08/01/2026
In einem inspirierenden Gespräch über Akzeptanztherapie, kurz ACT, wurde mir eine verblüffende Parallele klar: Es geht im Kern um dieselbe Haltung wie in der alten Budo-Philosophie.
Dort gibt es einen Satz, der in seiner Härte fast provokativ für unsere moderne Welt klingt:
⛩️ „Lieber sterbe ich in Ehren, als lebend als Verräter zu laufen.“
„Harakiri“ galt als Beweis für extreme Selbstbeherrschung und Loyalität. Wer Harakiri beging, zeigte, dass er bereit war, für seine Werte und Integrität das ultimative Opfer zu bringen, anstatt in Schande zu leben. Das mag extrem wirken.
Doch die psychologische Essenz ist: Es geht um radikale Integrität.
Sowohl im Budo als auch in der modernen Akzeptanztherapie sind Werte keine netten Wegweiser, sondern unser unerschütterliches Fundament.
Es geht darum, sich verpflichtet zu fühlen (Commitment), für diese Werte einzustehen.
Die Parallele ist die Bereitschaft:
* Der Samurai war bereit, den physischen Schmerz und Tod zu akzeptieren (Akzeptanz), um seiner Ehre treu zu bleiben.
* In der Therapie geht es darum, die Bereitschaft zu entwickeln, emotionales Unbehagen, Angst oder Ablehnung voll und ganz zu spüren, ohne davor wegzulaufen, um das zu tun, was dir wirklich wichtig ist.
Wir müssen heute nicht sterben. Aber wir stehen oft vor der Wahl: Verrate ich meine tiefsten Überzeugungen für kurzfristige Sicherheit und Bequemlichkeit? Oder habe ich den Mut, zu meinem Wort (mir selbst gegenüber) zu stehen?
Werte sind kein Luxus für gute Zeiten. Sie sind der Anker im Sturm. Wer sich selbst nicht verrät, findet eine Unerschütterlichkeit, die von außen nicht zerstört werden kann.
Wofür würdest du im übertragenen Sinne „sterben“, um dir selbst treu zu bleiben? ✍️👇