29/01/2026
Dreimal am Tag wird bei uns der Tisch gedeckt.
Es klappert Geschirr, jemand fragt: „Worauf haben Sie heute Appetit?“
Dann ist Essenszeit. Und mehr als das:
Zeit zum Zusammen-Sein. Zeit zum Zusammen-Mensch-Sein.
Gemeinsame Mahlzeiten sind im stationären Hospiz weit mehr als Nahrungsaufnahme. Sie sind Ausdruck von Fürsorge, Nähe und gelebter Menschlichkeit. An der langen Tafel kommen Gäste, Angehörige, Pflegende, Ehrenamtliche, Mitarbeitende aus Küche, Verwaltung und psychosozialem Dienst zusammen. Es wird geredet, geschwiegen, gelacht – und manchmal auch einfach nur gemeinsam gesessen.
Gerade am Lebensende lässt der Hunger oft nach. Doch wer an unserer Tafel Platz nimmt, spürt schnell:
Hier geht es nicht nur ums Essen, sondern um Gemeinschaft.
Um Dazugehören. Um Gesehen-Werden.
Jede Mahlzeitmim stationären Hospiz wird mit großer Aufmerksamkeit zubereitet - morgens und abends von Ehrenamtlichen, am Nachmittag von unseren Köchinnen. Wunsch- und Lieblingsspeisen haben einen Platz auf dem Speiseplan. Manchmal genügt schon der Duft, um Erinnerungen zu wecken und Freude zu schenken.
Die lange Tafel ist ein Spiegel des Lebens. Mit all seinen Farben und mit dem Raum, den auch das Sterben braucht.
Menschlichkeit beginnt oft ganz einfach.
Mit einem gedeckten Tisch.
Und einem Platz, der auf mich wartet.