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CaniFlow Tierärztliche Hundephysiotherapie in Bad Bederkesa
liebevolle Familienzucht von Border Collies
Tiermedizin
Ernährung von Hunden

28/12/2025

Wir sehen häufig Hunde, die über lange Zeit Schmerzen haben, ohne zunächst deutlich zu lahmen. Der Körper ist erstaunlich anpassungsfähig.

Ein Hund mit schmerzhaften Ellenbogen kann die betroffene Gliedmasse zunächst sehr gut entlasten, Gewicht verlagern und seitlich ausweichen. Nach aussen wirkt er lange Zeit unauffällig.

Erst wenn Kompensationsmöglichkeiten erschöpft sind, werden Lahmheiten sichtbar. Sie beginnt schleichend und nimmt zu, je weniger der Hund in der Lage ist, die Belastung weiter umzuleiten.

Chronifizierung bedeutet nicht nur anhaltende körperliche Beschwerden. Sie betrifft auch das Nervensystem, die emotionale Verarbeitung und das Verhalten. Hunde ziehen sich zurück, wirken ruhiger, schlafen mehr, meiden Sozialkontakte, sowohl zu Artgenossen als auch zu ihren Bezugspersonen. Oft wird dieses Verhalten als „entspannt“ oder „altersbedingt“ interpretiert, obwohl es Ausdruck eines langfristigen Anpassungsprozesses ist.

Untersucht man in solchen Fällen ausschliesslich strukturell (Röntgen, CT, etc.), findet man häufig keine auffälligen Veränderungen. Das bedeutet jedoch nicht, dass kein Problem vorliegt. Es handelt sich um eine funktionelle Störung. Veränderungen im ROM, in der Gelenkmechanik oder im Zusammenspiel der Strukturen führen zu Reizung, Schmerz und einer veränderten Nutzung der Gliedmasse.

Ohne fundierte orthopädische und neurologische Untersuchung, Erfahrung und vor allem ohne funktionelle Bewegungsdiagnostik bleiben diese Probleme oft unerkannt. Die Folge ist, dass Hunde weiter kompensieren, während sich die Situation schrittweise verschlechtert.

Unsere Form-Funktion-Schmerz-Pyramide verdeutlicht genau diesen Prozess: Sichtbare Symptome stehen an der Spitze. Darunter liegen funktionelle Veränderungen, die den Schmerz antreiben. Und unten stehen Anpassungsmechanismen, die lange unbemerkt bleiben.

Funktionelle Orthopädie mit Bewegungsdiagnostik setzt genau hier an. Sie hilft, diese Zusammenhänge früh zu erkennen, bevor aus Anpassung Einschränkung wird.

Nach all dem Tempo, was das Jahr so vorgelegt hat und uns vor Weihnachten nochmal alles abverlangt hat ist es als würde ...
27/12/2025

Nach all dem Tempo, was das Jahr so vorgelegt hat und uns vor Weihnachten nochmal alles abverlangt hat ist es als würde das Universum uns hier in der Einsamkeit Schwedens Wälder eine Vollbremsung rein hauen. Erst macht der Bus schlapp (und bleibt bis auf weiteres in der Werkstatt) zum Glück direkt vor dem Ferienhaus. Wir haben Vorräte, es ist warm, es ist Weihnachten. Wir können nur auf der Hacke kehrt machen und zurück ins Haus gehen.
Nach einer 100€ Taxifahrt und einigen Buchungsproblemen schnuppern wir am 2. Weihnachtstag dann wieder die Luft der Freiheit und gehen Vorräte auffüllen. Nur damit heute im Sturm die Zufahrt mit mindestens 5 mächtigen Kiefern die umkippen blockiert wird und noch dazu die Regierung dringend empfiehlt zuhause zu bleiben. Zum Glück sind wir unversehrt, haben neue Vorräte und nun auch wieder Strom- und wir bleiben wieder im Haus.

