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hauptstadthebamme Hebamme in Berlin. Still-und Laktationsberatung deutsch / englisch

Das Wort zum Montag von         Eiskalt läuft das Meer vor meine Füße. Die Sonne scheint. Wolkenlos. Um mich herum dick ...
08/11/2022

Das Wort zum Montag von Eiskalt läuft das Meer vor meine Füße. Die Sonne scheint. Wolkenlos. Um mich herum dick eingepackte Menschen, die wie ich nochmal blauen Himmel über Ostseestrand genießen wollen. Bevor der Winter graukalt zuschlägt.

Neben mir meine beiden Töchter. Schön, aber mal anders geplant. Damals in den letzten Wintertagen als ich mir vornahm, einmal pro Monat einen Tag allein am Meer zu verbringen.

Daraus ist seitdem original nicht ein einziges Mal geworden. Zu viele Kinder, zu schlechtes Wetter, zu viel Arbeit. Zu viel irgendwas.

Jetzt also Meer plus zwei. Die eine vergräbt ihre Hände in an Land gespültem Seetang. Die andere schreit aufs Wasser vor Freude. Die, die mir ähnlich ist. Nur schreie ich nicht. Ich genieße still. Lege mich in den Sand, nur Blau über mir, vielleicht mal eine Möwe.

Etwas früher als geplant, geht es zurück. Die Sonne geht kurz nach Rostock unter. Müde von viel frischer Luft, voll mit gesammelten Steinen. Zurück in Berlin, rieselt letzter Sand aus Schuhen, Hosen, Münzen.

Schön war's.

Hohe Wellen rollen auf den niederländischen Strand zu. Die Siebenjährige feuert das Meer an. Es soll näher kommen - so w...
03/08/2022

Hohe Wellen rollen auf den niederländischen Strand zu. Die Siebenjährige feuert das Meer an. Es soll näher kommen - so weit, bis es ihre Zehen berührt. Sie kreischt vor Freude. Ich höre es nicht, aber sehe es. Die Wellen, der Wind tosen um meine Ohren. Mit dem Neunjährigen kämpfe ich mich durch die Fluten. Ich liebe es.

Nur eine Momentaufnahme. Urlaub ist wie so vieles in einem Leben, das man nicht mit sich selbst teilt, ein großer Kompromiss. Familienurlaub mit mehreren Kindern die Königsdisziplin. Ich würde am liebsten die meiste Zeit auf irgendein Wasser schauen. Der andere Entscheider durch schöne Städte laufen oder radeln.

Wir haben gute und wir haben schlechte Tage. Laute und sehr laute. Mal spielen alle drei zuckersüß miteinander, mal gibt's Tränen. Mal finde ich es schön zu fünft, mal will ich nach Hause - ohne Schulferien. Ferienwohnungen entspannen mich auch nicht immer. Vor allem nicht solche mit weißen Sofas. Dafür sind meine Kinder nicht gemacht, meine Nerven auch nicht.

Wer kauft weiße Sofas? Wie geht Urlaub, wenn sich Idealvorstellungen davon größtmöglich unterscheiden?

Wir arbeiten immer noch dran. An einer Mischung aus Stadt und Land, aus Meer und Berg, viel tun und nichts tun. Und vielleicht kriege ich die Bande nächstes Jahr länger dahin, wo nicht nur die Kinder glücklich sind. Einfach mehr Meer.


"Toooooor!" schreit der Neunjährige im Deutschlandtrikot. Er, die Siebenjährige und ich schauen Fussball-EM. Er kennt vi...
12/07/2022

"Toooooor!" schreit der Neunjährige im Deutschlandtrikot. Er, die Siebenjährige und ich schauen Fussball-EM. Er kennt viele Namen der Spielerinnen, kommentiert fachmännisch. Ruft "Poppi!". Halbzeitjubel.

Ich freu mich.

