18/09/2025
Mit zunehmendem Alter fällt es immer schwerer, Veränderungen im Körper und Geist zu akzeptieren. Der Verlust bisheriger Fähigkeiten – sei es körperlich oder kognitiv – ist für viele Menschen eine schmerzhafte Erfahrung. Nicht selten können Seniorinnen und Senioren, geprägt von Stolz oder Temperament, nur schwer akzeptieren, dass sie Unterstützung benötigen, und haben Schwierigkeiten, ihre Angehörigen um Hilfe zu bitten.
Oft ist es die Familie, die als erste erkennt, dass die ältere Person nicht mehr vollständig selbstständig zurechtkommt. Doch wie spricht man dieses Thema so an, dass es niemanden verletzt, keinen Widerstand hervorruft und der Senior sich nicht seiner Unabhängigkeit beraubt fühlt?
✦ Hier einige praktische Hinweise:
➡️ Wählen Sie den richtigen Moment – ein Gespräch über so sensible Themen sollte in ruhiger Atmosphäre stattfinden, ohne Eile oder störende Faktoren. So fühlt der Senior, dass das Thema ernst genommen wird.
➡️ Sprechen Sie mit Fürsorge, nicht aus einer Machtposition – betonen Sie, dass Pflege nicht die Entziehung von Selbstständigkeit bedeutet, sondern eine Form der Unterstützung ist. Verwenden Sie die Sprache des „Wir“ statt „Du“, z. B.: „Lass uns gemeinsam überlegen, was Deinen Alltag erleichtern könnte“.
➡️ Betonen Sie Sicherheit und Komfort – wenn Hilfe als Möglichkeit dargestellt wird, die Lebensqualität zu verbessern, anstatt als Notwendigkeit aufgrund von Einschränkungen, wird sie leichter akzeptiert.
➡️ Geben Sie Wahlmöglichkeiten und respektieren Sie Entscheidungen – selbst wenn Unterstützung notwendig ist, sollte der Senior Einfluss darauf haben, wie diese gestaltet wird. Die Möglichkeit, eigene Präferenzen einzubringen, verhindert das Gefühl des Übergangenwerdens.
➡️ Zeigen Sie, dass Hilfe auch Gelegenheit zum Zusammensein ist – mehr gemeinsame Gespräche, Kaffeerunden oder Spaziergänge. So wird Pflege nicht als Einschränkung wahrgenommen, sondern als Chance auf Nähe und Unterstützung.