08/01/2026
Die Versorgung von Menschen mit „offenen Beinen“, dem sogenannten „Ulcus cruris venosum“ (UCV), ist in Deutschland aktuell alarmierend unzureichend – mit gravierenden Folgen für Patient:innen und das Gesundheitssystem. Das zeigen die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Ulcus Cruris Care“, die Thomas Fleischhauer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD), in unserem Dialogforum „Eine Stunde Wunde“ vorstellte.
📊 UCV macht 60-80 % der chronischen Wunden der unteren Extremitäten aus – die gesundheitsökonomischen Folgen sind dramatisch: UCV steht für 1,2 % der Arbeitsausfalltage, für 1 % der stationären Behandlungskosten und für 2,6 % der Kosten des Gesundheitssystems.
📊 Das Forschungsprojekt zeigt dabei, dass mehr als 80 % der Patient:innen keine kausal orientierte Behandlung erhalten und somit derzeit nicht adäquat versorgt sind.
Die gute Nachricht: Das Forschungsprojekt zeigt auch, dass
▶️ eine funktionierende Koordination der Therapiemaßnahmen durch ärztliche sowie nicht-ärztliche Versorger:innen
▶️ und die adäquate Umsetzung der notwendigen Kausaltherapie, insbesondere die konsequente Durchführung einer Kompressionstherapie wirken.💡
Die positiven Auswirkungen sind, neben besserer Wundheilung und Lebensqualität, ein direktes GKV-Einsparpotential auf 1.400 bis 1.600 Euro je Krankheitsfall.
Thomas Fleischhauer abschließend: „Unser Projekt ist bereit für eine breitere Implementierung und könnte zu einer bedeutsamen Verbesserung der Versorgung führen. Möglich wäre die Überführung in die Versorgung über DMP, HZV oder Selektivverträge.“ 💬
ℹ️ Über das Projekt: Das Forschungsprojekts „Ulcus Cruris Care“ wurde vom GBA-Innovationsausschuss gefördert und hat eine Transferempfehlung bekommen. Ziel ist unter anderem, mit Schulungsmodulen die Versorgungssituation in der Hausärzte-Praxis zu verbessern und das große Wissens- und Kompetenz-Defizit in diesem Bereich abzubauen.
👉 Mehr in der Pressemeldung: bvmed.de/pm11125
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