Tränen. Die fast Fünfjährige ist sauer. Weil ich was alleine mit der Siebenjährigen machen möchte. Alleine mit der Numme...
20/06/2022

Tränen. Die fast Fünfjährige ist sauer. Weil ich was alleine mit der Siebenjährigen machen möchte. Alleine mit der Nummer 2 eine Nacht im Garten schlafen. Abenteuer und so.

Nummer 3 hatte dazu keine Lust. Erst in dem Moment, als wir los wollen, wird sie wütend. Und ich auch ein bisschen. Weil es hier um Nichtgönnen geht und nicht um Alleingelassen fühlen. Sie hat einen Abend mit Papa allein, der Große ist auch extern versorgt. Also win-win-win für alle Kinder.

Irgendwann kommen wir zwei an, machen es uns gemütlich, atmen durch, testen die ersten Kirschen vom Baum. Und haben endlich mal Zeit für 1:1. Ohne dass jemand anderes an mir zerrt, ruft, was will. Beide merken wir schnell, wie besonders etwas sein kann, was eigentlich ganz normal sein sollte.

Lange schlafe ich nicht ein, während die Siebenjährige längst im Tiefschlaf versinkt. So viele Geräusche um das Häuschen herum im Grünen. Am Morgen weckt sie mich, viel zu früh, singt den halben Vormittag vor sich hin. Bei Nutella-Toast und Nichtstun.

Mehr davon. Bald.

"Und da lagen dann die Toten." Sagt die knapp 90-Jährige. Gisela heißt sie und zeigt in unseren Hof. Gemeinsam mit ihrer...
31/05/2022

"Und da lagen dann die Toten." Sagt die knapp 90-Jährige. Gisela heißt sie und zeigt in unseren Hof. Gemeinsam mit ihrer Freundin habe ich sie vor zwei Minuten mit dem Lastenrad überholt, reiner Zufall. Eine langsam zu Fuß, die andere mit Rollator. Die Vierjährige und ihre Freundin will ich schnell beim Papa abladen, bevor ich die Siebenjährige vom Tanzen abhole.

Ob ich sie vielleicht kurz reinlassen könnte, fragte Gisela mich, sie habe als Kind hier gewohnt, ihre Kindheit hier verbracht und will einfach mal gucken. 70 Jahre sei sie nicht mehr hier gewesen.

Der Rollator parkt vor der Eingangstür, zwei Damen erklimmen die Stufen in den Flur, eine etwas wacklig an meiner Hand. Da oben aus dem 4. Stock habe die Mutter immer runter in den Hof gerufen, es waren immer viele Kinder. Dann kam der Krieg. Der Hof wurde zum Wasserreservoir, falls es brennt. Bei Alarm verschwanden alle im Keller. Der Vater der vier Kinder aus dem Erdgeschoss rief sie zusammen und ermahnte die, die nochmal raus liefen. Vor allem die Kinder. Bis zu dem Tag, an dem er erschossen wurde. Hier im Hausflur. "Ach," sagt Giselas Freundin, "hab ich mich doch richtig erinnert. Da lag einer." Der Hof wurde zum Grab für die Toten. "Wo sollten die denn sonst alle hin?" Fragt Gisela.

Sie hoffen, sagen beide zum Abschied, es gibt nie wieder Krieg in Berlin. Das hoffe ich auch, sage ich - und düse zu meiner Siebenjährigen.

Na, wer wird denn hier noch schwanger? Klimawandel, russische Bedrohungen und allgemein krude Lebensbedingungen mal bei ...
09/05/2022

Na, wer wird denn hier noch schwanger? Klimawandel, russische Bedrohungen und allgemein krude Lebensbedingungen mal bei Seite. Auf jeden Fall werden werdende Mütter immer älter. 31,6 Jahre alt ist die gebärende Mutter laut dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung nach den neuesten Zahlen in ganz Deutschland.

