10/03/2026
Blass, müde, verfroren.
Früher hätte man bei so einem Bild nicht nur an Eisen gedacht, sondern auch an Pflanzen wie diese hier:
Donnerkraut, Donnernessel, Gichtraute.
Die Namen klingen schon nicht gerade nach stiller Zimmerpflanze. Und genau so wurde sie auch gebraucht: bei Harnwegsthemen, rheumatischen Beschwerden und eben auch bei Blutarmut.
Jetzt kommt oft der Einwand:
Aber du sagst doch sonst immer, Pflanzen sollen zur Konstitution passen.
Ja.
Und trotzdem haben Pflanzen natürlich auch eine überlieferte Grundwirkung. Sonst wären sie nicht über Jahrhunderte in Gebrauch geblieben.
Humoralmedizinisch ist diese Pflanze warm und trocken.
Sie wärmt, bringt eher träge Prozesse in Bewegung und hilft dort, wo zähe Feuchtigkeit und blockierende Stoffwechselrückstände mitmischen. Ausgeleitet wird über die Niere, deshalb Vorsicht bei eingeschränkter Nierenfunktion nicht.
Interessant ist sie auch dort, wo Energie nicht gerade im Überfluss vorhanden ist.
Also bei Menschen, die nicht nur „ein bisschen tiefes Ferritin“ haben, sondern eher dieses ganze Bild von:
blass, frierend, nicht recht in Schwung, wenig Reserven.
Und noch etwas:
Sie verbessert die Eisenaufnahme von stofflichen Präparaten. Das ist einer der Gründe, warum sie in diesem Zusammenhang so einen guten Ruf bekommen hat.
In der Irisdiagnostik denke ich dabei vor allem an die anämische Konstitution oder an die azide Diathese. Also nicht einfach: Pflanze gegen Symptom. Sondern: Pflanze zu einem bestimmten Muster.
Und ja, was da im Reel so winzig aus dem Stein schaut, ist einfach eine ganz junge Brennnessel im Frühlingsmodus. Klein anfangen heisst bekanntlich nicht, dass sie nichts kann.