Der Geist kommt langsam zur Ruhe. Der Nebel lichtet sich. Die Gedanken hören auf Karussell zu fahren. Die Langeweile kommt zuerst. Bis Nichtstun nicht mehr langweilig ist. Die Kreativität kommt zurück. Der Verstand wir klarer. Die immer wieder kehrenden Fragen werden leiser. Die Antworten werden fast greifbar. Die Batterien laden.

Es gibt keinen perfekten, geraden, 1,80 m großen, satt grünen Weihnachtsbaum mit weichen Nadeln.Keine perfekt gerade sit...
24/12/2025

Es gibt keinen perfekten, geraden, 1,80 m großen, satt grünen Weihnachtsbaum mit weichen Nadeln.
Keine perfekt gerade sitzenden Kerzen und farblich abgestimmte Baumanhänger.
Es gibt nicht 100 verschiedene Zutaten fürs Raclette.
Es gibt nicht das extra neu gekaufte schicke Weihnachtsdress.
Es gibt auch nicht einen Berg an teuren Geschenken.

Dafür gibt es einen pieksigen Baum, den wir selbst auf dem Grundstück aus dem Wald gesucht haben.
Er ist dekoriert mit dem was wir hier zur Verfügung haben.
Es gibt ein paar Konserven im Raclette die wir hatten.
Wir tragen Wollkleidung, die uns warm hält.
Als Geschenk gibt es eine Überraschung zum auspacken.

Wir sind dankbar dafür, das wir dieses „einfache“ Weihnachten erleben dürfen, was uns alles gibt, was wichtig ist: Wir haben UNS, wir haben Frieden, es fehlt uns an nichts, die Natur beschenkt uns reich mit wundervollen Impressionen!

Ich wünsche allen friedliche und glückliche Weihnachten! ❤️

23/12/2025

Akuter, chronischer und chronifizierter Schmerz: warum der Unterschied entscheidend ist

Schmerz ist nicht gleich Schmerz. In der Praxis unterscheiden wir sehr klar zwischen akutem, chronischem und chronifiziertem Schmerz, weil sich diese Zustände grundlegend unterscheiden und völlig unterschiedliche Auswirkungen auf Hund, Bewegung und Verhalten haben.

>Akuter Schmerz ist ein Warnsignal. Er tritt plötzlich auf, zum Beispiel nach einer Verletzung, einer Überlastung oder einem Trauma. Der Körper meldet: Etwas stimmt nicht. Bewegung wird reduziert, der Hund schont sich, das Nervensystem reagiert klar und zielgerichtet. Wird die Ursache behoben, klingt dieser Schmerz in der Regel wieder ab.

>Chronischer Schmerz entsteht, wenn Schmerz über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt. Oft nicht mehr laut, sondern konstant im Hintergrund. Die Bewegung verändert sich schleichend, Belastung wird umverteilt, Kompensationen entstehen. Der Hund funktioniert weiter, aber nicht mehr effizient und nicht mehr symmetrisch. Viele dieser Hunde zeigen keine deutliche Lahmheit, sondern subtile Veränderungen im Gangbild, in der Muskulatur oder im Verhalten.

>Chronifizierter Schmerz geht noch einen Schritt weiter. Hier hat sich der Schmerz im Nervensystem „verselbstständigt“. Die ursprüngliche Ursache spielt oft nur noch eine untergeordnete Rolle. Das Schmerzsystem ist dauerhaft aktiviert, Reizschwellen sind gesenkt, Stress nimmt zu. Bewegung, Emotion und Verhalten sind eng miteinander verknüpft. Diese Hunde reagieren schneller gereizt, sind schlechter belastbar, lernen anders und wirken häufig „schwierig“, obwohl sie eigentlich dauerhaft unter Belastung stehen.

