als diejenigen, welche ein Leben lang von der Sozialhilfe abhängen, delinquieren und die Gesundheitskosten in die Höhe treiben.
Wir applaudieren und beglückwünschen diese Menschen, die heute Teil unserer Gesellschaft sind und im Stillen täglich dankbar sind, dass sie die Chance auf Veränderung erhalten haben.
Der Verein Jugend ohne Drogen steht voll und ganz hinter dem Präventionskonzept von EndlessLife, welches den Verzicht auf Drogen zum Ziel hat und nicht, zu lernen damit umzugehen. Wir kämpfen zusammen mit EndlessLife gegen Drogen, aber für eine gesunde Jugend.
Artikel:
St.Galler Tagblatt, 20.03.2026