18/01/2026
Es gibt Diagnosen, bei denen ein Kaiserschnitt sinnvoll, wichtig und manchmal lebensrettend ist.
Daran gibt es nichts zu rütteln.
Und genauso gilt:
Ein Kaiserschnitt darf auch eine bewusste, selbstgewählte Entscheidung sein.
Aus welchen Gründen auch immer.
Wenn eine Frau ihn möchte – go for it.
Gleichzeitig erleben wir in unserer Arbeit immer wieder Frauen, die mit grosser Verunsicherung zu uns kommen.
Sie erzählen von Aussagen wie:
der kindliche Kopf sei zu gross,
das Kind stehe „noch nicht richtig“,
oder es „passe einfach nicht“.
Solche Sätze machen Angst.
Und sie bleiben.
Was dabei oft untergeht:
Ein kindlicher Kopf ist nicht starr. Er ist dafür gemacht, sich unter der Geburt zu konfigurieren.
Und wie gut ein Kind seinen Weg durch das Becken findet, lässt sich in der Schwangerschaft nicht zuverlässig vorhersagen – denn wie sich eine Geburt entwickelt, zeigt sich erst, wenn sie wirklich beginnt.
Auch Gewichtsschätzungen in der Schwangerschaft sind genau das: Schätzungen.
Sie können deutlich vom tatsächlichen Geburtsgewicht abweichen.
Und trotzdem bleibt im Kopf oft hängen:
„Ein grosses, schweres Kind – vielleicht ist ein Kaiserschnitt sicherer.“
Diese Gedanken sind verständlich.
Gleichzeitig schaffen solche Zahlen und Aussagen nicht selten mehr Unsicherheit, als dass sie eine wirklich klare oder für die Geburt relevante Aussage ermöglichen.
Und selbst wenn eine Geburt begonnen hat, bedeutet das nicht, dass es keinen Spielraum mehr gibt.
Wenn sich unter der Geburt zeigt, dass es wirklich nicht geht, kann jederzeit ein Kaiserschnitt gemacht werden.
Geburt ist kein Entweder-oder, sondern ein Weg mit Möglichkeiten.
Was uns wichtig ist:
Kaiserschnitt ist keine Niederlage.
Spontangeburt ist kein Beweis von Stärke.
Und Entscheidungen sollten nicht aus Angst entstehen, sondern aus guter, ehrlicher und sicherer Aufklärung.
Wir wünschen uns Gespräche, die informieren statt verunsichern.
Zeit für Fragen.
Raum für Zweifel.
Und Vertrauen – in den Körper, in den Prozess und in gute Begleitung.
Denn Angst darf da sein.
Aber sie sollte nicht der Ausgangspunkt für Entscheidungen sein.
📸by l