21/01/2026
Eines vorweg: nicht alle Koalabilder wurden in dieser Auffangstation gemacht. Durch die liebevolle und artgerechte Gehegegestaltung, waren Nahaufnahmen mit unserer Kamera-Ausstattung kaum möglich, weshalb hier Bilder aus dem Zoo in Sydney ergänzt wurden.
Das Sanctuary in Port Stephens widmet sich verletzten, kranken oder verwaisten Koalas, die ohne menschliche Hilfe in der Natur nicht überleben würden.
Die Kollegen der dazugehörigen Klinik für Wildtiere haben mich freundlicherweise mit hinter die Kulissen genommen und mir einiges erzählt:
- die häufigsten Verletzungen entstehen durch den Straßenverkehr! Frakturen, Gehirntraumata und großflächige Weichteilverletzungen stehen auf der Tagesordnung.
- Erst danach kommen Verletzungen durch Wildtiere wie Warane oder Dingos, oder durch Haushunde.
- Im Süden ist eine Infektion mit Chlamydien endemisch und bedroht die Koalapopulation durch Entzündungen der Augen, die bis zur Erblindung führen, neurologische Entzündungen oder Erkrankungen des Genitaltraktes mit nachfolgender Sterilität. Letzteres ist natürlich katasthrophal für den Fortbestand der Art!
- Im Norden des Landes grassiert ein schlimmes Magen-Darm Virus, das den bestand dezimiert.
Die schlimmste Herausforderung ist jedoch der Verlust des Lebensraumes. Denn Koalas sind extreme Nahrungsspezialisten. Zum Teil ernähren sie sich ausschließlich von den Blättern von 2 bis 4 Bäumen. Fehlen diese plötzlich (durch Rodung oder Feuer), schafft es die Darmflora oft nicht, sich an neue Nahrung anzupassen und der Koala stirbt oder kann nicht wieder ausgewildert werden.
Vielen Dank für die tolle Führung und das fachliche Gespräch über Röntgenbildern und Labordaten! Ein herzlicher Gruß geht an das Team des Hospitals mit einer kleinen Unterstützung:
unsere Praxis ist nun stolzer Adoptant eines Koalas aus Port Stephens!
❤