21/12/2025
TÜRCHEN 20 🚪 Manche Menschen merken erst sehr spät, dass sie Hunger haben, müde sind, auf die Toilette müssen oder eine Pause brauchen. 🧠😶🌫️
Von außen wirkt das oft wie „schlechte Selbstfürsorge“ oder „kein gutes Körpergefühl“.
In vielen Fällen ist es aber komplexer.
Eine mögliche Erklärung: Die interozeptive Wahrnehmung – also das Spüren innerer Körpersignale – ist unzuverlässig oder abgeschwächt.
Das Gehirn bekommt zwar Signale aus dem Körper, kann sie aber schlecht einordnen, zeitlich verzögert verarbeiten oder nicht klar genug „übersetzen“.
Wissenschaftlich spielen dabei u. a. eine Rolle:
➡ Afferenzen aus dem autonomen Nervensystem (Herzfrequenz, Atmung, Magen-Darm-Aktivität), die nur diffus ankommen
➡ Verarbeitung in der Insula, einem zentralen Areal für Körper-Selbst-Wahrnehmung, die weniger präzise arbeitet
➡ Überlagerung durch Stress, wodurch innere Signale leiser werden oder ganz untergehen
➡ Schwierigkeiten in der Reizbewertung, z. B. „Ist das Hunger, Anspannung oder Emotion?“
Aber auch hier gilt:
Erschöpfung, psychische Belastung, Medikamente, chronischer Stress oder Schmerz können die Körperwahrnehmung ebenfalls deutlich verändern. Interozeption ist ein möglicher Erklärungsansatz – kein alleiniger Befund.
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Wenn innere Signale undeutlich sind, reagiert man nicht falsch – sondern zu spät.
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