Klingt für mich als in Berlin lebende Mutter von drei Kindern noch fast jung. Ich habe mit 34 Jahren mein erstes Kind bekommen, den heute Neunjährigen. Und lag damit in meinem Bekanntenumfeld voll im Soll, falle auch jetzt noch auf Spielplätzen und auf Elternabend nicht als sonderlich aus der Zeit gefallen auf. Im Gegenteil, manchmal fühl ich mich da noch ganz frisch, so im Vergleich.

Taucht man tiefer ein in den Zahlendschungel, spiegelt sich mein subjektives Empfinden: Ältere Mütter in den (größeren) Städten, jüngere auf dem Land. Dazu kommen vergleichsweise jüngere Mütter im Osten Deutschlands, die ältesten Mütter in Hamburg.

Warum ich das hier aufdrösel? Weil ich gerne mit angehenden Eltern in Berlin sprechen möchte, warum sie gewartet haben mit dem Kinderkriegen. Für meinen Hauptjob neben Kindergedöns und so, für den rbb. Oder mit Eltern, die schon Kinder haben, sie aber tendenziell eher spät bekommen haben.

31 Jahre alt ist die Berliner Mutter im Schnitt bei der Geburt ihres ersten Kindes. Wer bietet mehr?

Ich freu mich auf gute Gespräche.


"Nö." Antwortet der Neunjährige auf meine Frage, ob ich ihm peinlich war. Als ich ihn zum Fussballtraining brachte. "Nö....
25/04/2022

"Nö." Antwortet der Neunjährige auf meine Frage, ob ich ihm peinlich war. Als ich ihn zum Fussballtraining brachte. "Nö."

Ein bisschen? Frag ich, er nickt und versteckt sein Gesicht hinter seinen Locken. Meine Fragen sind wohl auch peinlich.

So schnell geht das mit dem Großwerden. Eben noch schüchtern an meiner Hand, jetzt vorneweg und schnell mit dem Fahrrad auf dem Fussballplatz verschwunden. Ich rufe noch "viel Spaß!" hinterher. Seine Reaktion zwar erkennbar: "Ok". Aber auch erkennbar gering.

Ich drehe um und düse nach Hause. Er kommt dann später nach. Alleine.

Zuhause freuen sich die gerade noch so Vier- und die Siebenjährige auf mich. Das täten sie auch draußen auf der Straße. Noch. Meistens jedenfalls.
*Symbolbild. Für die 3. Liga reicht es (noch) nicht.

Der dritte Kaffee am Morgen, der Kopf brummt. Mein Kollege neben mir versteht mich. Als sein Kind vier wurde, hatte er n...
06/04/2022

Der dritte Kaffee am Morgen, der Kopf brummt. Mein Kollege neben mir versteht mich. Als sein Kind vier wurde, hatte er nach der Kinderparty seine erste Migräne, sagt er. Ich nippe am Espresso.

Zwei ausgefallene Partyjahre später (erst Lockdown, dann Corona), darf der jetzt 9-Jährige groß feiern. So mit Gästen und Süßkram und Motto. Und Lärm. Nach Fahrradparade zum Park, Piñata abschießen und Geschenke-Flaschendrehen rennen zwölf Kinder gleichzeitig durch die Wohnung. Verstecken, Jagen, Toben. Ich rechne mit Krankenwagen und Blaulicht.

Aber alles wird gut, ich gebe heile Kinder an ihre Eltern zurück. Am nächsten Morgen bekunden Eltern und Kinder ein erfolgreiches Fest. Meine Müdigkeit bleibt noch ein paar Tage. Und ich verstehe jetzt jeden, der Geburtstagspartys outsourct.

Ich regeneriere dann mal weiter.

Ich greife nach den Schwangerschaftstests. Ein Dutzend pack ich ein in den schnell voller werdenden Einkaufswagen. Nein,...
10/03/2022

Ich greife nach den Schwangerschaftstests. Ein Dutzend pack ich ein in den schnell voller werdenden Einkaufswagen. Nein, nicht für mich, sondern für Frauen aus der Ukraine, die jeden Tag mit Sonderzügen am Berliner Hauptbahnhof ankommen.