Dieser Übergang ist fliessend. Akuter Schmerz kann chronisch werden. Chronischer Schmerz kann chronifizieren. Genau deshalb ist frühes Erkennen so entscheidend. Je früher funktionelle Veränderungen, Kompensationen und Belastungsmuster erkannt werden, desto besser lässt sich gegensteuern, bevor sich Schmerz im Nervensystem festsetzt.

Schmerz ist kein statischer Zustand. Er verändert sich und mit ihm der Hund. Wer diese Unterschiede versteht, kann Bewegung, Verhalten und Therapie besser einordnen und nachhaltiger begleiten.

Würde fast sagen dieses Bild beantwortet seine Frage selbst. Auch wenn es Schweden und nicht Finnland ist. 😉
22/12/2025

Würde fast sagen dieses Bild beantwortet seine Frage selbst. Auch wenn es Schweden und nicht Finnland ist. 😉

19/12/2025

Zur anstehenden Auswertung der Gebührenordnung: Es wird sicher nicht billiger!

Von Ralph Rückert, Tierarzt

Die für 2026 anstehende Prüfung der vor drei Jahren in Kraft getretenen Neufassung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) fängt an, in den sozialen Medien Wellen zu schlagen, siehe Screenshot. Sowohl viele Tierbesitzer:innen als auch Organisationen wie die Reiterliche Vereinigung FN oder Tierschutz-Orgas verbinden mit dieser Auswertung bzw. Überprüfung die Forderung, dass die tierärztlichen Gebühren wieder billiger werden müssten, wie es in diesem Zitat von der Facebook-Seite „Tierschutz“ zum Ausdruck kommt:

„Unsere Forderung: Wir rufen dazu auf, dass die 2026 anstehende Prüfung der GOT nicht rein wirtschaftlich, sondern mit Blick auf Tierwohl, soziale Auswirkungen und Versorgungssicherheit erfolgt — damit kein Tier aus finanziellen Gründen leiden muss.“

Gleich hier der Spoiler: Diese Forderungen bzw. Hoffnungen werden sich mit Sicherheit nicht erfüllen! Es ist völlig unerheblich, ob da in einzelnen Details irgendwie nachgebessert wird, das insgesamte Preisniveau wird so bleiben, wie es ist, bzw. weiter steigen. Die neue GOT bietet dafür so oder so mehr als genug Luft nach oben.

Ich verstehe ja durchaus diesen Wunsch, dass etwas, was sich in letzter Zeit deutlich verteuert hat, wieder billiger werden möge. Auch ich würde gern wieder billiger essen gehen oder einen kleinen KFZ-Kundendienst wieder für unter 1000 Euro bekommen, aber das ist angesichts der Gesamtsituation unrealistisch. Wir haben nun mal einen echt drastischen Fachkräftemangel, der alle personalintensiven Dienstleistungsbereiche erfasst hat und an dem sich mittelfristig nichts ändern lassen wird. Um qualifizierte Tiermedizinische Fachangestellte und Tierärzt:innen zu bekommen und dann auch zu halten, muss man inzwischen sehr schöne Gehälter bieten, und die Personalkosten sind nun mal DER Kostenfaktor schlechthin. Schon allein deswegen ist ein Wieder-Billiger-Werden absolut keine Option.

Und auch meine Inhaber-Kolleginnen und -Kollegen werden in diesen Zeiten, in denen auch für sie alles immer noch teurer wird, sicher keine Abstriche an ihrem persönlichen Einkommen hinnehmen, um die Gebühren wieder zu senken. Warum auch? Sie bieten Leistungen an, für die die Nachfrage das Angebot überschreitet und die – den Marktgesetzen zufolge – teuer bezahlt werden müssen. Wir kommen durch die Entwicklung in den letzten drei Jahren dem Ziel, dass durchschnittliche Praxisinhaber:innen endlich ein ihrer Ausbildung, ihrem Einsatz und ihrem unternehmerischen Risiko angemessenes Einkommen erzielen sollen, einen ordentlichen Schritt näher.

