04/03/2026
Deine Mama und ich telefonierten zu Beginn der Schwangerschaft miteinander, und ihr habt euch für die Begleitung durch eure großartige Tante entschieden – was ich gut nachvollziehen konnte. Gleichzeitig ließen wir es offen: Falls es zu einer Spitalgeburt kommen würde, könnte ich dazukommen.
Da du viel Platz im Becken deiner Mama hattest, konntest du dich in eine Lage begeben, die schließlich dazu führte, dass wir uns kennenlernen durften.
Kurz nach eurer Ankunft im Spital wurden deine Wellen intensiver, und deine Herztöne ließen uns immer wieder kurz aufhorchen – als hättest du bei jeder Drehung im Becken unheimlich viel zu tun. Cristina turnte mit euch, und ich versuchte mein Glück mit den Akupunkturnadeln. Dein Papa und eure Freundin waren stets bemüht, euch zu wärmen oder für Kühlung zu sorgen, wenn es nötig war.
Zwischendurch wart ihr wieder im Wasser und habt versucht zu entspannen. Doch es schien, als bräuchtest du viel Kraft – und immer wieder Positionen mit festem Boden unter den Füßen. Die Hocke schien deiner Mama besonders Kraft zu spenden.
Mit etwas Nachhilfe durch ein wenig Chemie kamst du schließlich deflektiert, zu den Sternen schauend, in die Arme deiner Großtante gerutscht. Dein Köpfchen war noch etwas verformt, und wir waren erstaunt und glücklich über deine Niederkunft.
Dein Papa küsste deine Mama, und die Freundin deiner Mama hatte Tränen in den Augen. Was für eine Geburt – sie fühlte sich nach echtem Teamwork an.
Danke, dass ich dabei sein durfte.
Willkommen, kleine Erdenseele.
Deine Hebamme
Lior