Warum die Tests auf der Liste der benötigten Dinge stehen, die Helferinnen und Helfer vom Verein 'Moabit hilft' aufgeschrieben haben? Ich weiß es nicht sicher. Vielleicht will ich auch gar nicht im Detail wissen, was die Frauen bereits erlebt haben, bevor sie noch auf dem Gleis von Ehrenamtlichen geschützt werden müssen, um nicht von Menschenhändlern abgefangen zu werden.

Neben den Tests landen Deos, Zahnbürsten, Haarkämme und Duschgel im Wagen, FFP2-Masken, Binden, Windeln. Alles für ein bisschen Menschenwürde.

"Wieso denn Zahnbürsten?" Fragt der fast Neunjährige, als er den Berg sieht, den ich zuhause in Plastikkisten ordne. "Sind die Menschen denn ohne auf die Reise gegangen?" Ich erkläre was von schnell los müssen, wenig bis keine Zeit haben, überhaupt das Nötigste einpacken zu können. Und ja, auch dass man Zahnbürsten ja gerne mal vergisst. Am Abend zeigt er mir Peacezeichen, die er gelernt hat, in der Schule.

Als ich die vollen Kisten bei 'Moabit hilft' abliefern will, stehe ich in einer Schlange mit Menschen, die ihren Kofferraum gefüllt mit Wasserflaschen und Schorle bringen. Und eine ältere Frau, die ein kleines Paket Windeln trägt.

Alle was und wie viel sie können, sich leisten können und wollen. Ich freue mich drüber und erinnere mich an 2015 als ich genauso im Drogeriemarkt stand und mich mehrere Menschen ungläubig fragten, was ich denn mit all den Sachen wollte - und für wen.

Für jeden.

Jetzt erst recht! So fühlte sie sich an, die erste Hausparty seit fast zweieinhalb Jahren. Wir mussten ein bisschen üben...
01/03/2022

Jetzt erst recht!

So fühlte sie sich an, die erste Hausparty seit fast zweieinhalb Jahren. Wir mussten ein bisschen üben, wie das geht mit Gästen zu Hause. Viele Menschen.

Aber die Sechsjährige ist jetzt sieben. Und trotz oder gerade wegen der minütlich aufpoppenden fiesen Nachrichten, der schrecklichen Bilder und der verzweifelten Menschen, die um ihre Familien bangen, haben wir gefeiert.

Gefeiert mit der gut durchseuchten, geimpften und genesenen Klassenkohorte. Mit Stopptanz, Schokokuchen und Schweinchennasefinden. Mit viel Lachen und Grölen und Stampfen und Hüpfen.

Am Abend holen uns die Kindernachrichten auf kika wieder ein. Aber das gehört wohl zusammen: das Grauen und die Freude, die Angst und die Leichtigkeit.

Noch 'ne Pfanne Kaiserschmarrn. Und noch eine. Und noch eine. Eine für jedes Kind. Weil es gut tut. Mit Puderzucker oder...
23/02/2022

Noch 'ne Pfanne Kaiserschmarrn. Und noch eine. Und noch eine. Eine für jedes Kind. Weil es gut tut. Mit Puderzucker oder mit Nutella (schrecklich, ich weiß). Oder mit beidem. Am liebsten zum Frühstück, zum Nachtisch und den Rest vom Teig abends vor Pyjama-Time.

Der Achtjährige denkt an Kaiserslautern, die gerade noch so Sechsjährige an Friedrich, die Vierjährige nur an den vollen Teller. Mir egal. Hauptsache Kinder, die was essen und nicht dabei maulen. Ich denke an Schnee und See und Berge. Win-win.

Noch 'ne Pfanne.

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