25/03/2026
Woran erkennt man ein „gesundes“ Mikrobiom? 💚
Ein gesundes Mikrobiom erkennt man nicht an einzelnen „Superbakterien“.
Was spricht aus wissenschaftlicher Sicht für ein stabiles Darmmikrobiom?
Nicht ein perfekter „Stammbaum“, sondern funktionelle Eigenschaften:
1️⃣ Hohe mikrobielle Vielfalt
Eine größere Diversität wird häufig mit Resilienz und Anpassungsfähigkeit assoziiert.
2️⃣ Funktionelle Redundanz
Mehrere Bakterienarten können ähnliche Aufgaben übernehmen.
Fällt eine Art weg, bleibt die Funktion oft erhalten.
👉 Ein wenig bekanntes, aber zentrales Prinzip der Mikrobiomforschung.
3️⃣ Dominanz obligat anaerober Bakterien im Dickdarm
Sie sind typisch für ein physiologisch sauerstoffarmes Darmmilieu.
4️⃣ Ausreichende Produktion kurzkettiger Fettsäuren (SCFA)
Insbesondere Butyrat spielt eine Schlüsselrolle im Energiestoffwechsel der Kolonozyten.
💡 Was viele nicht wissen (aktueller Forschungsfokus):
Neuere Arbeiten zeigen, dass nicht nur die Zusammensetzung, sondern das
Zusammenspiel aus Mikrobiom + Darmmilieu + Sauerstoffgradient entscheidend ist.
Ein stabiles System zeichnet sich aus durch:
• funktionelle Stabilität
• metabolische Flexibilität
• Widerstandsfähigkeit gegenüber Störungen
Nicht durch „mehr gute Bakterien“.
🧪 Die Forschung bewegt sich zunehmend weg von „Welche Arten sind vorhanden?“ hin zu „Welche Funktionen werden erfüllt?“
(Quelle: Lloyd-Price et al., Nature, 2016; Banerjee et al., Nat Rev Microbiol, 2018)
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