18/12/2020
Christoph - Ute - Nico.
Das sind diese drei.
Einen Schockraum weiter sind es Fabian - Nadja - Anja.
Dich versorgen vielleicht Felicitas - Thorsten - Stephanie.
Es ist auch egal. Sie heißen überall anders, tun aber alle das gleiche. Pflegen, helfen, retten, Tränen trocknen, betten, schieben, aufräumen, Hand halten, Abstriche machen, assistieren.
Ohne Sie sind wir ALLE aufgeschmissen. Und damit meine ich jetzt primär nicht mich als Ärztin, denn wir arbeiten im Team - wir wissen, dass es jeden braucht- nein..
Ich meine dich! Du wirst krank und brauchst Hilfe? Dann bist du bist aufgeschmissen - wir alle sind es, wenn die Christophs, Utes und Nicos dieser Welt hinschmeissen.
Weil sie müde sind.. an der Belastungsgrenze. Weil es anstrengend ist unter der Schutzkleidung...Weil die Arbeit ein Ausmass annimmt, was mit normalem Einsatz nicht zu bewältigen ist..
Aber Utes, Nicos und Christophs, Fabians, Nadjas, Anjas, Felicitas, Thorstens und Stephanies sind immer noch da. Trotz fehlender Wertschätzung, verstummten Applauses und leeren Merci-Schachteln.
Warum? Ja warum eigentlich?
Das frage ich mich manchmal auch. Aus dem gleichen Grund, warum ich noch da bin. Um zu helfen.
10 Minuten nach diesem Foto haben wir einen 56 jährigen im Schockraum nach Herzinfarkt wiederbelebt. Eine ECMO eingebaut und vielleicht gerettet.
Warum? Genau darum.
Hey, ihr Idealisten. Danke, dass ihr da seid. Die Stellung haltet. Jetzt müsst ihr nur noch gesund bleiben.
Dank gibt's oft nicht. Aber ein Lächeln. Und im Herzen sind wir doch alle Pfadfinder. Nur, dass ihr jeden Tag mehr als eine gute Tat begeht.
Wir bleiben für euch da. Und ihr bitte nicht nur zu Hause, sondern auch im engsten Familienkreis. Haltet draußen Abstand und die Maske auf. Marschiert nicht auf Demos, verbreitet Fake News im Internet, füttert die Querdenker.
Wenn ihr schon an etwas denken möchtet, dann vielleicht an diese drei- stellvertretend für alle im Gesundheitssystem. Danke.
P. S. Die Kleidung hat ein bisschen was von Tannenbaum - also frohe Weihnachten!.. Da arbeiten wir übrigens auch. Krankheiten kennen nämlich kein Weihnachten. Corona auch nicht.
Universitaetsklinikum Essen