15/03/2026
📌 Transgenerationale Muster & Forschung
Ein Mann sitzt in der Therapie und sagt: "Bei uns ist alles normal." Dann zeichnet er sein Genogramm. Großvater: trank. Vater: trank. Onkel: trank. Er selbst: "Ich trinke nur zum Abschalten." Drei Generationen lang hatte seine Familie ein Problem, das keiner hatte.
Paul Watzlawick formulierte einmal: "Man kann nicht nicht kommunizieren." Das gilt auch für Familienmuster — man kann sie nicht nicht weitergeben. Die Frage ist nie, ob etwas übertragen wurde, sondern was. Und ob jemand bereit ist, hinzuschauen. Das Genogramm ist dabei kein Röntgengerät, das geheime Wahrheiten enthüllt. Es ist eher ein Spiegel, der zeigt, was alle schon wussten — nur eben niemand gleichzeitig.
Das Erstaunliche ist nicht, dass Muster sich wiederholen. Das Erstaunliche ist, wie viel Energie Familien aufwenden, um genau das nicht zu bemerken. Der Sohn des Trinkers wird zum Abstinenzler — und erzieht einen Sohn, der trinkt. Die Gegenreaktion ist keine Lösung, sie ist Teil des Musters. Erst wenn das Muster einen Namen hat, kann man aufhören, es zu leben. Ein Genogramm gibt ihm diesen Namen. Nicht als Diagnose, sondern als Einladung, die Geschichte anders weiterzuschreiben.
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