04/02/2026
Reisen als neurodivergenter Mensch
Abenteuer vs. Reizüberflutung
Reisen ist für mich oft beides zugleich.
Meine Wahrnehmung ist vielschichtig, nahezu rundum offen – mit wenig eigenem Filter. Reize treffen mich gleichzeitig und ungeordnet. Das kostet enorm viel Energie.
Deshalb plane ich Reisen sehr bewusst.
Was für andere Kleinigkeiten sind, sind für mich essenzielle Tools zur Selbstregulation. Sie helfen mir, Überforderung zu vermeiden und Kraft zu sparen. Eine Reise beansprucht mich deutlich mehr als einen neurotypischen Menschen – und wirkt sich direkt auf meine Lebensqualität aus.
Besonders herausfordernd: viel Gepäck und öffentlicher Verkehr.
Was mir hilft:
• möglichst direkte ÖV-Verbindungen, ruhige Zeiten
• klar organisiertes Gepäck
• Gehörschutz & Noise-Cancelling
• eine ruhige, stimmige Playlist
Meine Essentials:
• Kapuzenpulli, Schal, Sonnenbrille, Kappe
• Kaugummi, Fidget-Toy, Buch oder Handarbeit
• Atemtechniken & ein vertrauter Duft als Anker
Bequeme, atmungsaktive Kleidung ist für mich kein Nice-to-have, sondern essenziell.
Im ÖV achte ich bewusst auf Sitzplatz, Haltung und Bodenkontakt. Ich meide Gruppen, wechsle bei Lärm den Platz und atme tief in den Bauch.
An Bahnhöfen bewege und dehne ich mich bewusst. Frische Luft, ein paar tiefe Atemzüge – Regulation im Kleinen.
Manchmal ist auch das Auto eine gute Alternative: mehr Isolation, mehr Kontrolle.
Gleichzeitig fordern Verkehr, Wetter und lange Konzentration wieder viel Energie.
Am Ende geht es darum, bewusst abzuwägen:
Welche Reiseform entlastet mich in dieser Situation am meisten?
So wird Reisen für mich ruhiger, regulierter und kraftsparender.
✨ Weitere Tipps & Tools findest du auf meinem Blog oder wir schauen im Coaching gemeinsam, was für dich passt.
Ich freue mich auf deine Rückmeldung 🧡