Nun kann man in den Diskussionen zu diesem Thema immer reihenweise zwei Arten von Kommentaren lesen: Erstens „Die Tierärzte und ihre Angestellten sollen natürlich auch was verdienen, aber…“. Mal ganz davon abgesehen, dass man nach einer weit verbreiteten Regel in so einer Satzkonstruktion alles, was vor dem „aber“ kommt, als unerheblich vom Tisch wischen kann, bemerkt man meist bei den weiteren Ausführungen der Kommentarverfasser:innen mit größtem Erstaunen, dass sich diese dann auch das Recht anmaßen, darüber zu bestimmen, welche Einkommen für Praxisinhaber:innen, für angestellte Tierärzt:innen und für Tiermedizinische Fachangestellte „angemessen“ sein sollen, was natürlich mehr als dreist ist.

Zweitens (und das ist der absolute Hit) steht da häufig „Ich kenne keinen Tierarzt, der schon vor der neuen GOT am Hungertuch nagen musste“. Dazu zwei Gedanken: ICH kenne deutlich mehr Kolleginnen und Kollegen als Sie alle, und ich kenne sehr wohl welche, die vor der GOT-Novellierung vielleicht nicht direkt am Hungertuch genagt, aber doch viel zu wenig verdient haben, in einigen Fällen weniger als ihre eigenen Angestellten. Das tiermedizinische Prekariat ist gut versteckt, meist aufgrund einer Art Quersubventionierung durch ordentlich verdienende Lebensparter:innen. Ansonsten kann ich auf diesen inflationär gebrauchten Spruch nur wieder anführen: Tierärzt:innen üben einen heutzutage extrem nachgefragten Beruf aus. Nach Jahrzehnten, in denen es in Relation zur Nachfrage viel zu viele von uns gab, sind wir nun deutlich zu wenige. Angesichts dieser Tatsache ist natürlich nicht einsichtig, warum die Inhaberin / der Inhaber einer erfolgreichen Praxis mit (nur als Beispiel) acht Angestellten nicht in etwa das gleiche wie eine Oberärztin / ein Oberarzt in einer humanmedizinischen Klinik verdienen sollte.

Und was ist mit dem oben angeführten Gedanken, dass kein Tier aus finanziellen Gründen leiden soll? Ja, natürlich ist dieser Wunsch aller Ehren wert, aber das läuft halt nicht mehr – wie jahrzehntelang üblich – einzig und allein auf unsere Kosten! Es ist ja offensichtlich, dass es solche Fälle, in denen Tiere aus Geldmangel nicht ordentlich tiermedizinisch versorgt werden, auch vor der GOT-Novellierung immer schon gab und auch in Zukunft immer geben wird. Das war schon vor fast 100 Jahren ein Thema, wie man bei meinem berühmten Kollegen James Herriot nachlesen kann. Wollten wir das vermeiden, müssten wir tatsächlich völlig kostenlos behandeln, denn irgendwen gibt es immer, dem selbst die niedrigsten Gebühren noch zu hoch sind. Wir sind als Berufsstand einfach nicht verantwortlich dafür, ALLEN Menschen ohne Berücksichtigung ihrer finanziellen Situation eine Hobbytierhaltung zu ermöglich, und wenn diese noch so viele positive Auswirkungen haben mag.

Wer sich um die (so klischeehafte wie realitätsferne!) arme Rentnerin mit ihrem vierbeinigen Freund so große Sorgen macht, wie immer unter Krokodilstränen beteuert wird, der soll halt handeln und helfen. Es spricht ja nichts gegen lokale oder überregionale Unterstützungsnetzwerke, in denen die Besserverdienenden den Ärmeren eine Tierhaltung ermöglichen. Auf gut Englisch: Put your money where your mouth is! Oder auf Schwäbisch: It bloß schwätza, macha! Nur zeigt nicht ständig mit dem Finger auf uns! Wir spielen dieses Spiel nach Jahrzehnten, in denen es Tierärzt:innen und ihren Angestellten echt unterirdisch ging und die Tierhalter:innen im internationalen Vergleich wahrlich paradiesische Zustände erlebt haben, einfach nicht mehr mit!

