24/11/2025
Neuer Blog / Gedanken des Tages: Stille als Bedingung des Hörbaren
Im alltäglichen Denken erscheint Stille als das bloße Fehlen von Geräusch – ein Nullpunkt, ein Vakuum, ein Zustand ohne akustische Ereignisse. Doch sowohl philosophisch als auch psychologisch betrachtet trägt diese intuitive Opposition eine vereinfachende Struktur in sich, die der Natur des Hörens und der Bedeutung von Geräuschen nicht gerecht wird. Stille ist nicht das Gegenteil des Geräuschs; sie ist die Bedingung, aus der heraus Geräusch überhaupt erst hervortreten kann.
Die phänomenologische Perspektive: Erscheinung durch Kontrast
Phänomenologisch existiert kein Klang „an sich“. Klang ist immer Erscheinung für ein Bewusstsein. Damit etwas wahrnehmbar wird, braucht es einen Hintergrund, der es hervortreten lässt. So wie eine Linie nur sichtbar ist, weil ein leeres Blatt sie trägt, kann ein Geräusch nur entstehen, weil es sich von einem Feld relativer Stille abhebt. [...] mehr:
Im alltäglichen Denken erscheint Stille als das bloße Fehlen von Geräusch – ein Nullpunkt, ein Vakuum, ein Zustand ohne akustische Ereignisse. Doch sowohl philosophisch als auch psychologisch betrachtet trägt diese intuitive Opposition eine vereinfachende Struktur in sich, die der Natur des H....