23/12/2025
Gesundheit ist kein Wunder. Sie ist der Mut, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung ist eines der schwierigsten Themen überhaupt – nicht nur in der Medizin, sondern im Leben generell.
Viele von uns sind es gewohnt, mit dem Finger auf andere zu zeigen: Der Arzt ist schuld, das System, die Politik, die Eltern, der Chef oder die Gesellschaft. Und ja, oft ist daran sogar etwas Wahres.
Gesundheitssysteme sind nicht dafür gebaut, Menschen wirklich gesund zu halten. Die Pharmaindustrie hat keine wirtschaftliche Motivation für Heilung. Und ja: viele Ärzte handeln ohne böse Absicht, aber innerhalb enger Leitplanken. Und trotzdem bleibt eine unbequeme Wahrheit:
Wir haben immer eine Wahl.
Verantwortung zu übernehmen heißt nicht, sich selbst für alles schuldig zu sprechen oder sich schutzlos allem auszusetzen. Es heißt aber, den eigenen Anteil nicht auszublenden. Denn Verantwortung bedeutet Entscheidung. Und ent-scheiden heißt, sich von einem Weg zu trennen, der bisher nicht geholfen hat. Das kostet Mut. Und Energie. Vor allem dann, wenn man sich über Jahre an bestimmte Gewohnheiten gewöhnt hat. Mein Nachfolger Dr. Micha sagt dazu einen Satz, der es gut trifft: Gewohnheiten sind der härteste Klebstoff der Welt. Man kann sie gegen sich verwenden – oder für sich.
Selbstverantwortung bedeutet aber auch, sich zu informieren. Wissen ist heute keine Bringschuld mehr, sondern eine Hohlschuld. Niemand kann ernsthaft sagen, er hätte keinen Zugang zu Informationen. Internet, Bücher, Gespräche, Erfahrung – es war nie leichter, Zusammenhänge zu verstehen. Und ja, wer Verantwortung übernimmt, übernimmt auch das Risiko des Scheiterns. Aber nur wer bereit ist, für sein Scheitern Verantwortung zu tragen, kann auch Verantwortung für seinen Erfolg übernehmen.
Es gibt nicht DEN einen Weg für alle. Aber es gibt immer einen eigenen Weg. Gesundheit entsteht dort, wo Wissen, Intuition, Erfahrung und die Bereitschaft zusammenkommen, selbst hinzuschauen. Nicht perfekt. Nicht dogmatisch. Aber ehrlich.
Gesundheit ist kein Wunder.
Sie ist der Mut, diesen Weg überhaupt zu gehen.