An dieser Stelle wird dann, meist in so einem passiv-aggressiven Unterton, extrem häufig ein drittes Argument vorgebracht: Es würden sich in Zukunft so wenige Leute Hobbytierhaltung leisten können, dass sich der tierärztliche Berufsstand mangels Kundschaft sozusagen selber abschaffen würde. Dazu sage ich: Warten wir doch einfach mal ganz gelassen ab! Die vorliegenden Daten aus Ländern mit extrem hohen Gebühren lassen die Feststellung zu, dass die tiermedizinischen Kosten offenbar keinen direkten Einfluss auf die Zahl der gehaltenen Haustiere haben. Davon abgesehen wäre eine gewisse und maßvolle Gesundschrumpfung der Haustierhaltung auch aus unserer Sicht durchaus keine schlechte Sache, damit die immer weiter abnehmende Zahl an Praxen und Kliniken wieder zum Tierbestand passt. Man muss es leider offen sagen: Spätestens seit der Pandemie haben reichlich viele Leute Tiere gehalten, die besser keine halten sollten.

Wie auch immer: Die jetzt anlaufende Evaluation der GOT-Novelle wird NICHT zu wieder sinkenden Behandlungskosten führen. Wer darauf hofft, macht sich was vor!

Bleiben Sie mir trotz solch unangenehmer Botschaften gewogen, bis bald, Ihr

Ralph Rückert

© Ralph Rückert
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Danke Tanja, für das Friedenslicht, was du uns gebracht hast! Es geht direkt ins ❤️! Danke auch an all meine anderen tre...
15/12/2025

Danke Tanja, für das Friedenslicht, was du uns gebracht hast! Es geht direkt ins ❤️! Danke auch an all meine anderen treuen Kunden die mit Aufmerksamkeiten ihre Wertschätzung gezeigt haben. Ich freue mich wirklich sehr darüber, und es macht mich glücklich, dass ihr meine Arbeit so wertschätzt und ihr meine Lieblingskunden seid! ❤️ Das Friedenslicht werde ich verbreiten!

08/12/2025

Wachstumsfugen sind die entscheidenden Zentren der orthopädischen Entwicklung.

Sie bestimmen, wie sich Gelenke ausrichten, stabilisieren und später belastet werden können.

Nochmal konkret. Wir hören oft zwei Seiten in der Praxis: Die einen die glauben, Belastung schade den Fugen. Die anderen, die sagen, Welpen dürfen nicht reguliert werden, „das machen sie selbst“ oder „mein Welpe weiss, wann er genug hat“. Die „Wahrheit“ ist wie so oft in der Mitte. Aus orthopädischer Sicht benötigen sie kontrollierte (!) Kräfte, um sich gesund zu entwickeln. Knorpel und Knochen organisieren sich entlang jener Kräfte, die auf sie einwirken. Fehlt dieser Reiz, reift das Gewebe weniger stabil aus.

Wir haben zudem vermehrt Rückmeldungen erhalten, dass viele Besitzer zwar verstanden haben, wie wichtig frühe Bewegung ist, sich aber gleichzeitig sorgen, „etwas falsch zu machen“. Die Sorge ist nachvollziehbar und unnötig, wenn man die Grundprinzipien kennt. Es geht nicht darum, jede Belastung zu vermeiden, sondern Bewegung klug und kontrolliert zu gestalten. Ruhiges Gehen, Steigen, verschiedene Untergründe und kurze koordinative Reize sind für die Entwicklung wichtig und unkritisch.

Gefährlich wird es dann, wenn Bewegungen impulsiv und unkontrolliert werden: abrupte Richtungswechsel, Rutschen auf glatten Böden, Stürze oder sehr intensives (!) toben mit anderen Hunden. Gleichzeitig bedeutet ein einzelner Sturz nicht automatisch einen langfristigen Schaden. Welpen sind robust, aber noch nicht ausgereift. Genau deshalb braucht ihr Bewegungsapparat ein GLEICHGEWICHT aus Reiz und Schutz.

Ein weiterer Punkt, der oft vergessen wird: Niemand muss die Entwicklung seines Welpen allein begleiten. Qualifizierte Hundephysiotherapeuten, Osteopathen und biomechanisch arbeitende Hundetrainer sind genau darauf spezialisiert, kontrollierte Bewegung anzuleiten, Muskulatur gezielt aufzubauen und Koordination altersgerecht zu fördern. Sie erkennen früh, welche Reize sinnvoll sind, wo Anpassungen notwendig werden und wie man Fehlbelastungen im Wachstum vermeidet. Diese Fachpersonen sind wertvolle Partner, besonders, wenn Unsicherheit besteht oder wenn ein Welpe bereits kleine Auffälligkeiten zeigt.

03/12/2025

Viele denken bei Welpenschmerzen an Hüfte oder Ellenbogen.

In der Praxis sehen wir jedoch sehr häufig: Rückenschmerzen im Wachstum.

Ursachen sind oft funktionell, nicht strukturell:

>überfordernde Reize (Kinder, Spiel, Hundekontakt)
>unkontrollierte Bewegungen wie abruptes Rennen oder Springen
>fehlende Pausen
>unzureichende rumpfstabilisierende Muskulatur
>Stress und Reizüberflutung
>zu weiche Böden oder rutschige Untergründe

Ein verspannter Rücken zeigt sich früh im Gangbild:
verkürzte Schritte, aufgezogener Lendenbereich, unruhige Wirbelsäule, vermehrter Einsatz der Vorderhand.

Ziel ist nicht, Welpen zu „schonen“, sondern die Belastung gezielt zu dosieren.
Rumpfkoordination ist im Wachstum einer der wichtigsten Faktoren für gesunde Gelenke.

Merksatz: Ein entspannter Rücken ist der beste Schutzfaktor für die Hinterhand.

27/11/2025

Schwache Muskulatur führt zu einer unzureichenden Gelenkführung und erhöht den Druck auf Knorpel, Bänder und Wachstumsfugen.

Gerade im Wachstum übernimmt Muskulatur eine entscheidende Schutzfunktion: Sie stabilisiert Hüfte, Knie und Sprunggelenk, verteilt Lasten gleichmäßiger und reduziert die Kräfte, die auf noch unreife Strukturen einwirken.

Muskuläre Führung kann ein zentraler Faktor im Risiko für HD/ED sein. Hunde mit schwacher Hinterhand, unzureichender Rumpfstabilität oder schlechter Koordination entwickeln häufiger funktionelle Fehlbelastungen, lange bevor strukturelle Veränderungen sichtbar werden. Diese funktionellen Abweichungen sind keine „Welpentollpatschigkeit“, sondern frühe Hinweise darauf, dass Muskulatur und Gelenke nicht im Gleichgewicht arbeiten.

Für eine gesunde orthopädische Entwicklung braucht der junge Hund daher kontrollierte, wechselnde Belastung:
>kurze, gleichmässige Spaziergänge
>leichte Steigungen für die Hinterhand
>koordinationsfördernde Reize wie wechselnde Untergründe
>auch ruhige Sequenzen statt immer hektischem Toben
>ausreichend Pausen zur Regeneration

Muskulatur ist im Wachstum nicht nur Bewegungsorgan, sondern Stabilitätsfaktor. Sie entscheidet MIT darüber, ob eine genetische Disposition sichtbar wird oder nicht und damit über die langfristige Gelenkgesundheit des Hundes.

25/11/2025

Adresse

Drangstedter Straße 37
Bederkesa
27624GEESTLAND

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